Kaiserslautern
Arbeitsagentur: Betriebe in der Westpfalz bilden gerne Nachwuchs aus
Von Oktober 2020 bis September 2021 zählte die Agentur für Arbeit in der Westpfalz nach eigenen Angaben 3221 Bewerber für Ausbildungsstellen. Damit waren 443 (12,1 Prozent) weniger junge Menschen auf der Suche nach einer Lehrstelle als im Jahr davor. Grund: die demografische Entwicklung, schreibt die Agentur für Arbeit in einer Mitteilung.
„Unser Beratungsangebot wurde an den Schulen wieder sehr stark nachgefragt. Für Schülerinnen und Schüler war der unkomplizierte Zugang zur Berufsberatung wichtig. Auch seitens der Lehrerinnen und Lehrer war man sehr froh, dass nach der langen Zeit ohne persönlichen Kontakt wieder der Austausch vor Ort möglich war und die verschiedensten Anliegen schnell geklärt werden konnten“, sagt Peter Weißler, der Leiter der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens. Die Agentur für Arbeit begleitete mit Berufsberatern die jungen Menschen Frauen von der Orientierung in der Berufs- und Studienwelt bis hin zum weiterführenden Schulbesuch, zur Aufnahme eines Studiums oder zum Beginn einer Ausbildung. Nachdem die Berater zu Anfang des abgelaufenen Ausbildungsjahres fast ausschließlich telefonisch, per E-Mail oder über Videoberatung erreichbar waren, konnten sie danach wieder in Schulen arbeiten.
554 Ausbildungsstellen in der Westpfalz unbesetzt
Zum Stichtag 30. September waren von den gemeldeten Bewerbern noch 135 ohne Ausbildungsvertrag, 27 weniger als im Vorjahr, heißt es weiter. Die Betriebe in der Westpfalz zeigen laut Agentur für Arbeit weiterhin eine „hohe Ausbildungsbereitschaft“: 2827 Ausbildungsplätze wurden gemeldet, 103 (3,5 Prozent) weniger als im Jahr davor. Das Konkurrieren am Ausbildungsmarkt um gute Azubis war laut Agentur für Arbeit weiter spürbar. Dennoch blieben zum Stichtag 30. September 554 Ausbildungsstellen unbesetzt. Weißler appelliert an die Arbeitgeber, sich bei der Agentur für Arbeit beraten zu lassen: „So ist es vielleicht eher möglich, das ein oder andere Zugeständnisse mit Blick auf die Anforderungen und die Eignung der künftigen Fachkräfte zu machen.“
Daten und Fakten: Ausbildungsmarkt in der Westpfalz
Bewerber: 3221
Ausbildungsplätze: 2827. Die fünf meisten Ausbildungsplätze gab es im Einzelhandel (175), dahinter folgen Verkäufer (145), Bürokaufmann (132), medizinischer Fachangestellter (104) und zahnmedizinische Fachangestellte (98).
Noch freie Stellen (30. September): 554
Junge Menschen ohne Ausbildungsplatz: 135
Was Jungen gerne lernen wollen (Top Fünf): Kfz-Mechatroniker (127), Verkäufer (117), Bürokaufmann (88), Fachinformatiker Systemintegration (81), Fachinformatiker Anwendungsentwicklung (67).
Was Mädchen gerne lernen wollen (Top Fünf): Medizinische Fachangestellte (181), Verkäuferin (149), Bürokauffrau (145), Einzelhandelskauffrau (68), Tiermedizinische Fachangestellte (50).
Welche Stellen blieben unbesetzt (Top Fünf)? Fleischerei-Fachverkäufer (39), Einzelhandelskaufmann (34), Zahnmedizinischer Fachangestellter (26), Verkäufer (24), Steinmetz (20).