Grünstadt Schuften für die gute Sache
«Grünstadt.» Das auf dem Foto da rechts ist Christian Henne aus Kirchheim. Den habe ich diese Woche kennengelernt, als er für einen Tag im Gebäude der RHEINPFALZ in der Hauptstraße arbeitete – und zwar für einen guten Zweck. Sein Lohn geht nämlich nach Afrika, wo er einer Schule zugutekommt.
Fangen wir besser mal von vorn an, sonst versteht das ja keiner: Christian Henne ist 14 Jahre alt und kommt zwar aus Kirchheim, geht aber in Frankenthal zur Schule. Er besucht dort die achte Klasse des Albert-Einstein-Gymnasiums. Anders als die Grünstadter Schulen nimmt dieses Gymnasium schon seit vielen Jahren an einer Aktion teil, die sich „Dein Tag für Afrika“ nennt. Die Aktion gibt es seit 2007 in der ganzen Bundesrepublik, und sie ermöglicht es deutschen Schülern, afrikanischen Schülern zu helfen, indem sie sich einen Arbeitstag lang für sie ins Zeug legen. Das geht so: Die deutschen Schüler suchen sich ein Unternehmen, bei dem sie einen Tag arbeiten dürfen. Aber nicht wie beim Reinschnuppern sonst für lau, sondern für einen Lohn von etwa 40 Euro. Dieser Lohn wird an die „Aktion Tagwerk – Dein Tag für Afrika“ weitergegeben, die dafür sorgt, dass das Geld in Afrika an der richtigen Stelle landet. In Christians Fall ist das eine spezielle Stelle und nicht irgendeine, denn das Albert-Einstein-Gymnasium hat eine Partnerschule in Ruanda: die École Ste. Bernadette in Kamonyi. Das Land Ruanda liegt in Ostafrika und ist schon seit 1982 ein Partnerland von Rheinland-Pfalz. Deshalb gibt es auch zahlreiche Partnerschaften zwischen rheinland-pfälzischen und ruandischen Schulen. Weil so was verbindet, wollen die Schüler des Albert-Einstein-Gymnasiums natürlich, dass ihr Geld an Projekte für ihre Partnerschule geht, nicht an eines der anderen „Dein Tag für Afrika“-Projekte, obwohl die auch gut sind. Das Albert-Einstein-Gymnasium unterstützt die École Ste. Bernadette schon eine ganze Zeit, sodass unter anderem Wasserleitungen gelegt und Matratzen zum Schlafen im Internat besorgt werden konnten. Wenn du denkst, dass ein einzelner Schüler dafür ja gar nicht genug Geld verdienen kann, hast du recht. Aber Christian ist ja nicht allein: Von der fünften bis zur zwölften Klasse dürfen alle Schüler seiner Schule an der Aktion teilnehmen – und die meisten machen das auch. So kommen jedes Jahr um die 15.000 Euro für die ruandischen Partnerschüler zusammen. Christian findet das richtig gut und hat dieses Jahr deshalb auch schon zum dritten Mal an dem Aktionstag teilgenommen. Ihm gefällt, dass er beim Reinschnuppern in den Arbeitsalltag der Firmen viel Neues lernt und natürlich, dass er sich so für eine gute Sache einsetzen kann. Das scheint vielen Jugendlichen ganz ähnlich zu gehen: 2018 haben 190.000 deutsche Schüler von 590 Schulen am Tag für Afrika teilgenommen und einen Lohn von rund 1,4 Millionen Euro erarbeitet. Das reicht dann auch für ganz schön viele Projekte.