Frankenthal Viel Spaß und ein blaues Auge

Kann auch Anregungen für den Physikunterricht in der Schule liefern: der Fidget Spinner.
Kann auch Anregungen für den Physikunterricht in der Schule liefern: der Fidget Spinner.

Ein neuer Spielzeugtrend fasziniert Kinder und Jugendliche in Deutschland: der Fidget Spinner. Der in den verschiedensten Variationen erhältliche Handkreisel hat sich vor allem unter Kindern sehr schnell ausgebreitet – und damit auch in den Schulen. Eine RHEINPFALZ-Umfrage in Frankenthal ergibt: Nicht überall ist er gern gesehen.

Schüler bringen das Spielgerät in den Unterricht mit, es sei jedoch „hinderlich“ und eine „große Ablenkung“, meint Georg Bauer, Konrektor der Grundschule Eppstein-Flomersheim. Die Konzentration solle auf den Unterricht, nicht etwa auf Spielzeuge gerichtet werden. Bei einigen Kindern gebe es das Problem, dass sie den Spinner ihren Mitschülern zeigen wollten. Oft hätten sie dafür sogar mehr als einen dabei. Trotzdem habe es nie einen Grund gegeben, ein Verbot auszusprechen, denn die Benutzung finde „hauptsächlich außerunterrichtlich“ statt: in der Betreuungszeit von 12 bis 14 Uhr, in der die Kinder basteln, malen und spielen dürfen, auf dem Nachhauseweg und im Nachmittagsspiel. Anders sieht es in der Carl-Bosch-Grundschule aus. Der Spinner übe eine regelrechte Faszination aus, sagt Rektorin Ingrid Göhler. „Es bereitet ihnen viel Freude, und in den Pausen spielen sie damit.“ Aber während des Unterrichts müsse er in der Tasche bleiben. Mit dieser Regelung habe es in der Grundschule keine großen Probleme gegeben. Sowieso sieht Schulleiterin Göhler den Spinner als ein Spielzeug an, das – wie viele vor ihm – kommt und geht. In der Friedrich-Ebert-Realschule plus dagegen habe es schon einen Zwischenfall gegeben. Der Spinner flog einem Schüler ins Gesicht, zurück blieb ein blaues Auge. Als Reaktion habe die Schule Rundschreiben verteilt, in denen ein richtiger Umgang mit den Spielzeugen erklärt wurde, sagt Schulleiter Stephan Hirt. Vor allem gelte es, vorsichtig zu sein und niemanden im Gesicht und am Auge zu treffen. Dieses Rundschreiben ist laut Hirt gut angenommen worden, und zu weiteren Problemen ist es seitdem nicht gekommen. Erlaubt seien die Spielzeuge nur in den Pausen, so Hirt. Einen anderen Umgang mit den Spinnern mache der Techniklehrer mit den siebten Klassen vor: Am Modell Fidget Spinner seien Kugellager betrachtet worden. Die Schüler hätten die Funktionsweise der Spinner verstanden und hätten ihre „eigenen, kreativen Ideen, was Form und Design betrifft“, ausleben können. Das Projekt sei „sehr gut angekommen“, so Hirt. Schulleiter Paul Volz der Robert-Schuman-Integrierten Gesamtschule kennt die Fidget Spinner zwar, ließ aber auf RHEINPFALZ-Anfrage über sein Sekretariat ausrichten, dass er über deren Erfolg eher verwundert sei.

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