Leiningerland Viel Hilfe aus dem Leiningerland für die Menschen im Ahrtal
Die Bockenheimer waren seit jenen verhängnisvollen Juli-Tagen schon öfter an der Ahr, um dort zu helfen. Nun waren sie wieder dort – und brachten Geld und Sachspenden mit: Die beiden Komitees der Partnerschaftsgemeinden Bockenheim und Grandvilliers/Frankreich haben den Wehrleuten in Dernau mit dem Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Bockenheim-Kindenheim einen Scheck über 6000 Euro für die Opfer der Flutkatastrophe überreicht. Zusätzlich kommen Sachspenden im Wert von 5000 Euro hinzu – sie sind für die Dernauer Kameraden und deren zerstörtes Feuerwehrgerätehaus gedacht.
Die Feuerwehr Bockenheim-Kindenheim steht seit der ersten Nacht nach der Katastrophe in engem Kontakt mit der Feuerwehr in Dernau. Bei der Fahrt ins Ahrtal mitgereist sind Vertreter der Jumelage Bockenheim-Grandvilliers, die seit fast 40 Jahren besteht. Wolfgang Häfner, Mitglied der Delegation, berichtet, dass den französischen Freunden die Überflutung im Ahrtal sehr nahe gegangen sei. Der Bürgermeister von Grandvilliers, Jacques Larcher, und die Präsidentin der Partnerschaft, Sandrine Billion-Rey, seien sich schnell darüber einig gewesen, dass in einer solchen Situation alle helfen müssten – die französischen Familien spendeten 4450 Euro. Bockenheimer Familien und die Burschenschaft Bockenheim stockten den Betrag dann auf 6000 Euro auf.
Sachspenden in Höhe von 5000 Euro
Zu den Sachspenden im Wert von 5000 Euro gehören eine komplette Schaltschrank-Ausrüstung für die Stromverteilung für das zerstörte Feuerwehrgerätehaus in Dernau, Kleingeräte, Elektrowerkzeug, Smartboard, Möbel, Tische und Stühle für den Schulungsraum der Feuerwehr. „Alles Dinge, die die Dernauer Wehr dringend benötigt“, weiß der Bockenheimer Partnerschaftspräsident Wieland Benß, der sich über die Anteilnahme der Franzosen freute.
„Pierre Sebastian und Valentin Dismon von der Feuerwehr Dernau haben uns versichert, dass das Geld direkt den Kollegen übergeben wird und sicherlich so kurz vor Weihnachten gut tut“, berichtete Benß. Laut Benß habe es bei dem Treffen kritische Stimmen dahingehend gegeben, dass der Verwaltungsaufwand in Sachen schnelle finanzielle Unterstützung ziemlich hoch sei. Es sei viel Unverständnis dafür da, wie lange in Deutschland die Wege sind, bis Geld bei den Hilfsbedürftigen ankommt.
Praktische Hilfe
Praktische Hilfe haben auch Pfälzer Firmen bei der Initiative „Zusammen was bewegen“ in Altenburg/Ahr geleistet, darunter die Wagner GmbH Grünstadt mit Geschäftsführer Alexander und Hansjörg Wagner. „Die Böden vieler früherer Gartenflächen sind fortgeschwemmt oder wurden verseucht und mussten abgetragen werden“, teilen sie nach der Aktion mit. Es fehle fast überall an gutem Boden und Kompost. Durch die Neuanlage von Nutz- und Ziergärten an Privathäusern soll beim Wiederaufbau neues Leben entstehen – und so wieder Normalität ermöglicht werden. Spenden von über 80 Privatpersonen und 13 Unternehmen aus der Pfalz sowie von Pflanzengroßhändlern aus Holland hätten es ermöglicht, etwa 150 Bäume, 350 Sträucher, 300 Stauden und 11.000 Blumenzwiebeln zu setzen. Mit dabei waren Mitarbeiter der Gartenbaubetriebe Günter Steiger und Michael Gerland (beide Haßloch) und Thomas Elsässer (Heßheim) sowie viele weitere Helfer.
Es wurden über 250 Kubikmeter Oberbodensubstrat als Pflanzerde ins Ahrtal angeliefert. „Die Firma Wagner, Containerdienst und Betreiber der Kompostanlage Frankenthal, leistete unter anderem mit zwei großen Lastwagen im Dauereinsatz unentgeltlich die Zufuhr des Oberbodensubstrates und spendete zudem zwei Lkw-Ladungen hochwertigen Frankenthaler Grüngut-Kompost für die große Pflanzaktion“, heißt es in einer Mitteilung. Ebenfalls am Start war die Firma Joho aus Lachen-Speyerdorf, die Mutterbodenkompost anlieferte. Insgesamt waren sechs Lastwagen, drei Bagger, zwei Radlader und rund 28 Kräfte aus der gesamten Vorderpfalz im Einsatz.
Spender werden gezeichnet
Und auch bei Holger Faber aus Hettenleidelheim gibt es Neues, er sammelte Spenden für das Hochwasser-Spendenkonto des Kreises Ahrweiler und zeichnete die Spender. Privatperson gaben mindestens 35 Euro, Firmen mindestens 100 Euro. „Der Care-Toon für Ahrweiler ist abgeschlossen und ein echtes Wimmelbild geworden“, teilt der Cartoonist Faber nun mit. In Zahlen heißt das: 3728 Euro an Spenden, 63 Menschen als Cartoons, sechs Hunde, jeweils eine Schildkröte und eine Katze sowie ein Kaninchen, fünf Firmen, sieben Geburtstagscartoons, Cartoons aus dem Leiningerland, Walldorf, Stuttgart, Mannheim, Starnberg und Alzey ... Das finale Bild findet sich unter www.care-toon.de. Faber sagt: „Ich glaube, das hat dann am Ende doch einiges an Positivem gebracht – und einige Menschen zum Lächeln gebracht.“
Die Erzeugerorganisation Kirchheim, ein Zusammenschluss von Winzern, hat ebenfalls gespendet – und zwar für Berufskollegen von der Ahr: 3000 Euro sind an das Spendenkonto „Starkregen“ des Bäuerlichen Hilfsfonds überwiesen worden. Die Weltachs Weinkellerei von Dirk Mäurer aus Großkarlbach hat zudem noch 3000 Euro gegeben – und zwar für den Verein „Ahr – A wineregion needs help for Rebuilding“.