kirchheim
Kreuzungsbahnhof: Übergänge werden nicht parallel gesperrt
Für große Aufregung gesorgt hatte die Ankündigung der Deutschen Bahn (DB) und der Verbandsgemeinde (VG) Leiningerland, dass ab vergangenem Montag beide Bahnübergänge in Kirchheim voll gesperrt sein werden. Nachdem wegen des Umbaus des Haltepunktes zum Kreuzungsbahnhof seit dem 22. Juli bereits niemand mehr die Schienen in der Weinstraße passieren kann, sollte zu Wochenbeginn auch der Übergang Kleinkarlbacher Straße dicht gemacht werden. Über Monate hinweg wären dann die jeweils südlich oder westlich wohnenden Menschen nicht einmal zu Fuß ins Dorfzentrum und etwa zur Grundschule, zur Kita, zu Metzger oder Bäcker gelangt.
Nun gab es Entwarnung. Eine DB-Sprecherin ließ auf Anfrage wissen: „Wir haben umdisponiert: Der Bahnübergang in der Kleinkarlbacher Straße wird nicht voll gesperrt.“ Von der Pressestelle der VG, die dort Wasserleitungen verlegt, hieß es etwas genauer: Erst nachdem das Queren der Gleise in der Weinstraße wieder möglich sein wird, soll der Bahnübergang in der Kleinkarlbacher Straße ab 5. September gesperrt werden. Bis 28. November werde dort kein Fahrzeug und kein Fußgänger mehr über die Schienen kommen, so die Verwaltung.
Zweiter Außenbahnsteig entsteht
Die DB versicherte: „Wir haben ein eigenes Team, das nur dafür da ist, Arbeiten an Netz und Bahnhöfen optimal zu planen. Das klare Ziel: Einschränkungen für Reisende und den Güterverkehr so gering wie möglich zu halten.“ Deshalb würden derzeit in Kirchheim die Sommerferien für alle größeren Bautätigkeiten genutzt. Entgegen der Ansage der DB-Sprecherin, dass es bis zum Abschluss des Projektes außerhalb der üblichen Arbeitszeiten keine lärmintensiven Einsätze geben wird, informierte die ausführende Firma Strabag Rail GmbH aus Lauda-Königshofen über zwei größere Aktivitäten auf der Baustelle: Trupps mit voraussichtlich jeweils zehn Mann werden an den Wochenenden 3./4. September und 26./27. November dort tätig sein – und zwar auch nachts.
Aktuell entsteht der zweite, 170 Meter lange Außenbahnsteig. Für einen barrierefreien Einstieg wird er 55 Zentimeter hoch sein. Auf diese Höhe soll auch der bestehende Hausbahnsteig gebracht werden. Das alte Gleis wird umgebaut, ein zweites auf einer Länge von rund 350 Metern gelegt. Zwei Weichen, neue Signalanlagen müssen installiert und circa drei Kilometer Kabeltrassen angepasst werden. „Trotz langer Lieferzeiten bei vielen Materialien rechnen wir mit einer planmäßigen Fertigstellung des Kreuzungsbahnhofs“, sagte die Sprecherin. Da die Verträge mit den beauftragten Unternehmen bereits im vergangenen Jahr geschlossen worden seien, werde es auch bei den zuletzt kalkulierten Gesamtkosten von etwa zwölf Millionen Euro bleiben. Der Kreuzungsbahnhof ist Voraussetzung dafür, dass auf der Strecke Grünstadt-Freinsheim mit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember der Halbstundentakt eingeführt werden kann – wie vor acht Jahren im Konzept „Rheinland-Pfalz-Takt 2015“ geplant.