Ebertsheim RHEINPFALZ Plus Artikel 10 000 Euro Preisgeld für das Renaturierungsgebiet

Das Architektenehepaar Valentin (links) kam ebenso zur Preisverleihung wie Klimaschutzmanagerin Sonja Kasprick, Beigeordneter Ka
Das Architektenehepaar Valentin (links) kam ebenso zur Preisverleihung wie Klimaschutzmanagerin Sonja Kasprick, Beigeordneter Karl Meister (vorn), Bernd Findt (Zweiter von rechts) und Frank Rüttger (rechts). Im Zentrum des Geschehens: Claus Peinemann vom Verband Region Rhein-Neckar, der die Auszeichnung überreichte.

Bei den Bürgern des Leiningerlands kommt das Renaturierungsgebiet am Eisbach ohnehin schon gut an, gestern hat es auch eine Anerkennung von offizieller Seite erhalten. 10 000 gibt’s vom Verband Region Rhein-Neckar – für ein „beispielhaftes Projekt“.

Dass einer von drei großen Preisen des Wettbewerbs „Landschaft in Bewegung“ dieses Jahr an die Verbandsgemeinde Leiningerland gehen wird, stand schon länger fest. Der Freude bei der Übergabe des Schecks und einer Sieger-Plakette tat das aber keinen Abbruch. Claus Peinemann, Regionalreferent des Verbands Region Rhein-Neckar (VRRN), war zum feierlichen Anlass nach Ebertsheim gekommen, um sich das Gebiet am Eisbach in natura anzusehen. Er nannte das 3,5 Hektar große Areal, das durch einen Spielplatz und Fußwege neben Ökologie und Gewässerschutz auch einen sozialen Zweck erfülle, „beispielhaft“ und ließ durchscheinen, dass bei der zehnköpfigen Wettbewerbs-Jury große Einigkeit in puncto Ebertsheim bestand.

Die Auszeichnung durch den VRRN ist dieses Jahr mit jeweils 10.000 Euro für die drei Sieger und 5000 Euro für vier weitere lobende Erwähnungen dotiert. Peinemann zufolge gab es in der sechsten Ausgabe des seit 2010 stattfindenden Wettbewerbs 20 Bewerbungen aus allen Ecken der Metropolregion – und mithin auch aus allen zehn umfassten Landschaftsräumen, zu denen neben dem Pfälzerwald unter anderem die Rheinebene, das Neckartal und der Kraichgau gehören. Bei der VRRN wird von den „Prächtigen Zehn“ gesprochen und Ebertsheim reiht sich mit seiner Prämierung nun in den Reigen von bisher 39 Aushängeschildern ein.

Ein Aushängeschild der „Prächtigen Zehn“

Der VRRN lobt den Wettbewerb „Landschaft in Bewegung“ alle zwei Jahre aus, weil es zu seinen Aufgaben gehört, die Weiterentwicklung der Landschaften in der Metropolregion zu fördern. Um den Kommunen einen Anreiz zur Beteiligung zu bieten, werden sie regelmäßig aufgerufen, Landschafts- und Grünprojekte mit „regionalem Mehrwert einzureichen, die dazu beitragen, die ,Prächtigen Zehn‘ weiter aufzuwerten“. Die Bewerbung aus Ebertsheim hat den Verband laut Peinemann damit überzeugt, dass das Areal „als Baustein der angestrebten nachhaltigen und zukunftsfähigen Kulturlandschaftsentwicklung in der Region“ betrachtet werden kann.

Ebertsheims Bürgermeister Bernd Findt erfüllt die Prämierung nicht zuletzt deshalb mit Stolz, weil das Renaturierungsgebiet für ihn ein Herzensprojekt ist. Er erinnerte bei der Preisverleihung daran, wie er seinerzeit viel Zeit und Kraft investierte, um das Gebiet zu ermöglichen, das zwar schon lange geplant war, aber nicht umgesetzt wurde, weil sich die dafür nötigen Grundstücke nicht erwerben ließen. Nach Rücksprache mit dem Architekten Andreas Valentin sei damals ein anderer Zuschnitt gewählt worden – und schließlich gelang es, das Großprojekt doch noch an den Start zu bringen.

Interesse am Renaturierungsgebiet ist groß

Einer der großen Unterstützer sei Verbandsbürgermeister Frank Rüttger gewesen, hob Findt in seiner Ansprache hervor. Rüttger selbst, der ebenfalls anwesend war, betonte, dass es ich bei dem Renaturierungsgebiet um das erste große vollendete Projekt der fusionierten Verbandsgemeinde Leiningerland handelt. Ihn freue vor allem, dass es mittlerweile so gut angenommen werde, erklärte er vor im Hintergrund am Wasser spielnden Kindern aus der Waldgruppe der Ebertsheimer Kita. Das Geld solle unter anderem für ein Monitoring des Areals verwendet werden, so Rüttger. Außerdem seien Angebote für Jugendliche und vielleicht eine Ergänzung des Spielplatzes geplant.

Der Ebertsheimer Architekt Andreas Valentin schließlich, der bereits seit 30 Jahren am und mit dem Eisbach arbeitet, erinnerte an den ökologischen Wert der Renaturierung und an den für den Hochwasserschutz. Das Interesse am Projekt reiche weit über den Ort und die Verbandsgemeinde hinaus, sagte er. Sowohl Biologen als auch andere Kommunen seien schon zu Gast gewesen, um sich in einem der größten Gebiete dieser Art in Rheinland-Pfalz zu informieren.

Das Hochwasser der vergangenen Wochen habe zudem gezeigt, dass das Konzept aufgehe: Während die dafür vorgesehenen Flächen im Renaturierungsgebiet alle voll gestanden hätten, seien die Straßen im Ort diesmal nicht überschwemmt gewesen.

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