Grünstadt Interview: Anna-Lena Müsel über ihre Kandidatur zur Wahl der Pfälzischen Weinkönigin
Anna-Lena Müsel will’s wissen: Am Freitag stellt sich die 23-Jährige aus Obrigheim zur Wahl der 80. Pfälzischen Weinkönigin. Im Interview hat sie Sonja Hoffmann verraten, warum das Amt heute noch cool ist, und was das Schlimmste wäre, was ihr in Neustadt passieren könnte.
Oje. Ich glaube mit einem Blackout hätte ich am meisten zu kämpfen. Das ist bei der Aufregung auch gar nicht so abwegig. Und wenn Ihr Kleid reißt? Ach, das ist strapazierfähig (lacht). Da könnte man auch noch einen Witz drüber machen. Aber wenn ich einen Blackout bei der Fachbefragung hätte, bei der man mit Wissen punkten soll, wäre das schon schlimm für mich. Wie haben Sie sich vorbereitet? Ich hatte ein privates Vorbereitungscamp daheim. Ich habe viel mit meinem Papa geübt und Unmengen an Fachliteratur gelesen. Von Pfalzwein wurden wir aber auch unterstützt. Wir hatten zwei Rhetorikseminare, bei denen wir zum Beispiel geübt haben, wie man in ein Mikro spricht oder wie man auf einer Bühne steht. Da ging es auch darum, wie wir auf andere wirken. Außerdem hatten wir auch Sensorikseminare – die waren aber nicht nur für die Anwärterinnen, sondern für alle Weinhoheiten. Sind Sie schon nervös? Ja, ich bin sehr nervös. Das kommt immer schubweise. Manchmal kann ich auch noch gar nicht realisieren, dass es am Freitag schon so weit ist. Warum wollen Sie die nächste Pfälzische Weinkönigin werden? Als Winzertochter wächst man mit dem Gedanken schon irgendwie auf. Aus diesem Grund bin ich auch Weingräfin geworden. Das hat mir die Bestätigung gegeben, dass ich das kann. Und es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Da war dieser nächste Schritt naheliegend. Ist das Konzept der Weinhoheiten denn heute noch cool? Ich glaube, das wird sogar immer cooler. Ich habe auch das Gefühl, dass sich die Leute da mittlerweile mehr reinhängen. Es ist angekommen, wie viel so ein Amt den Mädels und auch der Region bringt. Um Weinkönigin zu werden, muss man auch ein unglaubliches Fachwissen mitbringen. Das ist viel mehr, als nur die Krone tragen. Die anderen vier Bewerberinnen für das Amt der Pfälzischen Weinkönigin haben Sie auch schon kennengelernt. Ist da Konkurrenzkampf angesagt? Ich muss sagen, wir fünf verstehen uns alle richtig gut. Da gibt es kein Konkurrenzdenken. Wir geben uns sogar gegenseitig Tipps und unternehmen privat etwas zusammen. Gerade kürzlich hatte eine von uns einen kleinen Zusammenbruch wegen ihres Outfits. Da haben wir ihr alle geholfen. Die Mädels sind aber auch alle wirklich nett, da hatte ich Glück. Denken Sie denn auch schon an die Wahl zur Deutschen Weinkönigin im nächsten Jahr? Man spielt schon mit dem Gedanken (lacht). Die anderen Kandidatinnen und ich waren ja beim Vorentscheid und dem Finale in diesem Jahr dabei. Das war schon sehr interessant. Und man überlegt natürlich auch bei den Fragen: Wie hätte ich darauf geantwortet? Zum Schluss noch die obligatorische Frage: Welchen Wein trinken Sie am liebsten? Das ist schwierig. Ich probiere total gerne verschiedene Weine und entdecke gerne Neues. Alles andere ist situationsabhängig: Im Winter trinke ich auch der Couch gerne mal einen kräftigen Rotwein. Auf dem Weinfest darf es dann der Pfälzer Schorle sein. Aktuell tendiere ich aber zur Scheurebe, weil ich den daheim in unserem Weingut auch selbst ausbaue.