Fussball
Landesliga: TuS Altleiningen empfängt SV Ruchheim
Erik Tuttobene ist Italiener, aber in Deutschland geboren. Beim TuS Altleiningen aufgeschlagen ist er im Sommer 2021, verstärkte ab da die Offensive des Fußball-Landesligisten, in der er alle Positionen bekleiden kann, am liebsten aber „ganz vorne drin“ im Sturmzentrum agiert. Gekommen ist der heute 27-Jährige vom SV Morlautern, bei dem er in der Jugend schon gespielt hatte und dann in der Verbands- und Oberliga. Unterbrochen von einem halben Jahr bei Borussia Neunkirchen, damals auch in der Oberliga. Neben dem Aufstieg mit dem SVM in die Oberliga ist ihm auch das DFB-Pokalspiel gegen die damals in Liga zwei angesiedelte SpVgg Greuther Fürth vom August 2017 in besonderer Erinnerung geblieben. Damals kam er beim 0:5 in der 75. Minute auf den Platz im Pirmasenser Sportpark Husterhöhe.
„Ich habe mich in Morlautern auch sehr wohlgefühlt“, erzählt der Kaiserslauterer, der als Anlagenmechaniker sein Geld verdient. „Aber irgendwann war es mal Zeit für etwas Neues.“ Dass die Zelte dann fußballerisch im Leiningerland aufgeschlagen wurden, lag auch daran, dass Tuttobene in der Jugend nicht nur in Morlautern und bei der TSG Kaiserslautern, sondern auch beim VfR in der Barbarossastadt gekickt hatte. „Auch wenn ich nicht mehr da war, als unser aktueller Trainer Michael Wolter kam, ich kannte ihn seitdem, weil ich noch viele gute Bekannte dort hatte. Und er war definitiv der Grund für meinen Wechsel, denn er wollte mich auch zuvor schon immer wieder zum VfR holen.“
Zweite Heimat Sizilien
Tuttobenes zweite Heimat ist die seiner Eltern, die bereits 1993 Eriks Großvater in die Pfalz folgten: Sizilien. Dort im Osten nahe Catania ist Erik Tuttobene jedes Jahr zum Familienbesuch – und um das Essen und das Wetter der „neun Sommermonate“ zu genießen. „Da gibt es keine Diskussion: Das italienische Essen ist definitiv besser als das deutsche“, behauptet Tuttobene, dessen Großvater in Kaiserslautern ein Lokal führte, das er vor zwei Jahren aber aus Altersgründen aufgab.
Von seinem Vater hat Erik Tuttobene die Fanliebe zu Juventus Turin geerbt. „Das ist schon gefährlich, wenn man aus dem Süden kommt“, sagt Tuttobene mit einem Lachen: „Es ist halt so wie in Deutschland mit den Bayern: Wer den meisten Erfolg hat, der hat die meisten Fans und wird am meisten gehasst.“ Aber mit den Bayern hat es der italienische Pfälzer nicht, hierzulande schlägt sein Herz für den 1. FC Kaiserslautern. Wenn er die Zeit hat, ist er regelmäßig auf dem Betzenberg. Bevor das ganz große Leiden mit dem FCK begann, musste er auch den Zwangsabstieg der „Alten Dame“ Juve miterleben: „Zum Glück wurde Italien in dem Jahr Weltmeister. Und der Neuaufbau ging ja sehr schnell. Die beiden jüngsten Jahre waren aber enttäuschend“, zieht er eine Bilanz. Immerhin: Beim FCK geht es seitdem wieder aufwärts.
Und beim TuS? Da war zuletzt das Thema Chancenverwertung hoch im Kurs: „Ich bin ja abschluss- und dribbelstark und auch schnell, habe eher Schwächen im Kopfballspiel und mit dem linken Fuß, aber zuletzt hatte ich drei Riesenchancen in Billigheim nicht genutzt. Das beschäftigt mich dann schon nach dem Spiel und ich überlege, was ich hätte besser machen können. Im Spiel kann ich das aber verdrängen“, sagt Tuttobene. In Billigheim habe das Glück gefehlt, das man in der Woche zuvor noch beim 1:0 gegen Schifferstadt gehabt habe. Er hofft am Sonntag wieder auf eine eiskalte Performance vor dem Ruchheimer Tor. „Die haben eine starke Mannschaft, stehen stabil. Wir wollen oben dabeibleiben. Es liegt an uns, wie schwer es Ruchheim hat“, sagt er.