Tischtennis RHEINPFALZ Plus Artikel Sollen die Tischtennisspieler wieder an die Platte?

2,74 Meter ist eine Tischtennisplatte lang. Eigentlich ausreichend, um den Sicherheitsabstand in Corona-Zeiten einzuhalten.
2,74 Meter ist eine Tischtennisplatte lang. Eigentlich ausreichend, um den Sicherheitsabstand in Corona-Zeiten einzuhalten.

Während es bei so mancher Individualsportart langsam, wenn auch mit Einschränkungen, mit dem Trainingsbetrieb losgeht, dauert die Corona-Zwangspause bei den Tischtennisspielern noch an. Der Deutsche Tischtennisbund (DTTB) macht sich aber Gedanken darüber, wie es bei einem möglichen Neustart weitergehen könnte. Auch Spieler von Vereinen aus der Region haben sich dazu ihre Gedanken gemacht.

Seit März ist der Betrieb im Tischtennis eingestellt. Erst wurde der Spielbetrieb ausgesetzt, dann wurden auch die Hallen zugemacht. Und schließlich folgte als finaler Schritt der Saisonabbruch.

Der Tischtennisdachverband und seine Landesverbände wurden über den Deutschen Olympischen Sportbund und die Landessportbünde aufgefordert, konkrete Vorschläge zu einem angepassten Sporttreiben für den Zeitpunkt vorzulegen, ab dem die aktuellen Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus weiter gelockert werden. „Wir wollen keine Forderungen stellen oder gar Druck gegenüber der Politik aufbauen, sondern unseren Beitrag leisten, um solidarisch mit den anderen Gesellschaftsgruppen und Sportverbänden die Corona-Krise bestmöglich zu bewältigen“, stellt DTTB-Präsident Michael Geiger klar. Der DTTB hat einen zweistufigen Plan entwickelt, der erst den Trainingsbetrieb möglich macht, danach sollen dann auch wieder Wettkämpfe möglich sein.

DTTB: Tischtennis ist ein Individualsport

2,74 Meter ist eine Tischtennisplatte lang, sodass der Mindestabstand in fast jeder Spielsituation eingehalten werden kann. Zudem handele es sich um einen Individualsport, wie der DTTB nochmals hervorhebt. Unter anderem sieht die Anpassung der Trainings- und Wettkampfpraxis des DTTB vor, dass Hygiene- und Abstandsregelungen einzuhalten sind. Auch die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Der Auf- und Abbau von Tischen und Materialien sollen von einer fest eingeteilten Person, die Handschuhe und Mundschutz trägt, gemacht werden. Dort, wo es möglich sei, soll auch auf dem Außengelände trainiert werden. Tische sollen durch Umrandungen getrennt werden, sodass die Spielbox eine Größe von zwölf mal sechs Meter aufweist. Jeder Spieler soll nur seine eigenen Schläger benutzen. Es soll feste Trainingspaarungen geben. Natürlich wird nur Einzel gespielt. Wie im Tennis soll jeder eigene Bälle, die entsprechend markiert werden, zum Training mitbringen, die nur ein Spieler berührt. Das Schweißabwischen am Tisch soll unterbleiben.

TTC-Damen: Training erst wieder vor Saisonstart

„Wenn wir momentan trainieren wollten, fände ich die Maßnahmen gut. Auch damit überhaupt etwas angeboten wird“, sagt Daniela Braun vom Damen-Pfalzligisten TTC Frankenthal. Aber: Die TTC-Damen stellten nach der Saison, wie in jedem Jahr, den Trainingsbetrieb ein. Erst kurz vor Rundenbeginn greifen sie wieder zu den Schlägern. Als wettbewerbsfähig sehe sie die Vorgaben jedoch nicht, da ohnehin im Regelfall Doppel gespielt wird und auch ein Schiedsrichter in unmittelbarer Nähe am Tisch stehe.

Stofleth: Überlegungen als gute Basis

Christian Stofleth, Neuzugang des Oberligisten TTF Frankenthal, sieht seinen Sport nach eigenen Worten meilenweit vom Wettbewerb entfernt. Die Überlegungen dienten als gute Basis für einen Trainingsbetrieb, auch wenn sie nicht in allen Punkten leicht umzusetzen seien. „Ob das im Training dann genau in jedem Punkt eingehalten wird, kann ich mir nicht vorstellen“, sagt Stofleth. Die Regelung mit den Bällen halte er für kompliziert, aber machbar. Auch sieht er bei seinem neuen Verein durchaus einen Vorteil. Da die Trainingshalle enorm groß sei, könne man dort drei Tische mit ausreichendem Abstand zueinander aufstellen. „Das Problem mit den Schlägern stellt sich für mich auch nicht. Bei uns hat jeder einen eigenen Schläger. Das kann bei Anfängern aber mal schwierig werden.“

Spieß: Angst, dass Über-60-Jährige nicht mehr kommen

Endlich wieder spielen will Gottfried Spieß vom TV Lambsheim. „Wenn man genug Abstand hält, reicht das doch vollkommen. Jeder will so schnell wie möglich wieder an die Platte. Ich habe aber Angst, dass manche Spieler, die älter als 60 Jahre sind, nicht mehr kommen, weil sie Angst haben, sich zu infizieren“, sagt Spieß. Damit sich nicht gleich größere Trainingsgruppen ansammeln, würde der Lambsheimer gerne vorerst nur mit der Hälfte der üblichen Personenanzahl trainieren. Hierzu kam aus der Westpfalz der Vorschlag von Helmut Schneider (TSG Kaiserslautern) und Dominik Schwarz (TTC Kreimbach-Kaulbach), womöglich die Trainingszeiten zu verlängern und eine Art Plattenbuchungssystem wie bei den Tennisplätzen einzurichten, um Kontakt weiter zu minimieren.

Die vom DTTB angedachten Ansätze würde Spieß möglichst gerne vermeiden, um zu einem geregelten Trainingsbetrieb zurückzukehren, wie er vor dem Virus war. „Mir fehlt mein Tischtennis. Aus sportlichen und sozialen Gründen. Ich bin froh, wenn wir wieder an die Platte können“, stellt Spieß fest.

Geib: Erwachsenentraining möglich

Eckhard Geib, Abteilungsleiter des TTV Bobenheim, würde gerne noch etwas zuwarten. „Erwachsenen-Training wäre sicherlich möglich“, meint er mit Verweis auf die DTTB-Vorschläge. 20 Jugendliche in einem Training halte er jedoch für ganz schwierig kontrollierbar. Vorpreschen will Geib aber auf keinen Fall. „Wir werden jetzt erst einmal abwarten, was der Pfälzische Tischtennisverband dazu sagt. Das in der Praxis umzusetzen, wird aber schwer. Aber es ist besser als gar nichts“, meint Geib.

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