Grünstadt Popkultur zwischen Ausgrenzung und Respekt

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In ihrem gerade erschienenen Buch „Everybody’s Gypsy“ räumt Dotschy Reinhardt mit Vorurteilen und dem herabsetzenden Begriff „Zigeuner“ auf und öffnet die Augen für die Kultur der Sinti und Roma. In ihrer Lesung im Wormser Kulturzentrum am Donnerstag, 25. September, 19 Uhr berichtet sie über die zeitgenössische „Gypsy-Kultur“ und ihren unterschätzten Einfluss auf unseren Alltag. An die Lesung schließt sich ein Konzert an, das Reinhardt mit ihrem Gitarristen bestreitet

Populär sind sie ja, die „Balkan Beats“. Sinti- und Roma-Musik gibt es auch weltweit. Die Musikerin und Autorin Dotschy Reinhardt verbindet in ihrer Musik Jazz, Bossa Nova und Gypsy Swing von Django Reinhardt, mit dem sie übrigens tatsächlich verwandt ist. Dotschy Reinhardt unternimmt einen Roadtrip durch die Zentren des Pop mit Musik, Mode, Literatur, Kunst, Film und Fernsehen. Ein Lehrstück über gut gemeinten und schlecht gelebten Respekt, über Aneignung und Ausgrenzung. Dotschy Reinhardt, geboren 1975, lebt und arbeitet in Berlin. Nach ihrer Autobiografie „Gypsy – Die Geschichte einer großen Sinti-Familie“, ist „Everybody’s Gypsy – Popkultur zwischen Ausgrenzung und Respekt“ ihr zweites Buch. Es erschien im April 2014. Für ihre Musik, ihre Schriften und ihre Familiengeschichte ist sie ein beliebter Gesprächspartner und war schon in vielen Radio- und TV-Sendungen zu Gast. Die Lesung ist ein Beitrag des Worms-Verlags zu den Interkulturellen Wochen, die in Worms vom 25. September bis 15. Oktober stattfinden. Die bundesweit jährlich stattfindende Veranstaltung ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Sie findet seit 1975 Ende September statt und wird von Kirchen, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Integrationsbeiräten und -beauftragten, Migrantenorganisationen und Initiativgruppen mitgetragen. In mehr als 500 Städten und Gemeinden werden rund 4500 Veranstaltungen auf die Beine gestellt. 2014 findet das Ganze unter dem Motto „Gemeinsamkeiten finden, Unterschiede feiern“ statt. Das Motto bedeutet, dass in der Migrationsgesellschaft Gemeinsamkeiten nicht vorausgesetzt werden können, sie müssen vielmehr gesucht und können auch gefunden werden. Menschen mit unterschiedlicher Biografie, Herkunft, kultureller und religiöser Prägung, mit unterschiedlicher Vorstellung von einem guten und gelungenen Leben müssen sich auseinandersetzen und dazu notwendigerweise sich vor allem erst einmal zusammensetzen. Nicht zuletzt dazu dienen die Interkulturellen Wochen. (red)

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