Auf die Schulbank
Auf der IGS Goethe-Schule bildet der Teamgedanke die Grundlage
„Wir wollen alle Schülerinnen und Schüler individuell fördern“, schildert Schulleiterin Nicole Könnel. Ziel sei es, dass jedes Kind den für seine Fähigkeiten maximalen Bildungsabschluss erreiche. Dafür gelte es einerseits, die schwächeren Schüler gezielt zu fördern und zu unterstützen. Zum anderen sei es die Aufgabe der Schule, die starken Schüler zu fordern und fit für die Oberstufe zu machen.
Die IGS Goetheschule werde derzeit von 510 Schülerinnen und Schülern besucht. Das Lehrerkollegium bestehe aus 50 Personen, inklusive Referendaren und Vertretungskräften, überschlägt Könnel. Als Schwerpunktschule wolle die Goetheschule den unterschiedlichen Lehr- und Lernbedürfnissen aller Schülerinnen und Schüler gerecht werden. Hierzu werden an der Goetheschule Lehrkräfte aller Schularten eingesetzt, die eng zusammenarbeiten: von der Förderschul- bis zur Gymnasialkraft. Weiter unterstützten pädagogische Fachkräfte.
In der Regel dreizügig
Die Klassen seien von der fünften bis zur zehnten Klasse in der Regel dreizügig. An der Goetheschule werde viel Wert auf das Thema Übergänge gelegt, berichtet Könnel. Das fange beim Wechsel von der Grundschule an die IGS an. Schnuppertage, ein Infotag und ein Infoabend sorgen dafür, dass sich Eltern und Kinder ein Bild von der Goetheschule machen können. Ein enger Kontakt zu den Grundschulen soll sicherstellen, dass das Ankommen gut gelingt. „Das ist gerade für Kinder mit Förderbedarf sehr wichtig“, betont Könnel. Die neue Klassengemeinschaft starte in der ersten Schulwoche dann gemeinsam mit ihren Klassenlehrern zu einer Kennenlernfahrt.
„Wir sind eine Teamschule“, unterstreicht die Schulleiterin das besondere Konzept der Goetheschule. Dazu gehöre es, dass pro Klasse zwei Lehrkräfte eingesetzt werden, die die Schüler bis zum Ende der neunte Klasse begleiten. Die Teams würden so gewählt, dass sie möglichst viele Fächer im Jahrgang unterrichten könnten. „Die Lehrkräfte haben ein Teamzimmer direkt an den Klassensälen“, beschreibt Könnel.
Durch die Teamstruktur gebe es einen engen Kontakt zu den Schülern, die Klassen bauten eine feste Bindung zu ihren Lehrkräften auf. Dies wirke sich positiv auf die Lernbeziehung aus. „Die Lehrkräfte kennen die Stärken und Schwächen der Kinder“, so Könnel. Auch der Kontakt zwischen den Lehrkräften, die in der Stufe eingesetzt sind, sei eng. Um auf die individuellen Bedürfnisse eingehen zu können, werde regelmäßig in kleineren Lerngruppen unterrichtet. „Wir sind ganz nah am Kind und der Familie“, beschreibt Könnel das Konzept. Denn auch die Beziehungsebene zu den Eltern spiele eine wichtige Rolle.
Das Schulkonzept der IGS Goetheschule
Als IGS vereint die Goetheschule Realschule plus und Gymnasium bis zur zehnten Klasse unter einem Dach. Die Entscheidung für einen Schulzweig erfolge erst in Stufe neun oder zehn, so Könnel. An der IGS Goetheschule sind folgende Abschlüsse möglich: Die Berufsreife nach Klasse neun sowie der Sekundarabschluss I nach Klasse zehn. Je nach Notenschnitt stellt letzterer die Voraussetzung dafür dar, in eine Oberstufe an einer anderen Schule zu wechseln. Schwerpunktschüler können die besondere Form der Berufsreife nach Klasse neun ablegen.
Als erste schulische Fremdsprache startet in der fünften Klasse der Englisch-Unterricht. Je nach Vorliebe können die Schüler dann in der sechsten Klasse entweder Französisch wählen oder eines der folgenden Wahlpflichtfächer: Ökologie und Technik, Ernährung, Wirtschaft und Soziales, Darstellendes Spiel oder Sport und Gesundheit. Bevor die Kinder sich entscheiden, stehen Ende der fünften Klasse Schnuppertage an, es gebe einen Elternabend sowie Beratungsgespräche, schildert Könnel. Ein Wechsel des Wahlpflichtfachs sei nicht vorgesehen.
Die Schüler bleiben auch nach der Orientierungsstufe in fünf und sechs in ihrem gewohnten Klassenverband, sie werden ab der siebten Stufe in den Fächern Mathematik und Englisch nach Leistungen differenziert unterrichtet. Ab der achten Stufe erfolge eine Differenzierung im Fach Deutsch, in Stufe neun komme Chemie und Physik dazu, in Klasse zehn noch Biologie. Die Einstufung der Kinder und Jugendlichen in die unterschiedlichen Lernniveaus sei offen und könne zum Halbjahr geändert werden, so Könnel.
Bis einschließlich Klasse acht gebe es keine Versetzung, die Schüler werden automatisch in die nächste Stufe versetzt. „So gibt es keine Versagensängste“, sagt Könnel. Erst ab der neunten Klasse spiele die Versetzung eine Rolle, wenn es um den Übergang in die zehnte Klasse gehe.
Etwa 60 bis 65 Prozent derjenigen, die an der Goetheschule die Klassenstufe zehn abschließen, erhalten die Übergangsberechtigung, um an einer anderen Schule in eine Oberstufe zu wechseln, berichtet Könnel. „Das machen aber nicht alle“, hat sie beobachtet. Wer weiter machen wolle, habe mehrere Möglichkeiten: Wer bereits eine zweite Fremdsprache gelernt hat, könne an jedes Gymnasium wechseln. Wer die zweite schulische Fremdsprache nachholen müsse, könne dies an einigen Schulen im Stadtgebiet tun. „Die schulische Vielfalt in Kaiserslautern ist wirklich toll“, sagt Könnel. Die Goetheschule kooperiere unter anderem eng mit der IGS Bertha-von-Suttner sowie verschiedenen Gymnasien, um den Jugendlichen einen guten Übergang in die Oberstufe zu ermöglichen. Dazu zählten auch die sogenannten Lift-Kurse, an der Goetheschule, die ganz gezielt auf den Wechsel vorbereiten.
Berufsorientierung als Schwerpunkt
Ein wichtiger Schwerpunkt sei die Berufsorientierung. In Klassenstufe acht und neun stehe ein verpflichtendes Praktikum auf der Agenda, in Stufe zehn sei ein freiwilliges Berufspraktikum möglich. In der neunten Klasse gibt es zudem einen Praxistag, an dem Jugendliche freiwillig einmal in der Woche in einem Betrieb mitarbeiten können. „Unser Anspruch ist, dass die Jugendlichen herausfinden, was ihr Traumberuf ist und wo sie einmal hinwollen“, beschreibt es Könnel. Die Schüler sollen möglichst gut für die Berufswelt gerüstet werden. Hierzu kooperiere die Schule eng mit unterschiedlichsten Einrichtungen in der Stadt.
Die Schule sei bis auf den Fachklassentrakt mit interaktiven Tafeln ausgestattet, der Glasfaseranschluss fast fertig. Neben zwei Computerräumen gebe es vier iPad-Koffer, die im Unterricht eingesetzt werden.
Die Goetheschule sei keine Ganztagsschule, ein Mittagessen gebe es nicht. Dafür biete die Schule bis 14 Uhr verschiedene Programme an. Dazu gehöre eine Hausaufgabenwerkstatt sowie verschiedene Arbeitsgemeinschaften, aber auch Förderkurse, beispielsweise im Bereich Lese-Rechtschreib-Schwäche, nennt Könnel Beispiele.
Die IGS Goetheschule wird sei Jahren stark nachgefragt: „Wir freuen uns über den großen Zulauf zu unserer Schule, sind aber auch sehr traurig, weil wir nicht alle Kinder aufnehmen können, die gern zu uns kommen würden“, schließt Könnel.
Im Internet
www.goetheschulekl.de