Grünstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Berlin: Bahnradsprinter Hackmann kommt mit Silber und Bronze nach Hause

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Was hat der Junge für eine Entwicklung genommen: Henric Hackmann, der 16 Jahre alte Bahnradsprinter, kehrt mit einer Silber- und einer Bronzemedaille von den deutschen Jugendmeisterschaften im Bahnradsport in Berlin in seinen Heimatort Kirchheim zurück. Silber im Sprint, Bronze im 500-m-Zeitfahren, dazu ein vierter Platz im Teamsprint mit Luca Spiegel und Philip Straßer sowie Platz fünf im Keirin – das Mitglied des deutschen Jugend-Nationalkaders hat in seinem zweiten Jugendjahr den Durchbruch geschafft.

„Ich bin zufrieden. Ich habe mir vielleicht über 500 Meter ein bisschen mehr vorgestellt, bin da aber eine neue Bestzeit gefahren, das ist ja auch was“, sagte Hackmann, „die anderen sind brutal stark“. Willy Weinrich etwa, der Thüringer, der alle vier Titel in der Jugendklasse gewann, aber auch sein Kollege vom Bahnteam Rheinland-Pfalz, der Landauer Luca Spiegel.

Mit ihm duellierte er sich vor allem im Sprint, schlug ihn in drei Halbfinalläufen. „Wenn ich Weinrich geschlagen hätte, wäre ich so froh gewesen, aber ich hatte davor ja drei anstrengende Läufe gegen Luca, die waren alle richtig knapp, danach war ich ziemlich platt“, gestand er. Luca Spiegel war sowohl in der 200-m-Qualifikation wie auch im Zeitfahren einen Tick schneller. „Hacki“ fuhr 10,93 und 33,54 Sekunden. „Alles, was unter elf und unter 34 Sekunden ist, ist absolute Spitze“, sagt Landestrainer und Teamchef Frank Ziegler und lobt „Hacki“: „Tolle Entwicklung. Der war in Berlin total gut drauf, macht Spaß, mit ihm und dem ganzen Team zu arbeiten. “

Nächster Schritt: Umzug ins Internat am Heinrich-Heine-Gymnasium in Kaiserslautern

Im kommenden Jahr steigt Hackmann in die Juniorenklasse auf. Schon in der kommenden Woche steht für ihn ein ganz anderer Wechsel an: Er zieht ins Internat am Heinrich-Heine-Gymnasium in Kaiserslautern, wo er nach den Ferien in die 11. Klasse kommt. Dort hat gerade sein Bruder Alexander das Abitur gemacht. Das HHG ist die Eliteschule des Sports. „Ich bin bis jetzt immer hingefahren. Ob das Internat der richtige Schritt ist, weiß ich noch nicht. Ich werde sehen, wie es mit der Schule läuft, wie es sportlich läuft, und ich denke, wenn es gut läuft, mache ich es weiter so“. Ja, so ist der 16-Jährige: sehr nachdenklich, sehr strukturiert und auch fokussiert. „Wenn ich sehe, was aus mit geworden ist, bin ich super zufrieden“, sagt er und grinst.

Frank Ziegler hatte ihn vor drei Jahren beim Athletiktest in Ludwigshafen kennen- und schätzen gelernt. Rein äußerlich schon ist Hackmann ein auffallender junger Mann. Fast 1,90 Meter groß, bei 71 Kilogramm Körpergewicht. Ein spindeldürrer Schlaks. Sein Spitzname: „Speiche“. Alle rufen ihn so. „Als mich Herr Ziegler angesprochen hatte, ob ich in die Trainingsgruppe wollte, war ich mir unsicher. Aber ich denke heute, es war auf jeden Fall der richtige Weg“, sagt der 16-Jährige, der inzwischen enorm viel Selbstbewusstsein getankt.

Anfänge beim SV Obersülzen und beim RV Einigkeit in Rodenbach

Er wollte Fußballer werden, kickte in Obersülzen, „aber ich war nicht besonders gut. Nur schnell. Ich brauchte was, bei dem ich schnell rennen oder fahren konnte. Beim Radfahren waren nicht so viele Bewerber, dann bin ich einfach mal hin. Hat geklappt“, beschreibt er seinen Weg vom Anfänger zum Nationalfahrer. In weniger als drei Jahren beim RV Rodenbach.

Welche Disziplin er am liebsten macht? „Hhhmm. Eigentlich keine. Doch, eigentlich glaube ich Sprint. Aber ich mache alles gerne“, sagt er zögerlich. „das Duell Mann gegen Mann reizt, das ist der Unterschied.“

Was er am Teamsprint zu dritt liebt: „Da bist du nicht alleine, da bist du nicht so aufgeregt, aber Aufregung ist ja auch gut. Gefällt mir. “ Henric Hackmann zeigt in jedem Gespräch seine Nachdenklichkeit und überrascht einen auch. Er ist einer, der auch mal einen Spruch raushaut, über den die ganze Trainingsgruppe dann herzlich lachen kann. Es ist schon cool zu sehen, wie „Speiche“ sich weiterentwickelt hat.

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