Grünstadt Von Europa bis zum Mond

Vortrag: über Philipp Fauths Leben und Werk.
Vortrag: über Philipp Fauths Leben und Werk.

Aufmerksame Beobachter werden beim Betrachten des Halbjahresprogramms des Dürkheimer Kulturbüros eine kleine Überraschung erleben. Am 22. Februar (19.30 Uhr, Haus Catoir) steht ein Vortrag des Friedelsheimer Jürgen Boudier über den aus Dürkheim stammenden Mondforscher Philipp Fauth (1867 bis 1941) an. Fauth-Kenner Boudier hatte bereits anlässlich des 150. Geburtstages 2017 einen Vortrag über Fauths Wirken halten wollen. Kulturdezernentin Heidi Langensiepen hatte damals ihre Zustimmung für die Nutzung der städtischen Räumlichkeiten verweigert. Hintergrund war die damalige Debatte über die Nazivergangenheit des Forschers, der der SS-Forschungseinrichtung „Ahnenerbe“ nahestand. Langensiepen sagt heute, sie habe Missverständnissen vorbeugen wollen. Sie stehe zur damaligen Entscheidung, inzwischen aber sei ausführlich seitens Stadt und Presse recherchiert worden, es gebe jetzt eine genauere Beschreibung von Fauths Leben, eine Einordnung. „Solange die Sache nicht geklärt war“, sei es richtig gewesen, so zu verfahren. Jetzt hätten sich „die Wogen geglättet“. Neu ist in diesem Jahr die Aufmachung des Programmes. Gab es in den vergangenen Jahren stets ein Heft mit den aufs Kulturmotto bezogenen Veranstaltungen fürs ganze Jahr und ein auf zwei Monate begrenztes Faltblatt mit Kultur- und Festveranstaltungen, ist ab diesem Jahr beides abgeschafft. Ein Halbjahresheft mit allen Kulturveranstaltungen soll für einen guten Überblick und mehr Aktualität sorgen. Der Titel: „Was Wer Wo Wann“. 4000 Exemplare gibt es. Zu finden ist es im Bürgerbüro, in der Bücherei oder in der Touristinfo. Wie bisher gibt es ein Kinderheft im „Pixie“-Format fürs ganze Jahr. Dort finden sich unter anderem alle Kindertheater-Termine. Das Motto „Bad Dürkheim mitten in Europa“ wird im Amtsblatt durch die monatlichen Kolumnen von Matthias Nathal begleitet. Im ersten Halbjahr konzentriert sich der Mitarbeiter des Dürkheimer Stadtarchivs auf die Geschichte. Da gibt es genug zu erzählen, findet das Kulturbüro. Zum Beispiel über die Benediktinermönche auf der Limburg als frühe „europäische Netzwerker“ oder das Haus Leiningen, „ein europäisches Adelsgeschlecht mit Dürkheimer Wurzeln“. Erwachsene Leser werden im Literaturgesprächskreis in diesem Jahr ihren Schwerpunkt auf europäische Literatur legen. Lesungen gibt es mit Sachbuchautorin Petra Nabinger am 8. März und Schriftsteller Markus Orth, 3. Mai, in der Stadtbücherei. Es werden ein „Tag der Poesie“ am 21. März und ein Literaturmitmachabend am 19. April veranstaltet. Jüngere Literaturfreunde, zwischen drei und fünf Jahren, können einmal im Monat in der Stadtbücherei Vorlesegeschichten lauschen, für Kinder im Grundschulalter gibt es ebenfalls eine monatliche Vorlesestunde, für die Eltern ihre Kinder unbedingt anmelden sollten, so Langensiepen. Das Gleiche gilt für die „Lange Lesenacht“ am Freitag, 9. März (Anmeldung: 06322/935 402). Wer lieber Filme schaut, kommt einmal im Monat beim Angebot des Mobilen Kinos auf seine Kosten, das allerdings im Februar ausfällt. Laut Hans Dreyer, der als Nachfolger von Christine Schneider-Joseph das Kulturbüro leitet, steht noch nicht fest, ob es in diesem Jahr wieder ein Sommerkino auf der Limburg geben wird. Die Kleinkunst ist mit leichten Schwierigkeiten ins Jahr gestartet. Kabarettist Holger Paetz hatte eine hartnäckige Virusinfektion erwischt, sein Jahresrückblick wurde erst verschoben und dann gestrichen. Weitere Künstler aus der Reihe „Mund Stück Werk“ sind dem Dürkheimer Publikum schon von vergangenen Auftritten bekannt. Langensiepen hebt dabei Gitarrist Stefan Kahne hervor, der am Ostersonntag mit 1990er-Jahre-Hit-Schreiber Nosie Katzmann, der mittlerweile in Battenberg lebt, in der Cha Cha Bar auftritt. „Wir sind stolz darauf, dass er an unserer Musikschule unterrichtet“, sagt die Kulturdezernentin über den Musiker Kahne, der es neben seiner künstlerischen Arbeit verstehe, Kinder und Jugendliche zu begeistern. Junge Musiker haben in Bad Dürkheim im ersten Halbjahr mehrfach die Möglichkeit, ihr Können zu beweisen. Sei es bei der Klaviernacht am 15. Juni (18 Uhr, Haus Catoir), beim Frühjahrskonzert der Musikschule am 6. Mai (11 Uhr, Haus Catoir), dem Abschlusskonzert der Orchestertage am 7. April (17 Uhr, Burgkirche) oder beim Rockkonzert am 16. März (18 Uhr, Dürkheimer Haus) unter der Leitung von Andreas Seibert und Stefan Kahne. Wer es eher klassisch mag, kommt bei den Konzerten der Pfälzischen Musikgesellschaft auf seine Kosten. Das erste steht am 25. Februar (17 Uhr, Haus Catoir) an. Das Klavierduo Christine und Stephan Rahn spielt Werke von Bach und Reger. Viel Bezug zum Motto ist bei einer Ausstellung der Carl-Orff-Realschüler zu erwarten. Sie zeigen im April Bilder zum Thema Heimat, Identität und Vielfalt. Bei „Europa in Zahlen“ wollen die Dozenten der Musikschule ein spielerisches Würfelspiel mit Musik aus ganz Europa kombinieren. Ganz automatisch unter dem Motto Europa steht das Partnerstädtekonzert zum Stadtfest am 12. Mai (18 Uhr, Ludwigskirche) mit dem Chor aus der französischen Partnerstadt. Und der Museumstag einen Tag später im Kulturzentrum Haus Catoir steht unter dem Motto „Die Kelten – frühe Europäer“. Erneut gemeinsam feiern (17. Juni) wird in diesem Jahr die kulturelle Wohngemeinschaft im Haus Catoir.

Konzert: Die Pfälzische Musikgesellschaft bietet eine Reihe anspruchsvoller Musikabende an. Den Anfang machen Stephan und Christ
Konzert: Die Pfälzische Musikgesellschaft bietet eine Reihe anspruchsvoller Musikabende an. Den Anfang machen Stephan und Christine Rahn.
Rock: An Ostern spielen Nosie Katzmann und Stefan Kahne in der Cha Cha Bar.
Rock: An Ostern spielen Nosie Katzmann und Stefan Kahne in der Cha Cha Bar.
Gemeinschaftsprojekt: Beim Partnerstädtekonzert singen die französischen Freunde mit.
Gemeinschaftsprojekt: Beim Partnerstädtekonzert singen die französischen Freunde mit.
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