Grünstadt Seit 60 Jahren an der Platte

Selbst nach 60 Jahren hat Roland Werner noch Spaß am Tischtennisspielen beim TV Kirchheim.
Selbst nach 60 Jahren hat Roland Werner noch Spaß am Tischtennisspielen beim TV Kirchheim.

Seit mittlerweile 60 Jahren schlägt Roland Werner kleine weiße Bälle über grüne oder mittlerweile meist blaue Platten, bis auf ein Gastspiel bei der TSG Grünstadt immer für die Tischtennis-Cracks des SV Kirchheim. Er will noch eine Weile seinem Hobby frönen und das auch, wenn er 70 Jahre alt geworden ist.

Seit seinem zehnten Lebensjahr spielt Werner Tischtennis. Das wäre jetzt an sich nichts so Besonderes, doch mittlerweile ist der aktive Spieler fast 70 Jahre alt und steht damit seit 60 Jahren fast ununterbrochen für den SV Kirchheim an der Platte. Nur etwas mehr als drei Jahre unterbrach er seine Engagement für den heimischen Verein: „Von 1981 bis 1984 trat ich für die TSG Grünstadt an, um damals in der Zweiten Verbandsliga zu spielen“, blickt Werner zurück. Der Erfolg sei mäßig gewesen, sagt er heute mit einem Lächeln über den Ausflug in die höheren Klasse. „Ja, die Knochen werden älter und der eine oder andere Muskel tut nach dem Spiel weh, aber das passiert auch jüngeren Spielern“, sagt Werner, der noch großen Spaß am Tischtennis hat. Tischtennis war für ihn stets Ausgleich zum Arbeitsalltag Der 70-Jährige war Leiter der Kommunalaufsicht bei der Kreisverwaltung in Bad Dürkheim, gehört heute dem Ortsgemeinderat für die CDU an und ist außerdem Beigeordneter der Verbandsgemeinde Leiningerland. Da sei der Sport immer noch ein netter Ausgleich, ist er überzeugt. „Abschalten, sich auf den Gegner konzentrieren, möglichst mit ihm fertig werden, das motiviert mich, solange weiter zu machen, wie es eben noch geht“, begründet Werner, warum er dem Tischtennis treugeblieben ist. 1950 wurde beim SV Kirchheim die Tischtennisabteilung gegründet, die Trainingsbedingungen waren damals „schwierig“, wie Werner das heute beschreibt. „Mein Bruder und ich haben zu Hause auf dem Küchentisch gespielt, vier Gesangbücher, nebeneinander aufgereiht, dienten uns als Netz“, erinnert sich der 70-Jährige an die ersten Trainingseinheiten. Trikots gab es, der Verein stellte getragene Spielkleidung, außerdem musste die Turnhose aus dem Schulunterricht herhalten. „Alles war viel einfacher, die Tische bestanden aus Böcken, auf denen die Platten – zwei waren nötig – aufgelegt werden mussten“, erzählt Werner. Viele Erinnerungen an die ersten Wettkämpfe Aktiv spielte er ab 1966 in der Kreisliga in einer Vierer-Mannschaft. „Mit nur einem Auto kamen wir damals zum Gegner.“ Von den spärlichen Anfängen über die viele Jahre lang grünen Spieltische bis hin zu den heute meist blauen Tischtennisplatten hat Werner alle Veränderungen in seinem Sport erlebt. Als typischer Abwehrspieler (Linkshänder) machte er zunächst in der Kreisliga auf sich aufmerksam. 1969 stieg er beim SV Kirchheim in die Erste Herrenmannschaft auf, der er viele Jahre angehörte angehört. Den größten Erfolg feierte er in der Jugend mit der Vize-Pfalz-Meisterschaft und dann wieder 2010 als Meister der Bezirksklasse-Nord. Der Aufstieg war geschafft, aber die Liga konnte nicht gehalten werden. Daneben war der engagierte Tischtennisspieler 23-mal Vereinsmeister, zehnmal im Einzel, neunmal im Doppel und viermal im Mixed. Titel sind heute nachrangig, so lange wie möglich sportlich aktiv zu sein, im Team, das ist in diesen Tagen das Ziel.

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