Boxen RHEINPFALZ Plus Artikel 17-jähriger FCK-Kämpfer Tobias Schneider landet ersten Sieg im Ring

Der elfjährige Dennis Zhirnov vom 1. FCK (rechts) gewinnt gegen Maxim Miller nach drei Runden.
Der elfjährige Dennis Zhirnov vom 1. FCK (rechts) gewinnt gegen Maxim Miller nach drei Runden.

Mancher Boxer von Olympia Ramstein reist allerdings vergeblich zur Pirmasenser Boxnacht an: Für vier nominiert gibt es keine Gegner. Das ist aber nicht ungewöhnlich.

Der Knoten ist geplatzt: FCK-Boxer Tobias Schneider hat nach vier Niederlagen in vier Kämpfen in der Pirmasenser Wasgauhalle am Samstag einen ersten Sieg erboxt – und das eindrucksvoll. Diego Danny Beer vom Boxclub Olympia Ramstein verteidigt seine weiße Weste mit einem Punktsieg im fünften Kampf. Viele der angereisten Lauterer und Ramsteiner müssen sich aufs Zusehen beschränken, weil es für sie keine Gegner gibt.

„Ich habe bisher alle Kämpfe verloren, aber wenigstens bin ich nicht k.o. gegangen“, stellt der 17-jährige Tobias Schneider aus Kaiserslautern-Einsiedlerhof vor seinem fünften Kampf vor rund 600 Zuschauern fest. Von den 28 Kämpfen ist er um 21.04 Uhr im 23. Kampf dran. Jugendtrainerin Samanda Williams klopft ihm aufmunternd auf die Schulter. Die 38-jährige US-Amerikanerin ist Nachwuchstrainerin beim FCK.

Hawaiianische Meisterin als FCK-Trainerin

Sie kennt sich aus: Auf Hawaii hat sie nicht gesurft, sondern geboxt – und das erfolgreich. Zweifache hawaiianische Boxmeisterin im Schwergewicht 2018 und 2019 ist sie. Inzwischen lebt sie mit ihrer Familie in Kaiserslautern. Als Coach fungieren auch Oleg Zamanov und Daniel Zhirnov. Sie haben Schneider gut eingestellt. So gut, dass er seinen Gegner, Roman Evmenenko von der KG Boxen Saarlouis, zum Aufgeben in Runde zwei zwingt. Die Saarlouiser Trainer werfen das Handtuch. Schneider ist die Erleichterung anzusehen. „Tobias hat heute alles gezeigt, was in ihm steckt“, attestiert Williams.

Premiere feiert der elfjährige Dennis Zhirnov vom 1. FCK: Der Fünftklässler der Bertha-von Suttner-IGS in Kaiserslautern boxt seit einigen Jahren und gewinnt trotz großer Aufregung vor dem Debüt recht deutlich gegen Maxim Miller vom TuS Aschaffenburg. Die Kombinationen sind es, die den Unterschied machen. „Mein Bruder Daniel hat auch geboxt und hat mich vor einigen Jahren mal ins Training mitgenommen, seither boxe ich auch“, sagt Zhirnov und fügt hinzu: „Mein Vorbild ist Mike Tyson.“ Ricardo Fernandes da Silva vom 1. FCK gewinnt in drei Runden nach Punkten gegen Dario Kovacic vom Boxclub Frankenthal.

Miron Zamanov als Erster vor 600 Zuschauern dran

Eine Premiere in doppelter Hinsicht ist es auch für Miron Zamanov. Der Neunjährige bestreitet einen Freundschaftskampf und das als allererster Boxer vor 600 Zuschauern. Papa und Trainer in Personalunion Oleg beobachtet das Geschehen im Ring gegen den Pirmasenser Artem Lukianchenko gebannt. Nach drei Runden haben beide Kontrahenten Grund zur Freude, denn Sieger sind beide.

„Wir sind mit fünf Boxern angereist, vier müssen sich aufs Zusehen beschränken“, stellt Daniel Sicius, Trainer der Boxstaffel von Olympia Ramstein, enttäuscht fest. Der Grund liegt darin, dass es für die vier Nominierten keine Gegner gibt. Erfahren haben sie das erst nach der Anreise. „Das ist relativ normal bei Boxen“, stellt Sicius allerdings fest. Betroffen ist auch Nico Frank. Der 20-jährige Polizeikommissar-Anwärter hatte nach einem Nachtdienst von Freitag auf Samstag zwar nur wenig Schlaf, will aber unbedingt in den Ring. „Wird nichts, kein Gegner da“, stellt der Haschbacher (Landkreis Kusel) nach Begutachtung der Kampfpaarungen fest und merkt an: „Gut vorbereitet war ich.“

Diego Danny Beers neue Bilanz: fünf Siege

Als einziger Ramsteiner steht Diego Danny Beer im Ring. Der Gegner des 16-Jährigen ist Laith Almuhanna vom 1. WABC Wiesbaden. Beer ist der Favorit, obwohl er erst seit wenigen Jahren boxt. Auf Anhieb wurde er im vergangenen Jahr Südwestdeutscher Meister. Seine Kampfbilanz vor der Begegnung: vier Kämpfe, vier Siege. Die Bilanz jetzt: fünf Kämpfe, fünf Siege.

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