Eisenberg
Wie die Firma Mawacon mit dem Breitbandausbau vorankommt
Dzevad Corhamzic, Gründer und Geschäftsführer der Tiefbaufirma Mawa-Bau und des Providers Mawacon, schaut auf das bereits von seinen Unternehmen in der Region verlegte Glasfaserkabel und sagt zufrieden: „Es läuft gut.“ Das glaubt man gern, hat er doch eine Holding SE (Societas Europaea) eintragen lassen. Diese europäische Aktiengesellschaft mit Sitz im niedersächsischen Lauenau und einem Stammkapital von 120.000 Euro ermöglicht, in der EU mit einem einheitlichen Regelwerk geschäftlich tätig zu werden.
Im Mai 2022 ging es in Wattenheim mit dem ersten Spatenstich los und seither sind schon etliche Kommunen im Leiningerland mit schnellem Internet versorgt. Im Juli 2023 startete Mawa auch in Eisenberg. Sogleich eröffnete das Unternehmen am Marktplatz seinen ersten Shop, wo die Bürger sich persönlich beraten lassen können. Vor sechs Monaten kam einer in Winnweiler dazu, wo Mawa in allen 13 Ortschaften der VG Glasfaser verlegt. Es folgt ein Lädchen in Weilerbach (Landkreis Kaiserslautern), dem Verwaltungssitz für acht Dörfer, die Mawa ausbaut. „Der nächste Shop ist in Haßloch geplant“, erklärt der Geschäftsführer.
Nur sechs Monate Tiefbau
In Eisenberg sei der Tiefbau in nur sechs Monaten bewältigt worden, erzählt er stolz. „Es fehlen nur noch ein paar Asphaltarbeiten und Kleinigkeiten wie Querungen“, so der 44-Jährige. Helmut Zurowski, der ehemalige Technische Leiter der Verbandsgemeindewerke, der von der VG aus seinem Rentendasein heraus als Kontrolleur engagiert wurde, bestätigt: „Mawa hat mit hohem Personalaufwand enorm schnell gearbeitet.“ Die Deutsche Glasfaser (DG), die zuerst in Eisenberg zugange war, habe sich dann relativ schnell zurückgezogen.
Mawa engagiere oft osteuropäische Subunternehmen. „Die Erfahrung mit denen ist überwiegend positiv, aber es gibt darunter auch welche, die die Qualität unserer Baustandards vermissen lassen“, berichtet Zurowski. Das Gute sei: Die Kommunikation auf verschiedenen Kanälen klappe recht gut, das Mawa-Personal sei bestrebt, alles zur Zufriedenheit zu regeln. Man könne auch mit dem Geschäftsführer persönlich reden. Dieser bemühe sich sehr, Missstände umgehend abzustellen. „Herr Corhamzic hat in meinem Beisein mit den Subfirmen geschimpft und auch mal das eine oder andere Unternehmen ausgetauscht“, erzählt Zurowski.
Subfirmen aus Kroatien
Corhamzic erläutert sein Konzept: Bei der Mawa-Bau habe er nach wie vor rund 100 Mitarbeiter, die er mit den diffizileren Aufgaben betraut. Für den klassischen Tiefbau setze er oft ganze Familienclans aus Kroatien ein. Wenn diese sich bewähren, gründen sie eigene Firmen und arbeiten als Subunternehmer für ihn.
Laut Zurowski halten sich die Beschwerden über die Bauarbeiten in Grenzen – etwa drei bis vier Prozent der Eisenberger Haushalte hätten etwas zu beanstanden. Wenn etwa Löcher ewig offen blieben, sei das nicht okay. In Einzelfällen gebe es solche Stellen, und er müsse x-mal nachhaken, sagt er. „Teilweise werden aber auch unberechtigte Forderungen erhoben“, erzählt der Bauingenieur von Behauptungen, die sich dank der zuvor gedrehten Videos zur Beweissicherung widerlegen lassen. Bei einer angeblich im Zuge des Breitbandausbaus abgeschlagenen Hausecke habe man sogar auf Google Streetview sehen können, dass diese Beschädigung schon vorher existierte.
Kitas gerade angeschlossen
In der VG Eisenberg, die circa 5500 Haushalte umfasst, liegt das Hauptaugenmerk von Mawa momentan auf den Glasfaseranschlüssen in den Gebäuden. „Da sind wir mit großem Tempo dran“, sagt Projektleiter Dzevad Topic. „Die Kitas haben wir gerade gemacht.“ In der Stadt seien bereits deutlich mehr als 1000 Kunden unter Vertrag, so Corhamzic, und täglich würden es mehr. So langsam fassten die Menschen Vertrauen, die nach dem Debakel mit DG und Inexio verunsichert gewesen seien. Bis Jahresende werden alle Kunden Licht haben, wie er verspricht.
In Steinborn habe man gerade den Tiefbau beendet, im kleinen Burgdörfchen Stauf seien die Bagger schon vor Längerem abgezogen. Seit rund drei Monaten fertig sei Mawa in Kerzenheim, im Ortsteil Rosenthal hätten seine Leute kürzlich den letzten Kunden das Glasfaserkabel in die Wohnung gelegt, sagt Corhamzic. Dabei wird der hauchdünne Lichtwellenleiter mit einer speziellen Maschine durch das verbuddelte Leerrohre geblasen. Je nach Lage des Anwesens sind laut Topic etwa 100 bis 500 Meter zu überwinden.
Täglich sechs bis sieben Anschlüsse
Aber anders als zuvor, als die „letzte Meile“ der Datenautobahn noch über das Telefon-Kupferkabel bewältigt werden musste, spielt die Entfernung keine Rolle, weil es bei Glasfaser keine Übertragungsverluste gibt. „Pro Kolonne, die immer aus zwei Personen besteht, schaffen wir täglich sechs bis sieben Anschlüsse“, berichtet Topic. Der eine sei am und im Gebäude beschäftigt, während der andere am Netzverteiler sei.
In den Sommerferien ist Mawacon in Ramsen ein wenig ausgebremst worden. Corhamzic erzählt von schwierigen Terminabsprachen mit den Kunden, weil viele Hauseigentümer in Urlaub gewesen seien. Inzwischen klappe es wieder besser. „Mitte September würden wir hier gern fertig sein“, nennt er ein Ziel. Zurowski sagt, dass beim Ripperterhof noch der Anschluss fehle.
Genehmigungen dauern
Topic berichtet von anderen Herausforderungen: „Teilweise müssen wir sehr lange auf Genehmigungen warten.“ Zurowski dagegen findet, dass Aufbrüche von Straßen oder Gehwegen häufig zu großzügig zugelassen werden. „Dann bleiben die Gräben wochenlang lediglich provisorisch mit Schotter verfüllt und die Anwohner monieren das“, sagt er.
Es geht aber auch zum Beispiel um eine Vollsperrung, wie Topic erläutert. Monatelang habe es sich bei der Staufer Straße in der Eisenberger Innenstadt hingezogen, bis der behördliche Segen kam. Da es sich dabei um eine wichtige Trasse für Mawacon handele, die Straße aber sehr schmal sei, habe es keine Alternative gegeben, sagt der Projektleiter.