Grünstadt Kurvenkreischen: Hoffnung auf Lösung für Anwohner
Der Bundestagsabgeordnete Gustav Herzog (SPD, Zellertal) hat Hoffnung, dass die Grünstadter doch noch vom Zugkreischen erlöst werden könnten. Und zwar, indem eine andere Firma ihr System für Lärm-Reduzierung in Grünstadt testet. Wie der Verkehrsexperte auf RHEINPFALZ-Anfrage bestätigt, läuft derzeit bei der Deutschen Bahn ein Verfahren für die Zulassung einer slowenischen Firma, die Erfahrung im Kampf gegen das Schienenkreischen hat. Die Firma Elpa hat bereits die Zulassung des Eisenbahn-Bundesamtes für eine Schienenflankenschmier- und Schienenkopfkonditionieranlage, sie braucht aber noch die technischen Freigabe durch die Bahn. Die Hoffnung ist, dass sie diese bald bekommt und dann noch in diesem Jahr mit einem Test der Anlage in Grünstadt begonnen werden könne, so Herzog. Das Projekt I-LENA läuft im Dezember 2020 aus. Wenn die Tests der slowenischen Firma bis dahin starten könnten, wäre man noch innerhalb des Projektzeitraums. Falls nicht, solle I-LENA in die Verlängerung gehen, so Herzogs Wunsch: „Wir haben uns schon bei unseren Haushältern dafür eingesetzt, dass I-LENA über 2020 hinaus verlängert wird.“ Zum Hintergrund: Um das Portfolio von Lärmschutztechniken an Eisenbahnstrecken zu erweitern, kooperieren Verkehrsministerium und Bahn im Rahmen von I-LENA. Hersteller von Lärmschutztechnologien können die neuesten Entwicklungen auf Streckenabschnitten der DB Netz unter Realbedingungen testen. So wurden die Gleisbögen nördlich des Grünstadter Bahnhofs als Teststrecke für eine Schienenschmiereinrichtung gegen Kurvenquietschen ausgesucht. Eine Gleisschmieranlage sollte mit einem speziellen Ölfilm die Reibung der Räder auf den Gleisen und damit das unangenehme Quietschen in der engen Kurve verringern. Allerdings brachte das Verfahren – trotz mehrmaliger Nachbesserungen seit September 2018 – keinen Erfolg. Die für den Wahlkreis Neustadt-Speyer zuständige Bundestagsabgeordnete Isabel Mackensen (SPD) sagt: „Wir brauchen unbedingt weiter die Möglichkeit zur Erprobung innovativer Lärmschutzmaßnahmen, damit die Anwohner mit dem Problem nicht alleine gelassen werden.“