Frankenthal Zwei Minuten im 185 Grad heißen Ölbad

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Den Weg der speziellen Chips-Kartoffel in die Tüte vollzogen 20 Zeitungsleser bei der letzten RHEINPFALZ-Sommertour in diesem Jahr im Intersnack-Werk auf der Petersau. Sie besuchten das älteste Chipswerk Deutschlands, das 1962 von der Familie von Opel im Norden Frankenthals gegründet wurde.

Rund 22.000 Tonnen Chips verlassen jährlich das Werk auf der Petersau. Mehr als 50 Artikel, Chips in verschiedenen Mengenpackungen, mit verschiedenen Würzungen werden hier produziert. Mit dabei, die umsatzstärksten Markenchips – Funny, der deutschlandweite Marktführer, und Chio, die regional die Nase vorne haben, wie Angela Rascher den RHEINPFALZ-Lesern erklärte. In beiden Fällen greifen die Kunden am liebsten auf die Würzmischung Ungarisch zu. Chips zum zweiten Frühstück gab es für die Besucher bei einer kleinen Einführung in Firmengeschichte und Produktion. Aus der Vogelperspektive zeigte Prozessoptimiererin Rascher die geografische Einbettung des Werkes: Werksintern heiße es, das neben Deutschlands größter Firma, der BASF in Ludwigshafen, die mit dem besten Produkt liege. In Chio stecken die Namen der Gründerfamilie von Opel: Carlo, Heinz und Irmgard von Opel. Irmgard von Opel brachte in den 1960er-Jahren die Idee der Chips-Produktion aus Amerika mit in die Pfalz. Fünf Werke hat Intersnack heute in Deutschland. Auf der Petersau sind 130 Mitarbeiter in drei Schichten beschäftigt – von montags, 4, bis samstags, 6 Uhr. Vor Großereignissen wie einer Fußball-Weltmeisterschaft würden Zusatzschichten bis sonntags 6 Uhr gefahren. Am Wochenende werden die Maschinen grundgereinigt. Fast 90 Prozent der in Frankenthal produzierten Chips werden im Inland verzehrt. 1977 übernahm Funny Frisch das Werk. Seit 1985 firmiert der Firmenverbund unter Intersnack. Auf der Petersau wurde mit der Zeit immer wieder modernisiert und investiert, zuletzt in eine Wasch- und Polieranlage. Zwei große und eine kleine Chipslinie gibt es in der Produktionshalle. Beim Rundgang erfuhren die Leser, warum die Chipsproduktion am heimischen Herd niemals so gelingen wird wie auf der Petersau. Die normale Speisekartoffel hat einen zu hohen Zuckergehalt und wird beim Frittieren zu braun. In die Chipstüte kommen Spezialzüchtungen, die für den normalen Verzehr weniger schmackhaft sind. Intersnack begleite die Landwirte vom Saatgut bis zur Ernte, sagt Rascher. 80 Prozent der auf der Petersau verarbeiteten Kartoffeln kommen aus der Pfalz. Derzeit wird neben der normalen Produktion eingelagert – unter speziellen Bedingungen. „Bei normalen Licht beginnt die Kartoffel zu arbeiten. Bei uns hält sie länger“, sagt Angela Rascher. Nach mehreren Kontrollen auf Schmutz, Zucker und Wassergehalt startet die Produktion. Auf dem Weg zur Tüte bleiben noch einige Kartoffeln auf der Strecke. Zu kleine werden ebenso aussortiert wie zu große. Auch nach dem Frittieren fallen Chips noch durch das Raster. Der größte Teil der Abfälle wird in irgendeiner Form weiterverwertet – sei es in der Stärkeindustrie, in Biogasanlagen oder als Tierfutter. Kernstück der Produktion sind die Frittierwannen. Nur rund zwei Minuten verweilen die Chips im dortigen 185 Grad heißen Ölbad. Kenner erkennen die Chips an ihrer Schnittstärke, die je nach Marke und Abnehmer etwas anders ausfällt. Und natürlich an den Würzmischungen, die laut Rascher bei Markenchips hochwertiger sind als bei Discounterchips. |nt

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