TIEFENTHAL / lambsheim RHEINPFALZ Plus Artikel Heimleitung im Masurenhof jetzt in jüngeren Händen

Roland Schmitt und Achim Helfrich geben die Heimleitung an Lars Helfrich und Timo Hausen ab (von links).
Roland Schmitt und Achim Helfrich geben die Heimleitung an Lars Helfrich und Timo Hausen ab (von links).

Die Führung im Masurenhof verändert sich – so wie sich die Einrichtung selbst im Lauf der Jahre verändert hat. Die Geschäftsführer geben einen Teil ihrer Aufgaben an die nächste Generation ab. Das heißt aber nicht, dass sie sich jetzt aufs Altenteil zurückziehen.

Roland Schmitt ist seit 20 Jahren Geschäftsführer im Masurenhof und teilte sich mit Inhaber Achim Helfrich auch die Aufgabe, die Einrichtung zu leiten, in der psychisch beeinträchtigte Menschen wohnen, arbeiten und betreut werden. Die Heimleitung der Tiefenthaler und der Lambsheimer Häuser geben sie nun auf, erklärt Roland Schmitt. Im Umkehrschluss heißt das aber nicht, dass Helfrich und Schmitt in den Ruhestand gehen. „Wir bleiben für die Geschäftsführung und den Verbund zuständig“, betont Schmitt. „Die Aufgaben für uns werden zwar weniger, die Arbeit allerdings nicht“, ergänzt Helfrich. „Das alles ist recht komplex, bringt uns aber in der Gesamtheit eine Entlastung“, erklärt er. Es gehe auch darum, die Zukunft im Masurenhof einzuleiten und für einen späteren Übergang in der Geschäftsführung alles in die richtigen Bahnen zu lenken.

Entstanden ist der Masurenhof in Tiefenthal, heute gibt es mit Lambsheim, Bad Dürkheim und Eisenberg mehrere Standorte, in denen die Menschen eine Heimat haben.

Wechsel vom Vater zum Sohn

Achim Helfrich gibt die Heimleitung am Standort Tiefenthal an seinen 36-jährigen Sohn Lars ab, der studierter Sozialarbeiter ist. „Mein Sohn Lars übernimmt die Gesamtverantwortung für das Tiefenthaler Wohnheim mit seinen 70 Bewohnern“, sagt er. Die Aufgaben beginnen bei der Mitarbeiterführung für die etwa 65 Beschäftigten, die sich auf Betreuung und Hauswirtschaft verteilen. „Die Heimleitung trägt die Gesamtverantwortung für alle Arbeitsläufe in der Einrichtung“, betont Lars Helfrich, der bereits seit rund zehn Jahren im Masurenhof tätig ist. „Für mich ist am wichtigsten dabei, dass die bestehende Konzeption des Masurenhofes weiterhin umgesetzt wird.“ Das bedeute, den individuellen Bedarf der Klienten zu ermitteln und dafür zu sorgen, dass diese für sie passende Hilfen bekommen. Außerdem gehe es darum, das Wohnheim als solches weiter zu entwickeln.

In Lambsheim übernimmt Timo Hausen die Heimleitung – die Aufgaben sind ähnlich, dort allerdings im kleineren Maßstab: „In Lambsheim haben wir 25 Bewohner und 21 Mitarbeiter, die sich um diese kümmern“, sagt der 34-Jährige studierte Sozialarbeiter, der ebenfalls bereits seit zehn Jahren beim Masurenhof arbeitet.

In den eigenständigen Wohnheimen in Lambsheim und Bad Dürkheim gab es schon immer selbstständig agierende Einrichtungsleitungen. Die Außenwohngruppe in Eisenberg gehört organisatorisch hingegen zum Wohnheim in Tiefenthal und wir von dort aus geleitet.

Gegründet wurde der Masurenhof 1969 in Tiefenthal als Wohnheim für Menschen mit psychischer Behinderung. Aus einem ehemaligen Landwirtschaftsbetrieb wurde zunächst ein reines Wohnheim entwickelt, das im Lauf der Jahre durch andere Wohnheime erweitert wurde. Viele Jahre leitete Ruth Helfrich den Masurenhof, später übernahm ihr Neffe Achim Helfrich die Heimleitung und Geschäftsführung des Masurenhofes und dessen Wohngruppen.

123 Bewohner werden heute in den verschiedenen stationären Betreuungseinrichtungen in Tiefenthal, Eisenberg, Lambsheim und Bad Dürkheim versorgt, daneben betreut das Team etwa 25 Menschen ambulant in deren eigenen Wohnungen. Etwa 130 Mitarbeiter kümmern sich um die Klienten in den unterschiedlichen Bereichen des Masurenhofes, der auch über Angebote zur Aufrechterhaltung der Tagesstruktur verfügt (Arbeits- und Ergotherapie).

Einrichtung im Wandel

2019 wurde im Masurenhof das 50-jährige Bestehen gefeiert. Diplom-Sozialpädagoge Achim Helfrich hatte zu diesem Anlass gemeinsam mit seiner Frau alte Bilder durchgesehen, die sämtliche Veränderungen des Masurenhofs vom bäuerlichen Anwesen zum sozialpsychiatrischen Wohnheim dokumentieren. Die Fotos belegen, wie der Masurenhof wuchs und Nachbarhäuser integriert wurden.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich nicht nur der Masurenhof sondern auch die Sozialpsychiatrie gewandelt: Stand früher die Einrichtung im Mittelpunkt, geht es heute um den erkrankten Menschen und seine individuellen Betreuungsbedürfnisse. In den 1970er Jahren gab die Institution die Regeln vor, an diese hatten sich die Bewohner zu halten, blickte Helfrich am Jubiläum zurück. Heute orientiere sich die Sozialpsychiatrie am Hilfebedarf jedes einzelnen Bewohners. Das bedinge, dass im Lauf der Jahre die Struktur der Einrichtung immer stärker dezentralisiert wurde.

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