Carlsberg / Frankenthal
Waldbrand am Schullandheim: 30 Kinder weichen zu Naturfreunden aus
Eine Lehrerin bemerkte als erste den Brandgeruch und schlug Alarm, berichtet die Schullandheim-Chefin Anna-Maria Klemm. Die Leiterin der von der Stadt Frankenthal betriebenen Herberge wählte daraufhin den Notruf – und schaute aus dem Dachfenster. Die von dort aus zu sehenden Rauchwolken kamen ihr durchaus bedrohlich vor. Also räumten ihre Gäste vorsichtshalber das Gebäude: 30 Schulkinder und zwei Lehrkräfte fanden einstweilen Unterschlupf im nahen Naturfreundehaus.
Angerückt sind nach Angaben des Leiningerland-Wehrleiters Markus Ittel dann die Wehren aus Altleiningen, Carlsberg und Hettenleidelheim – mit etwa 40 Freiwilligen und zwölf Fahrzeugen. Zu löschen hatten sie ein etwa 700 Quadratmeter großes Areal in Richtung alter Schießplatz. Um Wasser dorthin zu schaffen, rotierten Tanklöschfahrzeuge im Pendelverkehr. Hilfreich war für die Wehrleute, dass sie die in Altleiningen stationierte Kreis-Feuerwehrdrohne hinzuziehen konnten.
Einsatz gegen 20 Uhr beendet
Denn mit deren Hilfe lassen sich aus der Luft Glutnester erspähen und die Einsatzkräfte am Boden zielgerichtet an die richtigen Stellen lotsen. Gegen 20 Uhr konnten die Wehren ihren Einsatz beenden, Ittel resümiert: Eine akute Gefahr fürs Schullandheim bestand zu keinem Zeitpunkt, dafür waren die Flammen zu weit entfernt. Stellung genommen hat aber auch die Polizei. Denn sie muss beurteilen, ob es einen menschlichen Verursacher geben könnte und daher wegen Brandstiftung ermittelt wird.
Die Beamten lassen erkennen: Ihnen ist etwas aufgefallen, was unter anderen Umständen tatsächlich in diese Richtung deuten könnte. Denn gelodert hatten die Flammen auf zwei unterschiedlichen, aber nahe beieinander liegenden Flächen. Doch die Ermittler sagen: An der zweiten Stelle ist das Feuer diesmal aufgeflammt, weil der Wind von der ersten Brandstelle aus Funken dorthin geweht hatte. Und für die erste Brandstelle gilt: Dort „kann eine Selbstentzündung nicht ausgeschlossen werden“.