Frankenthal „Viva Frankenthal“
Keine touristische Städtereise, sondern ein herzliches Willkommen bei Freunden sei der Besuch einer Delegation in der Partnerstadt Rosolini gewesen. Das berichtet Barbara Fresenius, Leiterin des Büros von Oberbürgermeister Martin Hebich. Bürgermeister Giuseppe Incatasciato hatte die Pfälzer zu den Feierlichkeiten zum Namenstag des heiligen Josef nach Sizilien eingeladen. Heute werden Austauschschüler aus Rosolini im Frankenthaler Rathaus begrüßt.
Überwältigt sei die Pfälzer Abordnung, zu der neben Fresenius, Hebich und Städtepartnerschaftsbeauftragter Judith Veth die Stadträte Doris Schwarz (CDU), Magali Leidig-Petermann (SPD), Gerhard Meissel (FWG) und Dr. Gerhard Bruder (Grüne) sowie EWF-Mitarbeiterin Daniela Sabia als Übersetzerin gehörten, von der Gastfreundschaft gewesen. Dass die offiziell erst fünf Monate alte Partnerschaft eine Herzensangelegenheit der Bevölkerung sei, habe man unter anderem sonntags beim Umzug gespürt. Die sizilianisch-pfälzisch besetzten Kutschen seien mit „Viva Rosolini! Viva Frankenthal!“ bejubelt worden. „Italiener mit deutschem und italienischem Pass leben hier bereits ein europäisches Selbstverständnis“, so Fresenius. Was diese Städtepartnerschaft auszeichne, sei, dass sie von Frankenthaler Bürgern mit familiären Wurzeln in Rosolini initiiert wurde. Dazu zählen auch die Familien Gennaro und Modica, die die offizielle Delegation auf der Reise begleiteten. Einwohner von Rosolini hätten Oberbürgermeister Martin Hebich freudig auf der Piazza und in der Kirche begrüßt, ihm von ihrer Zeit als Gastarbeiter in Frankenthal berichtet oder ihm freundlich winkend in perfektem Pfälzisch „Herr Birgermeischder“ zugerufen. „Selbst junge Familien steuerten auf der Piazza Garibaldi zielstrebig auf den Pfälzer mit Amtskette zu, um ihm ihre Verbindung mit Frankenthal darzulegen“, schildert Fresenius. Neben dem San-Guiseppe-Fest stand unter anderem eine Besichtigung bei dem Bio-Demeter-Betrieb Agriblea in Ispica auf dem Programm, dessen Inhaber Giorgio Agosta aus Rosolini stammt. Geerntet werde im Noto-Tal Ende Juni. Die rund 35 Hektar große Anbaufläche werde nach der Ernte zur Trocknung der verarbeiteten Tomaten in der Sonne genutzt. 98 Prozent der Ware würden ins Ausland exportiert, davon 20 Prozent nach Deutschland, wo das Bio-Handelshaus Dennree die zertifizierte Ware vertreibe. Die Städtepartnerschaft solle neben der kulturellen und sportlichen die wirtschaftliche Zusammenarbeit, insbesondere im Kulturtourismus, stärken. Die Delegation wolle dafür bei den Frankenthaler Reisebüros und der VHS werben, so Fresenius. Zum Gegenbesuch habe man Vertreter der Partnerstadt eingeladen zur Jubiläumsfeier „900 Jahre Grundsteinlegung des Augustiner Chorherrenstifts“. Die Städtepartnerschaft könne den „Mut zu Europa“ an die junge Generation weitergeben, so Hebich, der heute erstmals Austauschschüler aus Sizilien und ihre Gastgeber vom Albert-Einstein-Gymnasium im Frankenthaler Rathaus begrüßt.