Carlsberg
Nach nur fünf Jahren: Dorf lässt Skateranlage verschrotten
Sie hat ein paar Tausend Euro gekostet, aber nicht lange Freude gemacht: Jörg Simon aus Hettenleidelheim hatte die Skateranlage neben der Freiluft-Fußballhalle auf dem Sportplatz des TSV Carlsberg initiiert. Erst im Sommer 2021 eingeweiht und als Austragungsort für Turniere genutzt, sieht sie aktuell sehr trostlos aus. Die Hindernisse sind marode, besonders schlimm ist der Zustand der aus Siebdruckplatten bestehenden Oberfläche der großen Quarterpipe. „Der Hype dieser Sportart scheint vorbei zu sein“, sagt Bürgermeister Patrick Schmitt (CDU). Außerdem hat Simon am 1. Februar 2023 die Felsenmühle in Neuleiningen-Tal als Eventlocation gekauft und setzt nun andere Prioritäten.
Eine Sanierung des Skateparks hätte aufgrund des mangelnden Interesses der Jugend keinen Sinn, erklärt der Ortschef, weshalb der Gemeinderat sich entschieden habe, die 800 bis 900 Quadratmeter große Fläche anders zu nutzen. „Wir werden einen Bewegungs- und Begegnungsplatz für alle Altersstufen errichten“, kündigt Schmitt an. Auf dem Areal sollen Spiel- und Fitnessgeräte für Kinder und Erwachsene installiert werden. „Sie werden aus pflegeleichtem verzinkten Edelstahl bestehen“, sagt er. Holz sei zwar an sich schöner, aber es sei auch deutlich pflegeintensiver, werde morsch und splittere.
Der Verein braucht neue Lagermöglichkeiten
Die sogenannte Calisthenics-Anlage (Calisthenics beschreibt ein Training, bei dem vor allem das eigene Körpergewicht als Widerstand genutzt wird) soll – mit Fallschutz umgeben – das Herzstück auf einem Teilbereich von gut 200 Quadratmetern bilden. Auf beiden Seiten sind verschieden große Rasenflächen geplant. Südlich davon, wo aktuell noch eine vollkommen verrostete Metall-Garage als Lagerhalle für das Equipment des Sportvereins zur Pflege des Außengeländes dient, hat der Architekt Matthias Braun vom Büro MBPlan Sitzgelegenheiten und Schirme vorgesehen.
„Da stellt sich noch die Frage, wohin mit den Geräten wie zum Beispiel dem Reinigungstraktor für den Kunstrasen“, sagt der Ortschef, der aber zuversichtlich ist, dass eine Lösung gefunden wird. Wichtig sei ihm, dass der Untergrund gegenüber dem jetzigen Zustand weitestgehend entsiegelt wird, sodass Oberflächenwasser versickern kann. „Mit Fachleuten müssen wir noch ein Konzept für die Entwässerung erarbeiten“, so Schmitt. Derzeit ist der Boden überwiegend asphaltiert. Eine Einfriedung benötige der Mehrgenerationenplatz nicht, meint er und verweist auf den stabilen Zaun rund um das gesamte Sportgelände am Wasserturm. Das Tor sei ab 22 Uhr abgeschlossen, was wegen des steigenden Vandalismus auch notwendig sei.
Die Gesamtkosten des Projektes sind mit brutto 118.511 Euro kalkuliert. Über das Förderprogramm Leader seien 65.181 Euro aus EU-Mitteln vorab zugesagt worden, was 55 Prozent entspricht. Schmitt: „Wir werden jetzt den umfangreichen Förderantrag stellen und die endgültige Planung erarbeiten lassen. Ich hoffe, dass wir noch in diesem Jahr mit dem Bau beginnen können.“