Grünstadt
Markus Sprengler in Battenberg: Zurück in der Heimat
Bei diesem Konzert hat einfach alles gestimmt: Handgemachte Musik vom Feinsten, eine super Location mit Blick in die Rheinebene und ein bestens gelauntes Publikum. Der Musiker Markus Sprengler präsentierte am Mittwochabend auf der Battenberger Burg gemeinsam mit seinen fünf Bandkollegen die Stücke seines neuen Albums „65//19“.
Dass Markus Sprengler ein begnadeter Sänger und Texteschreiber ist, hat sich in der Region wohl herumgesprochen. Die Weinlounge „Aussichtsreich“ auf der Burg Battenberg ist nämlich so gut besetzt, dass kurz vor der Veranstaltung noch ein paar Stühle hinzugestellt werden. Andere lehnen sich gemütlich an die Burgmauer oder stehen im hinteren Bereich.
Sprenglers Heimspiel
Wie viele Gäste an diesem Abend das erste Konzert in Battenberg von Sprengler besuchen, weiß der 53-Jährige vor Beginn selbst nicht. Immerhin kennen ihn einige, da er seine Jugend in Kirchheim, also im Leiningerland, verbracht hat. Mittlerweile lebt er in Mannheim. Die Älteren im Publikum dürften ihn noch mit der erfolgreichen Grünstadter Rockband Palatinate in Verbindung bringen, der er in den 1980er und frühen 1990er Jahren angehörte. „Das waren meine musikalischen Anfänge“, erzählt der Künstler zuvor im Gespräch mit der RHEINPFALZ. 1994 stieg er dann in die szenebekannte Skaband The Buster ein, mit er durch Deutschland tourte. „Musik ist für mich eine Möglichkeit, Menschen zu erreichen und zusammenzuführen. Es gibt keine Barriere. Zudem kann ich verschiedene Themen wie Soziales oder Gesellschaftliches darin ansprechen“, sagt der Künstler, der für die Partei Bündnis 90/Die Grünen im Mannheimer Stadtrat sitzt.
Das gelingt ihm mit den Titeln seines im Februar erschienenen Albums 65//19 an diesem Abend auch. Die rund 100 Besucher sind begeistert. In seinen Liedern beschreibt Sprengler Stationen seines Lebens oder regt mit Stücken über gesellschaftliche Themen zum Nachdenken an. In „World Survival“ etwa nimmt der Sänger den Aspekt der Nachhaltigkeit, den Umgang mit der Welt und anderen Menschen in den Blick. „Jeder ist verantwortlich“, findet der Mann, der stets einen schwarzen Hut als Markenzeichen trägt. Rock-, Soul-, Ska-, Reggae- und Bluesrhythmen vereinen sich in seinen Liedern. Die Mischung ist keinesfalls Mainstream, trifft aber dank der vielen ineinanderfließenden Musikrichtungen den Nerv der Zeit und den Geschmack der zahlreichen jungen sowie älteren Zuhörer, die sich allesamt zum Takt der Musik bewegen.
Sprengler und sein Organ beeindrucken
Sprenglers Stimme beeindruckt einerseits durch kräftiges Volumen, andererseits auch durch eine gewisse Weichheit. Der unheimlich authentisch wirkende Musiker versteht es, sein Publikum auf Konzertlänge zu unterhalten und zum Lachen zu bringen. Von seiner Kindheit und Jugend in seiner Geburtsstadt Kaiserslautern erfahren die Zuhörer durch das Lied „K-Town Boy“. „Das sind alles schöne Erinnerungen, die ich damit verbinde“, erklärt Sprengler, der die Musik als „sein Herzblut bezeichnet“. Zu seinem Leben gehört auch das Reisen, das Einfangen musikalischer Stimmung vor Ort, das Sammeln von Eindrücken – und das Verarbeiten von eben diesen in seinen Liedern. Ein Beispiel: „In the Mood for Marley“, für das er tatsächlich auf den Spuren von Bob Marley gewandelt ist und Jamaika bereist hat.
Musikstücke wie dieses spiegeln Sprenglers Interesse an unterschiedlichen Kulturen wider. Wen wundert es da, dass sich Sprengler auch als Stadtratsmitglied auf politischer Ebene für Musik und Kultur engagiert. 2001 wurde er bundesweit zum ersten Pop- und Rockbeauftragtem der Stadt Mannheim ernannt und ist auch nach seiner Amtszeit tief in der Kultur- und Musikszene verwurzelt. Sichtlich Spaß an Musik haben auch seine Bandkollegen Stefan Kahne (Gitarre), Michael Germer (Schlagzeug), Wolfy Ziegler (Bass) sowie die Brüder Sebastian (Gitarre) und David Heiner (Keyboard), die Sprenglers Stimme viel Raum zur Entfaltung lassen und gleichzeitig mit den instrumentalen Klängen verschmelzen lassen. Fantastisch sind die Gitarrensoli von Kahne.
Der Abend beflügelt, macht Lust, sich auf kulturelle Weltreise zu begeben und einmal selbst in sich hineinzuhorchen und sich an schöne Erlebnisse zu erinnern. Der Veranstalter, das Hofgut Battenberg, hat nicht nur alten Fans mit der Einladung des gebürtigen Pfälzers in das Burgdorf eine Freude bereitet. Sicherlich hat Sprengler nach diesem fantastischen Abend einige Fans mehr.