Frankenthal
Schulbuchausleihe: Mammutaufgabe in Mörscher Au
Die Schulbuchausleihe gibt es in Frankenthal seit 2011, zum zweiten Mal läuft sie in diesem Jahr unter Corona-Bedingungen ab. Im vergangenen Sommer organisierte die Stadtverwaltung die aufwendige Rücknahme und Ausgabe der gut 7000 Bücher für fast 4000 Schüler aus 19 kommunalen Schulen dezentral in den Schulen – um den Infektionsschutz nach der zweiten Corona-Welle zu gewährleisten.
Jetzt hat das zweite Konzept Premiere: Da die Vorschriften zum Hygieneschutz lockerer geworden sind, findet die Schulbuchausleihe wieder am gewohnten Ort statt – in der Mehrzweckhalle Mörscher Au. Um den Publikumsverkehr zu entzerren, war zunächst mit der dortigen Schulsporthalle ein zweiter Standort in der Überlegung. „Logistisch wäre das aber zu kompliziert gewesen. Daher haben wir uns nur für die Mehrzweckhalle entschieden“, berichtet Max Estelmann, der gemeinsam mit Andreas Kusche in der Stadtverwaltung im Bereich schülerbezogene Leistungen für die jährliche Ausleihe zuständig ist.
Kein Parkplatzproblem
Am Ende der ersten Woche wurde Zwischenbilanz gezogen: Die Hälfte der Bücher für das anstehende Schuljahr war bereits abgeholt. Am ersten Öffnungstag am Montag sei der Andrang am höchsten gewesen, berichteten die Verantwortlichen und sprachen von bis zu anderthalb Stunden Wartezeit, die am fünften Tag aber auf wenige Minuten geschrumpft sei. Um die Abstandsregeln unter den 17 Helfern, hauptsächlich Schüler und Studenten, einzuhalten, wurde eine von sechs Ausgabestationen eingespart. Vereinzelt übersähen Eltern Wegweiser für den Kreisverkehr. Ansonsten klappe die Ausgabe reibungslos.
In den ersten Jahren wurde die Schulbuchausleihe direkt in den Schulen erledigt, seit 2013 ist Mörsch die Anlaufstelle für die zweiwöchige Rückgabe zum Ende des alten und die ebenfalls zweiwöchige Verteilung zum Beginn des neuen Schuljahrs. Laut Kusche kommt es nur vereinzelt zu Parkplatzproblemen, bei der diesjährigen Rücknahme habe es nur einmal eine zugeparkte Ausfahrt gegeben. Kusche appelliert an die Eltern, die Parkplätze in der Rutbert- und Frühlingstraße zu nutzen.
Für organisatorischen Mehraufwand sorgen immer wieder Familien, die Lernmittel zu spät abgeben. Damit soll Schluss sein: Wer den Termin der Rückgabe verpasst, muss die Bücher bezahlen. Hintergrund: In den Sommerferien erfolgt die Bestandsaufnahme der knapp 30.000 Schulbücher. Je nach Zustand und Verwendungsdauer wird etwa die Hälfte ersetzt und bei den Verlagen bestellt. „Da die Verlage nicht auf Vorrat produzieren, müssen wir im Sommer die Bestellungen sehr schnell versenden, damit die Regale zum Schulstart gefüllt sind“, erklärt Estelmann.
Verschleiß bei Jüngeren
Die kürzeste Lebensdauer haben Bücher für die Hauptfächer Deutsch, Mathematik und Englisch, da sie am häufigsten verwendet werden. Auch das Alter der Schüler spielt laut Estelmann eine Rolle: Während Grund- und Oberschüler eher pfleglich mit dem Schulmaterial umgehen, sei der Verschleiß in der Mittelstufe vergleichsweise hoch. Außerdem überstehen Bücher mit festem Deckel den Schulalltag besser als Lehrwerke mit flexiblem Einband. Selbstklebende Schutzhüllen sollten keinesfalls verwendet werden, da an den Büchern Klebereste zurückbleiben. Estelmann empfiehlt, die Leihbücher mit Hüllen aus dem Buchhandel zu versehen, im Laufe des Schuljahrs auf Schäden zu überprüfen und gegebenenfalls mit Kleber und Klebeband zu reparieren.
In der Mehrzweckhalle sind die Bücher nach Schulen und Klassen sortiert. In einigen Jahren könnte sich das ändern, denn nach dem vor zwei Jahren beschlossenen Digitalpakt gibt es an Schulen zunehmend Tablets für die Schüler, sodass sich die Anzahl physischer Lernmittel schrittweise verringern könnte.
Noch Fragen?
Die Schulbuchausleihe in der Mehrzweckhalle Mörscher Au, Roxheimer Straße 5, ist bis kommenden Freitag, 3. September, geöffnet. Die Zeiten: 8 bis 12 und 14 bis 18 Uhr.