Frankenthal Zum Wählen aufgerufen

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Es gibt weiterhin viel für die Gewerkschaften zu tun, diesen Eindruck vermittelten die Vorstandsmitglieder der IG Metall Ludwigshafen Frankenthal bei ihrer Ordentlichen Delegiertenversammlung vergangene Woche im TSV-Heim Eppstein. Die Wahlmöglichkeiten sowohl beim Betriebsrat wie bei der Bundestagswahl sollten unbedingt genutzt werden, appellierte Erster Bevollmächtigter Günter Hoetzl.

Das Problem, dass die Versammlung zunächst nicht beschlussfähig war, löste sich eine halbe Stunde nach Beginn. Politische Sekretärin Birgit Mohme ging auf das neue Betriebsrentengesetz ein, drückte ihre Hoffnung aus, dass auch Kleinbetriebe dazu stünden. Die Tendenz einiger, die Bezahlung nicht mehr an der Leistung, sondern an dem Zeitaufwand auszurichten, sah sie kritisch. Außerdem entstünden immer mehr Share Service Center, das heißt: selbstständige Strukturen innerhalb eines Unternehmens, mit denen ein internes Auslagern von Aufgaben stattfinde. Die Tariferhöhung im Elektrohandwerk gelte seit 1. Juni, so Politischer Sekretär Matthias Franz, und betrage drei Prozent, im Kfz-Handwerk würden 75 Euro monatlich für Mai bis August gezahlt, ab 1. September gebe es eine Tariferhöhung von 2,9 Prozent. Traurig sei die Werksschließung von Halberg Maschinenbau in Ludwigshafen, die leider nicht habe verhindert werden können, außerdem die Insolvenz von Bopp & Reuther Messtechnik, Speyer. Bei Ampegon Antenna System, Ludwigshafen, und GE Jenbacher in Frankenthal würden Teile ausgelagert. Mit Blick auf den Zusammenschluss von John Deere und der Wirtgen Group (Vögele) sagte Hoetzl, dass Wirtgen Group im Gegensatz zu früher zu Gesprächen mit IG Metall bereit sei. John Deere wolle die einzelnen Bereiche erhalten. Die Anzahl der Mitglieder im Bezirk Ludwigshafen-Frankenthal sei um 0,7 Prozent gesunken. Sie betrage aktuell 9924, sagte Hoetzl. Im Geschäftsbericht stehen Einnahmen von 37.597 den Ausgaben von 8553 Euro gegenüber. Als neuen Beisitzer wählten die Delegierten in Eppstein Altan Kilic von TE Connectivity, Speyer. Hoetzl berichtete von einer Befragung der IG Metall, an der 680.000 Mitglieder in 700 Betrieben teilgenommen hätten. Besonders wichtig seien den Umfrageteilnehmern eine sichere Arbeitswelt, gerechte Tarife, selbstbestimmtes Arbeiten, verlässliche soziale Sicherung und eine Umverteilung von oben nach unten. Nicht einmal jeder zweite Befragte habe angegeben, bis zum Alter von 67 Jahren arbeiten zu können.

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