Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Andreas Keil stellt im Kunstraum Westpfalz aus

Andreas Keil zwischen seinen Kunstwerken.
Andreas Keil zwischen seinen Kunstwerken.

„Mehr Farbe“ hat der Kölner Künstler Andreas Keil seine Ausstellung im Kaiserslauterer Kunstraum Westpfalz genannt.

Sie verlieren sich fast in den weißen Weiten des Kunstraums Westpfalz: Die kleinen bis ganz kleinen Objektbilder des 1970 geborenen Esslinger Künstlers Andreas Keil. Ihre Wirkung entfalten die abstrakten und oft einfarbigen Werke allerdings beim Nähertreten.

Dann nämlich scheinen die Farbobjekte zu irisieren, ja fast meint man, diffuse Bewegungen erkennen zu können. Man steht vor einem tiefen Blau, das den Blick der Betrachtenden schier in sich hineinzieht. Ein weiteres Werk in Pastellfarben zwischen Rosa, Beige und Grün wirkt wie eine wabernde Nebelwand, die dahinterliegende, kaum zu erkennende, dunkle Formen verbirgt. Arbeiten dieser Art hat Keil auf etliche Zentimeter dicke hölzerne Fundstücke sowie auf Treibgut aufgebracht. In vielen, fein schraffierten Farbschichten, welche die nebulöse Wirkung bedingen.

Künstlerische Kraftpakete

„Energetische Hotspots“ nannte die Organisatorin und Eröffnungsrednerin Birgit Weindl recht treffend Keils Farbobjekte. Künstlerische Kraftpakete wäre eine weitere, wohl treffende Bezeichnung dafür. Im hinteren Teil der Schau finden sich künstlerische Miniaturen auf Papier. Kaum daumennagelgroß, aber nicht minder konzentriert und dicht. Sie erscheinen wie Schnitte durch Fossilien oder Halbedelsteine und sind in starkem Violett, Grün oder Rot gehalten. Die Farben gehen ineinander über, sie changieren und irisieren ebenso wie die Farben der Holzobjekte. Der Künstler selbst nennt seine Werke „Denkprozesse mittels des Pinsels“ oder einen „permanenten Dialog der Farbschichten untereinander“.

Alles in allem scheint sich die farbliche Konzentration und Verdichtung auf das betrachtende Publikum zu übertragen, was eine durchaus wünschenswerte Wirkung wäre. Auf jeden Fall fordert der Künstler so einiges an Einlassung vom Publikum, man kann seine Kunst als außergewöhnlich bezeichnen. Andreas Keil hat seine Arbeiten bisher in Wien, Berlin, Melbourne oder Köln gezeigt und erhielt Preise etwa vom Kunstwerk und vom NRW Kultursekretariat. Er studierte 1992 bis 1998 Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, und lebt heute in Köln. Zudem kuratiert er den Kunstraum K634 in einem Gartenhaus in der Schrebergartenanlage Flora in Köln und zeigt seit 2013 pro Jahr drei bis vier Ausstellungen mit nationalen und internationalen Künstlern mit dem Schwerpunkt abstrakte Malerei.

Die Ausstellung

„Andreas Keil: Mehr Farbe“, Kaiserslautern, Kunstraum Westpfalz, Pirmasenser Straße 6, zu sehen in den kommenden Wochen samstags von 11 bis 13 Uhr.

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