Bockenheim
Bald soll im ganzen Ort Tempo 30 gelten
Von Julia Helwig
Einstimmig hat sich der Gemeinderat am Mittwochabend für eine Tempo-30-Beschränkung im Ort ausgesprochen. Schon 2014 war bei der Verbandsgemeinde ein Antrag auf Tempo 30 im gesamten Ort gestellt worden. Allerdings konnte das Anliegen aus verkehrstechnischen Gründen erst mal nur an einigen Stellen durchgesetzt werden. Nachdem eine Verkehrsschau stattgefunden, stellt sich die Lage nun etwas anders dar: Auf einmal geht es doch.Andreas Müller von der Verbandsgemeinde Leiningerland sagt: „Eine Anordnung ist bereits gemacht. Die Schilder können noch bis zum Spätsommer angebracht werden.“ Tempo 30 wird dann auf allen Bockenheimer Straßen gelten, die in der Verantwortung der Gemeinde liegen. Im gesamten Dorfkern muss dann langsamer gefahren werden.
Für die vielbefahrene Weinstraße (B 271), für die der Landesbetrieb Mobilität (LBM) zuständig ist, gilt das allerdings noch nicht. Dort ist bislang nur ein Streckenabschnitt als Tempo-30-Zone ausgewiesen. „Der LBM wird sich das aber noch mal anschauen“, informiert Bürgermeister Gunther Bechtel (SPD) und hofft auch hier auf eine Geschwindigkeitsreduzierung für den ganzen Ort. Ein Lärmgutachten, das der LBM benötige, liege bereits vor, so der Ortschef.
Die Erleichterung über den Beschluss war vielen Ratsmitgliedern ins Gesicht geschrieben. Jürgen Schumacher (SPD) resümierte: „Ein generelles Tempo-30 bringt kein Durcheinander mehr.“ Dass es nun in Bockenheim wesentlich mehr Schilder geben werde, damit müsse man leben. Einen Schilderwald soll es laut Bechtel aber nicht geben. Müller zufolge sind auch Markierungen auf der Straße möglich, um die Zonen deutlicher zu kennzeichnen.
Dorferneuerung geht demnächst weiter
Das Planungsbüro Stadtgespräch aus Kaiserslautern wird sich um die Fortschreibung des Dorferneuerungskonzepts für Bockenheim aus dem Jahr 1999 kümmern. Auch das hat der Gemeinderat am Mittwochabend einstimmig entschieden. Stadtplanerin Julia Kaiser stellte sich und das Büro vor und erklärte anhand von Beispielen aus verschiedenen Gemeinden, die ihr Team betreut, welche Möglichkeiten Bockenheim durch ein Dorferneuerungskonzept hat. „Kommunale Gebäude, die im Konzept stehen, können mit bis zu 65 Prozent bezuschusst werden“, sagte Kaiser und wies darauf hin, dass auch Privatpersonen finanzielle Unterstützung erhalten können. Das Team biete Beratung an.
Die Stadtplanerin lobte die bereits vorhandene gute Infrastruktur in der Gemeinde und erklärte dem Rat den Ablauf. „Die bereits durchgeführte Dorfmoderation bildet die Grundlage, Ideen sind gesammelt worden“, so Kaiser. In diesem und im kommenden Jahr wolle man mit der Planung beginnen und Vorschläge für das Konzept erarbeiten. 2021 oder 2022 könne dann mit der Umsetzung der Maßnahmen begonnen werden, erklärte Kaiser.
Die Dorfmoderation fand von April 2013 bis Juli 2014 statt. Die Kosten für die Fortschreibung des Dorferneuerungskonzepts in Höhe von rund 10.230 Euro können bis zu 80 Prozent gefördert werden. „Somit kommen auf uns lediglich rund 2000 Euro zu“, sagte Bürgermeister Gunther Bechtel (SPD).