Neuleiningen RHEINPFALZ Plus Artikel Neuleininger Weihnachtsmarkt: Was sich am bisherigen Konzept ändert

Die Dorflinde am Denkmal vor der Stadtmauer soll wieder schön illuminiert werden.
Die Dorflinde am Denkmal vor der Stadtmauer soll wieder schön illuminiert werden.

Corona hat vieles durcheinandergewirbelt und war Geburtshelfer für jede Menge kreativer Ideen. Letztere wurden oft aus der Not heraus geboren, sind deshalb aber nicht weniger gut. Auch den Neuleininger Weihnachtsmarkt, der sich durch die mittelalterlichen Gassen zog und überregionales Publikum anlockte, wird es nicht mehr geben.

Weil der Neuleininger Weihnachtsmarkt während der Pandemie nicht stattfinden durfte, wurde der historische Ortskern wunderschön und weithin sichtbar illuminiert. Das kam sehr gut an. Als im vergangenen Jahr die Adventshütten wieder aufgestellt werden konnten, waren statt mehr als 50 nur noch knapp 30 Anbieter da. Insofern entschied das Organisationsteam um Johannes Nippgen und Roland Schacht, eine Abteilung des Heimat- und Kulturvereins, die Buden nun nicht mehr im ganzen Dorf aufzustellen. Vielmehr konzentrieren sie sich nun auf die Kirchengasse und den Bereich um die Burg. „Die Resonanz auf den anderen Aufbau ist überwiegend positiv gewesen“, sagt Schacht.

Was liegt da näher, als beide Konzepte zu vereinen und hier und da noch etwas zu optimieren? Der Weihnachtsmarkt wird in diesem Jahr wieder rund um die mittelalterliche Festung stattfinden, dabei sollen die alten Mauern aber mit kräftigen und wechselnden Farben angestrahlt werden. „Auch die Dorflinde am Denkmal vor der Stadtmauer wird wieder mit Sternen behängt und illuminiert“, kündigt Nippgen an. Möglich werde das durch zwei Einwohner, die großzügig spenden: Christian Speeter und Jürgen Roth.

Weniger Christbäume und richtige Tassen

„2022 hatten wir aufgrund der Energiekrise auf eine solche ansprechende Beleuchtung verzichtet“, so der Winzer. Die aufwendige Installation mit Diebstahl- und Wetterschutz haben zahlreiche freiwillige Helfer übernommen. Bei der Dekoration im Dorf wird aus Gründen der Nachhaltigkeit auf etliche Nadelbäume verzichtet. „Wir stellen 38 kleine und zwei gespendete große Christbäume“, erläutert Nippgen. Früher seien 60 Stück im Ortskern verteilt gewesen. Zudem soll es keine Wegwerfbecher geben. Es sind einheitliche Weihnachtstassen angeschafft worden, die an jedem Stand wieder abgegeben und dann gespült werden können.

Der Adventsmarkt wird eine Handvoll mehr Stände umfassen als im vergangenen Jahr. „Wir haben ein sehr ausgewogenes Angebot geschaffen“, findet Schacht. Kulinarisches und Kunsthandwerkliches hielten sich in etwa die Waage, so der Neuleininger, bei dem die Besucher Whisky aus aller Welt probieren und kaufen können. Seine Frau Marion präsentiert unter anderem Unikatschmuck. Das Sausage-Citybike, eine Küche auf einer Art Rikscha, stammt auch aus dem Ort, ebenso wie die selbstgenähte Kinderkleidung von Anna Koebe und der Stand TauderGschpusi, wo es Schlüsselanhänger aus Segeltau gibt. Insgesamt sind viele Einheimische und Menschen aus dem näheren Umfeld unter den Ausstellern.

Rund ein Drittel neue Aussteller

Aus Mannheim kommt Andreas Adelmann, der mit natürlichem Tierfutter ganz neu dabei ist. Ebenfalls ihr Debüt feiert Nina Adam aus Kleinkarlbach, die unter der Überschrift „Lieblingsform“ selbstgemachte Dekoartikel aus Keramik präsentiert. Auch die Schlemmerbox aus Eisenberg hatte bislang noch nicht teilgenommen. Rund zehn neue Aussteller sind zu finden. Darunter ist auch Kunstschlosser Volker Priewe, der im unteren Burghof neben dem Brunnen Einblicke in das Schmiedehandwerk gewähren wird. „Er gibt Kurse im Freilichtmuseum Bad Sobernheim“, erläutert Schacht.

Nippgen weist auf die Alte Kellerei hin: „Dort ist ein Winterdorf eingerichtet, wo man sich fernab vom Trubel an Feuertonnen aufwärmen kann.“ Etwas ganz Besonderes ist das Erzählzelt mit gemütlichen Strohballen als Sitzgelegenheiten. Dort werden – je nach Resonanz – etwa im 30- bis 60-minütigen Abstand – weihnachtliche Geschichten, Gedichte und Märchen zu Gehör gebracht. Die Koordination hat Monika Zelinski übernommen. Sie führt die Liste mit den freiwilligen Vorlesern und Vortragenden.

Nikolaus kommt und Shuttle-Bus fährt

Geplant ist auch ein Mitsing-Konzert mit dem Posaunenchor der protestantischen Kirchengemeinde Sausenheim am Samstag, 2. Dezember. Der Nikolaus wird erst nach seinem Namenstag vorbeischauen, am Sonntag, 10. Dezember, um 16 Uhr. Zuvor läuft eine kleine Andacht in der Pfarrkirche St. Nikolaus und hinterher spielt die Neuleininger Blaskapelle.

Weil die Parkplatzsituation in dem mittelalterlichen Dörfchen auf dem Schlossberg schwierig ist, wurde wieder ein Shuttle-Service eingerichtet. Besucher können ihre Autos bei der Wellpappenfabrik Sausenheim kostenfrei abstellen und dann mit einem Kleinbus hinauffahren. Er pendelt an den vier Markttagen ab 16 Uhr je nach Bedarf alle paar Minuten, so wie man es auch vom Burgsommer kennt. „Wir sind sehr dankbar, dass uns das Unternehmen wieder unterstützt“, sagt Nippgen, der um kleine Spenden bittet, damit dieses Angebot des „bequemen Aufstiegs“ weiterhin gemacht werden kann und die Gäste nicht rund einen Kilometer auf einem teilweise unbeleuchteten Rad- und Fußweg hinauflaufen müssen.

Öffnungszeiten

Samstag, 2. Dezember, 15 bis 21 Uhr, Sonntag, 3. Dezember, 14 bis 20 Uhr, Samstag, 9. Dezember, 15 bis 21 Uhr, Sonntag, 10. Dezember, 14 bis 20 Uhr.

x