Grünstadt Erfrischung gesucht

«Grünstadt.» Das Spiel hat noch gar nicht angefangen und dennoch tropft der Schweiß nur so vom Körper: Bei Temperaturen jenseits der 30 Grad ist Sport wahrlich kein Vergnügen. Beim Leiningerland Cup wurde den Akteuren so auch einiges abverlangt. Dabei griffen nicht nur die Spieler zu Hilfsmitteln.
Es ist den Spielern im Grünstadter Rudolf-Harbig-Stadion anzusehen, dass die Sonne ihre Spuren hinterlässt. Das Trikot ist bereits schweißgetränkt, ehe überhaupt der Anpfiff ertönt. Bevor es aufs Feld geht, greifen die Akteure zur Wasserflasche, um einen ordentlichen Schluck zu sich zu nehmen. Die Sonne steht während den Spielen hoch, der Rasen wird zur Freiluft-Sauna. Bei jeder noch so kleinen Unterbrechung eilen die Fußballer an den Spielfeldrand, um sich mit den Händen eine kleine Erfrischung aus den bereitstehenden Wassereimern zu fischen. Zugute kommt den Fußballern die verkürzte Spielzeit: statt 90 wird zwei Mal 30 Minuten gespielt. Beim Halbfinalspiel des TuS Sausenheim gegen den SV Kirchheim (SVK) steht nach der regulären Spielzeit kein Sieger fest. Zu einer Verlängerung kommt es aber auf Bitten der Teams nicht. Es folgt vielmehr direkt das 11-Meter-Schießen – mit dem glücklicheren Ende für den SVK, der sich dann aber am Sonntag im Finale gegen den VfR Grünstadt mit 0:4 geschlagen geben musste. Um die Spieler bei der Hitze zu entlasten, verkünden manche Schiedsrichter vor Anpfiff, dass fünf statt der üblichen drei Wechsel möglich sind. Die Temperaturen machen aber nicht nur den Hauptdarstellern zu schaffen. Viele Zuschauer suchen nach Schattenplätzen und nehmen dafür auch weitere Entfernungen zum Spielfeld in Kauf. Wer keinen Platz unter einem der Sonnenschirme findet, baut auf die Bäume. „Im Schatten hält man es als Zuschauer definitiv aus, jetzt weht ja auch ein kleines Lüftchen“, antwortet Astrid Stempel am Rande des Spiels zwischen Sausenheim und Kirchheim auf die Frage, ob das Wetter ein Problem darstelle. In weiser Voraussicht hat sie es sich rechtzeitig mit einem Klappstuhl im Schatten bequem gemacht. „Den Spielern sieht man es aber an, dass sie bei dem Wetter zu kämpfen haben“, sagt Stempel. Zu deren Wohlbefinden hätte man ihrer Meinung nach durchaus noch ein paar mehr Wasserflaschen und Eimer bereitstellen können. Sie hat aber auch noch einen weiteren Vorschlag parat: „Balljungen am Spielfeldrand wären auch nicht schlecht gewesen.“ Schließlich verbrauchten die Akteure viel Zeit und Kraft beim Ballholen. Den Eindruck der Zuschauer bestätigt SVK-Kapitän Alexander Emrich. Er habe seinen Mit- und Gegenspielern den Kampf mit dem Wetter angemerkt. Ob er Bedenken gehabt habe, das Spiel könne aufgrund der Hitze abgesagt werden? „Nein, wir haben immer Bock, egal ob bei Schnee oder Hitze.“ Zudem sei die Wasserversorgung in Ordnung gewesen. „Und die Mannschaft hat alles gegeben.“