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Gerettet: Die Glocke auf dem Vereinsheim in Fockenberg-Limbach läutet wieder.
Gerettet: Die Glocke auf dem Vereinsheim in Fockenberg-Limbach läutet wieder.

«Fockenberg-Limbach.»Nach monatelanger Pause erklingt seit Februar wieder die Glocke auf dem Dach des Vereinsheimes in Fockenberg-Limbach. Dass sie wieder zu hören ist, ist auch den Spendern aus dem Ortsteil und der Gemeinde Reichenbach-Steegen zu verdanken. Mit einer beträchtlichen Geldsumme finanzierten sie fast die Hälfte der Reparaturkosten. Ein Zeichen dafür, wie stark das Glockengeläut im Alltag der Bürger verankert ist.

„Es hat mich sehr gerührt und stolz gemacht“, erzählt Erhard Helfenstein. Der Ortsvorsteher von Fockenberg-Limbach freut sich über die Spenden in Höhe von 1750 Euro, die für die Glocke auf dem Dach des Vereinsheims zusammenkamen. Sie verringerten den Anteil, den die Ortsgemeinde für die Reparatur der Dorfglocke aufbringen musste, auf rund 2250 Euro. In der großen Bereitschaft, sich dafür einzusetzen, sieht er eine Wertschätzung der Bevölkerung für das Läuten, das dem Tag Struktur gibt und von Trauerfällen berichtet. Das zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Schulhaus erbaute Vereinsheim ist Dreh- und Angelpunkt des dörflichen Lebens. Hier kommen die Menschen zusammen, Vereine halten ihre Gruppenstunden ab und bei Veranstaltungen wird im Innen- und Außenbereich gefeiert. Für die Bewohner war es undenkbar, dass die Glocke, die seit 1951 täglich um 11 Uhr, bei Sterbefällen und vor der Beerdigung erklang, dauerhaft schweigen sollte. Zehn Monate lang war dies der Fall. Im April 2017 war sie stillgelegt worden, nachdem eine Fachfirma aus dem Badischen festgestellt hatte, dass einer der beiden Jochböden und der Klöppel defekt waren. Eine aufwendige Reparatur erfolgte, in deren Zuge zunächst ein zu leichter Klöppel installiert wurde, der nicht wirklich in Schwingung gebracht werden konnte. Hier wurde die örtliche Schlosserei Schmidt aktiv, ohne einen Arbeitslohn zu berechnen. „Die Glocke ist ein Stück Kultur, dazu gehört auch das Läuten zu bestimmten Anlässen“, spricht Felix Held das aus, was viele der Spender empfinden. Er selbst gehört zu den „Appelfreunden“, einem losen Zusammenschluss von Männern, die auf Märkten vorgeführt haben, wie ehemals Apfelsaft mit historischen Geräten gepresst wurde. Sie hätten sich untereinander abgestimmt und beschlossen, 500 Euro beizusteuern. Christa Schmidt ist Mitglied des Gesang- und Schützenvereins 1911, der im alten Schulsaal im Erdgeschoss zusammenkommt. „Glocke in Not“ hieß der Aufruf, den die Gemeinschaft gestartet hat. Ein Schlachtfest und die Präsenz beim Weihnachtsmarkt in Reichenbach-Steegen füllten die Spendenboxen. Auch wurde mit der Büchse in der Hand an den Türen der Dorfbewohner angeklopft und andere Vereine wurden mobilisiert. Durch dieses „Geklapper“ konnte bei der Weihnachtsfeier eine stolze Summe von mehr als 420 Euro überreicht werden. Für diesen Anlass ließ sich der Albersbacher Heimatverein etwas Besonderes einfallen: Er entsandte einen verkleideten Weihnachtsmann und einen Nikolaus, um die gesammelten 300 Euro zu überreichen. „Unser Motto ist ja die Kulturpflege und das Wahren von Bräuchen. Mit unserer Spende wollten wir das Vorhaben unterstützen“, nennt Stefanie Rheinheimer den Grund, sich für die Glocke in dem anderen Reichenbach-Steegener Ortsteil einzusetzen. „Das 11-Uhr-Läuten hat gefehlt“, merkt Angelika Leßmeister vom Förderkreis Heimatpflege, der die Kasse um 350 gefüllt hat, an. Anja Messemer-Kreutz ergänzt als Vertreterin der katholischen Kirchengemeinde Maria Lichtmess aus Reichenbach-Steegen: „Auch das Totengeläut ist wichtig. Wenn es in Fockenberg-Limbach erklingt, können wir es in Reichenbach-Steegen hören.“ Aus diesem Grund widmete die Kirchengemeinde knapp 80 Euro aus der Kollekte des ökumenischen Kerwegottesdienstes diesem Zweck. Mit dem Glockengeläut, das seit Februar wieder zu hören ist, ist ein Stück Beständigkeit ins Dorfleben zurückgekehrt. Wenngleich Helfenstein noch immer erstaunt über die zusammengetragene Summe von 1750 Euro ist, denn auch die Fröhlichen Pfälzer, ein Männerclub des Ortsteils, steuerten 100 Euro bei. Er sieht darin ein Zeichen der Wertschätzung für die Glocke, aber auch noch mehr. „Dass sich die Menschen so einbringen, zeigt den Zusammenhalt und den Gemeinschaftssinn. Das macht es umso schöner.“ Die Serie Zum christlich geprägten Abendland gehört das Glockenläuten dazu. Aber auch an Profanbauten sind die Instrumente zu finden. In der Serie „Klinget, ihr Glocken“ stellen wir Glocken und Menschen vor, die mit ihnen zu tun haben.

Spendabel: Dass viele Gruppen aus der Gemeinde Geld für die Glocke gesammelt haben, zeigt die Wertschätzung für das Geläut.
Spendabel: Dass viele Gruppen aus der Gemeinde Geld für die Glocke gesammelt haben, zeigt die Wertschätzung für das Geläut.
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