Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel SV Obersülzen verliert Entscheidungsspiel um Klassenverbleib

Jan Gaschott (rechts, SV Obersülzen) im Zweikampf mit Schaidts Chouaib Bouchber.
Jan Gaschott (rechts, SV Obersülzen) im Zweikampf mit Schaidts Chouaib Bouchber.

Der SV Obersülzen muss nach einer Saison wieder aus der Bezirksliga absteigen. Im Entscheidungsspiel gegen den TuS Schaidt verliert der SVO verdient. Trainer Sascha Gerber erlebt ein Novum.

Vor 420 Fans an der Mechtersheimer Kirschenallee setzte sich der TuS 08 Schaidt im Entscheidungsspiel um den sechsten Absteiger aus der Bezirksliga Vorderpfalz mit 2:1 (0:0) gegen den SV Obersülzen durch. Beide Teams waren im vergangenen Sommer gemeinsam aufgestiegen. Die Südpfälzer gehen nun in ihr zweites Jahr, die Schwarz-Gelben aus dem Landkreis Dürkheim müssen nach nur einem Jahr den bitteren Gang zurück in die A-Klasse antreten.

Beim gemeinsamen Spaziergang mit der Mannschaft vor dem Spiel meinte SVO-Coach Sascha Gerber nachdenklich: „Mehrere Spieler haben Fieber, Marc Weber hat sich am Sonntag verletzt.“ Seine Skepsis war spätestens angebracht, als nach 20 Minuten Toptorjäger Dominic Gerber trotz Spritze wegen Leistenproblemen vom Feld musste. Auch wenn es in der achtminütigen Nachspielzeit nochmals spannend und hektisch wurde: Der Sieg der Schaidter geht völlig in Ordnung, sie waren über weite Strecken der Partie die deutlich aktivere Mannschaft und erarbeiteten sich ein deutliches Chancenplus.

Anfangs ausgeglichen

Nach ausgeglichenen Anfangsminuten verlagerte sich das Geschehen zunehmend in die Hälfte des SVO. Nach einer Viertelstunde klärte Ricardo Oetken einen Kopfball von Adnan Rrahmani kurz vor der Linie, zwei Minuten später entschärfte sein Keeper Joshua Mayer einen weiteren Kopfball von Schaidts spielendem Cotrainer Enver Söylemez. Ein Distanzschuss von Timm Vögtle rauschte knapp über die Latte (28.), kurz darauf traf Evan Schiehl aus halblinker Position nur das Außennetz. In der 35. Minute hätte Obersülzens Kapitän Torben Sachse den Spielverlauf auf den Kopf stellen können, doch seinen tückisch aufsetzenden Diagonalschuss lenkte TuS-Torhüter Marcel Züchel noch um den Pfosten. Rrahmani traf auf der anderen Seite per Kopf nur Aluminium.

Das torlose Remis zur Pause war für die Elf aus dem Leiningerland spätestens schmeichelhaft, als der souveräne Referee Carsten Gassmann (FV Hanhofen) einem Vögtle-Treffer wegen knapper Abseitsstellung die Anerkennung verweigerte. In der 56. Minute fiel das überfällige 1:0 für den Klub vom Viehstrich. Evan Schiehl verwertete eine Rechtsflanke von Innenverteidiger Anthony Leonhard mit einem wuchtigen und unhaltbaren Kopfball. Danach suchten die Obersülzener konsequenter den Weg nach vorne und gestalteten die Partie nun offen. In ihrer stärksten Phase fiel fast der Ausgleich. Ein Kopfball von Joker Franco Schmahl landete am Pfosten, der folgende Freistoß aus zehn Metern von Tobias Neumes wurde von der komplett auf der Linie postierten Schaidter Elf geblockt.

Anschlusstreffer zu spät

Das 2:0 durch Söylemez (74.) war eine Kopie des ersten Treffers, die Vorbereitung kam vom ganz starken Philippe Buschmann per Maßflanke von der linken Eckfahne. Vier Minuten vor Schluss lief Kapitän Torben Sachse alleine auf das Schaidter Tor zu und scheiterte am herausgeeilten Züchel, ein Schuss wäre wohl klüger gewesen. Der Anschlusstreffer des eingewechselten Marvin Ulrich nach Zuspiel von Florian Limpert in der 90. Minute fiel letztlich zu spät. Der scheidende TuS-Trainer Ersan Ucal meinte überglücklich: „Eine nervenaufreibende und anstrengende Spielzeit haben wir heute mit Bravour zu Ende gebracht. Ich kann vor dem Kampfgeist und der Leidenschaft der Jungs nur den Hut ziehen.“ Der 45-Jährige bleibt damit auch nach rund zehn Entscheidungs- und Aufstiegsspielen ungeschlagen.

Eine andere Serie endete, SVO-Trainer Sascha Gerber ist erstmals in einem Vierteljahrhundert als Spieler und Trainer abgestiegen. Dennoch zeigte er sich als fairer Verlierer: „Wir haben fast nur mit langen Bällen agiert, das war zu wenig. Natürlich hatten wir verletzte und kranke Spieler. Das hatten die Schaidter sicher auch. Doch sie haben es heute besser kompensiert und deshalb verdient gewonnen.“

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