Grünstadt Doch kein Pfälzer Bundesliga-Team

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«Grünstadt/Annweiler.» Die Pläne des Pfälzer Tunerbunds (PTB) für eine Turngemeinschaft (TG) Pfalz werden vorerst nur in einer abgespeckten Form Realität. In einer neuen Landesliga soll sich der regionale Nachwuchs erst einmal beweisen, bevor über die Gründung einer Drittliga-Mannschaft nachgedacht wird. Die TSG Grünstadt will bald entscheiden, ob sie auch ein Team meldet.

Ende vergangenen Jahres hatte PTB-Vizepräsident Achim Wätzold noch von einem gemeinsamen Pfälzer Turnteam geträumt. Ziel war der Start in der Dritten Bundesliga, die Athleten hätten von den beteiligten Vereinen aus dem Verbandsgebiet kommen sollen. Jetzt kommen die Pläne etwas bescheidener daher: Ende August beginnen die Wettkämpfe in einer neu gegründeten Landesliga, in der die Vereine eigene Teams stellen. Wätzold begründet die Entscheidung so: „Wir wollen nicht, dass das eine oder andere Spitzentalent frustriert ist, wenn so ein TG-Team in der Dritten Liga dann nicht die nötige Qualität hätte.“ Soll heißen: In der Breite fehlen der Pfalz noch männliche Nachwuchsturner, die schon reif für den Bundesligabetrieb wären. Tatsächlich sind solche jungen Athleten derzeit fast ausschließlich bei der TSG Grünstadt zu finden – die will aber natürlich ihre Talente vor allem für das eigene Spitzenteam ausbilden. Aufstrebende Sportler wie etwa Noah Graf, Justus Fröhlich oder Joachim Kindler stehen bereits auf dem Sprung in die Erste Mannschaft. Wätzold hat das offenbar auch erkannt: „Wir haben ja eigentlich schon ein Zweitliga-Team bei der TSG und das soll auch weiter Bestand haben.“ Der PTB backt also jetzt erst einmal kleinere Brötchen. In der neuen Landesliga kann ohne viel Druck sondiert werden, ob die pfälzische Nachwuchsbasis mittelfristig das nötige Potenzial bietet. Zudem wird so verhindert, dass Sportler, die nicht das Zeug zum Spitzensport mitbringen, weiter in benachbarte Bundesländer abwandern, um dort an einem Ligawettkampf teilzunehmen. Anders als beispielsweise in Baden fehlte in der Pfalz eine solche regionale Wettkampfklasse bislang. Bei den Verantwortlichen der TSG Grünstadt treffen die Pläne auf Zustimmung. „Natürlich ist das eine gute Sache“, sagte beispielsweise Teammanager Thorsten Graf. „So kann der Sprung in die Bundesliga für unsere Jungs verkleinert werden.“ Noch steht die offizielle Meldung der TSG aber aus – die Frist läuft noch bis Ende Mai. Im Laufe der kommende Woche soll demnach nach Gesprächen mit dem Vorstand eine Entscheidung fallen. Dann ist auch klar, welche Athleten in der kommenden Zweitliga-Saison welche Geräte turnen werden – das wird beim gemeinsamen Training des erweiterten Bundesligakaders am Sonntag geklärt. Dies ist insofern relevant, da die Turner bei einem Einsatz in der Ersten Mannschaft für die Landesliga gesperrt wären.

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