Grünstadt RHEINPFALZ Plus Artikel EU-Leader-Programm: Wer von der neuen Förderperiode profitiert

 Mithilfe der Leader-Förderung wurde der Pfälzer Mandelpfad nach Bockenheim verlängert.
Mithilfe der Leader-Förderung wurde der Pfälzer Mandelpfad nach Bockenheim verlängert.

Das Leader-Programm der Region Rhein-Haardt geht in die nächste Runde: Vor allem Menschen aus der VG Leiningerland können in der nächsten Förderperiode der Europäischen Union Geld für Projekte erhalten. Wer die Finanzspritze erhalten kann, wie viel Förderung es gibt und welche Projekte bereits in der Vergangenheit profitiert haben.

Um was geht es bei dem Leader-Programm?
Die Initiative Leader ist ein Förderprogramm der Europäischen Union zur Förderung und Entwicklung der ländlichen Regionen in Europa. Seit 2015 gehört die Verbandsgemeinde Leiningerland und die Stadt Grünstadt sowie Freinsheim und Monsheim zur Leader-Region „Rhein-Haardt“ und erhält regelmäßig finanzielle Zuwendungen aus dem Fördertopf. Da nun die nächste Förderperiode beginnt, informiert Leader-Regionalmanager Peter Dell vom Landauer Beratungszentrum Kobra am Dienstag, 12. März, 19 Uhr, im Ratssaal der Verbandsgemeinde Leiningerland, Industriestraße 11 in Grünstadt über Unterstützungsmöglichkeiten.

Wer kann Fördermittel durch das Förderprogramm erhalten?
Von der Förderung könnten sowohl Privatleute als auch gemeinnützige Vereine und Kommunen aus der Region Rhein-Haardt profitieren, versichert Leader-Regionalmanager Dell.

Welche Projekte können gefördert werden?
Als Handlungsfelder, in denen Projekte förderfähig sind, zählt Dell Tourismus und Naherholung, Dorf- und Stadtentwicklung, Regionale Wirtschaft, Land-, Forst- und Weinwirtschaft, Erhalt der Kulturlandschaft sowie Energie, Klimaschutz und zukunftsfähige Mobilität auf. „Wichtig ist dabei, dass es sich um innovative Projekte handelt“, erläutert der Leader-Regionalmanager. Förderungen für private Photovoltaik-Anlagen fielen beispielsweise bei der Vergabe der Leader-Fördermittel heraus, da hierfür bereits andere Gelder wie in diesem Fall von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) zur Verfügung stünden.

Mit welcher Zuwendung können Interessierte rechnen?
Insgesamt stehen in der aktuellen Förderperiode 2,7 Millionen Euro für innovative Projekte zur Verfügung. Entsprechend könnten private Antragssteller mit einem Zuschuss bis zu 40 Prozent, Vereine bis zu 80 Prozent und kommunale Antragssteller mit bis zu 75 Prozent rechnen. Die maximale Fördersumme pro Projekt liegt bei 200.000 Euro.

Welchen Zeitrahmen gibt es für die Förderung?
Die sechste Leader-Förderperiode ist bereits Ende 2023 in die nächste Runde gestartet und läuft noch bis 2028. Um eine Förderung für ihr Projekt zu erhalten, müssen sich Interessierte mit ihrem Vorhaben in der Frist zwischen 22. März und dem 20. September bewerben. Investiert das Leader-Programm in die jeweiligen Projekte, dann müssen diese bis zum Jahr 2030 umgesetzt werden. Weitere Informationen zu der Bewerbung gibt es bei dem Infoabend oder unter www.leader-rhein-haardt.de.

Wie wurde das Förderprogramm in der Vergangenheit von Privatleuten in der Region Rhein-Haardt angenommen?
In der zurückliegenden Förderperiode 2014 bis 2021 sei das Investitionsprogramm nach anfänglicher Skepsis gut angenommen worden, berichtet der Leader-Regionalmanager Dell: Insgesamt sind mehr als 80 Projekte in der Region Rhein-Haardt unterstützt worden. Besonders profitiert haben dabei Privatleute: Insgesamt seien durch die EU-Förderung Investitionen von 13 Millionen Euro ausgelöst worden, von denen neun Millionen in die Region flossen. Davon kamen etwa acht Millionen Euro privaten Antragsstellern zu Gute.

Was waren die erfolgreichsten Projekte in der Region, die bisher mit Leader unterstützt wurden?
Die Verlängerung des Pfälzer Mandelpfads von Kallstadt nach Bockenheim entlang der Deutschen Weinstraße ist ein Projekt, das während der vergangenen Leader-Förderung umgesetzt wurde. Insgesamt kostete der Ausbau die Verbandsgemeinde Freinsheim und die Stadt Grünstadt als gemeinsame Projektträgerinnen 73.000 Euro, wovon 35.000 Euro aus dem EU-Fördertopf stammten.

Abgesehen davon erhielten auch viele private Projektträger Geld, um mit ihren Ideen Leerständen in Stadt- und Ortskernen entgegenzuwirken. So wurde unter anderem eine leerstehende Mennonitenkirche im Dorfmittelpunkt Altleiningen zu einer Ferienwohnung umgebaut und um zwei Tiny Houses ergänzt. Gesamtkosten: 315.000 Euro, wovon 71.000 Euro EU-Zuwendungen und 24.000 Euro aus der Förderung des Landes stammten.

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