Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Rück-Spiegel – die Wochenkolumne

Eins der Mittel, mit denen das Citymarketing auf die Frankenthaler Innenstadt aufmerksam machen möchte: die verkaufsoffenen Sonn
Eins der Mittel, mit denen das Citymarketing auf die Frankenthaler Innenstadt aufmerksam machen möchte: die verkaufsoffenen Sonntage des EInzelhandels.

Stadtmarketing: Lustlos

Dem City- und Stadtmarketingverein, der sich die Imagepflege Frankenthals auf seine Fahnen geschrieben hat, scheinen die pfiffigen Ideen und zukunftsweisenden Projekte auszugehen. Die Mitgliederversammlung in dieser Woche beschränkte sich weitgehend auf die satzungsmäßigen Regularien und eine One-Man-Show des Citymanagers, der hauptsächlich ausgefallene Veranstaltungen und auf Eis gelegte Aktionen auflistete, ansonsten aber wenig Neues zu berichten wusste. Vom Vorstandstisch kamen außer den Bilanzzahlen des Schatzmeisters keine inhaltlichen Impulse. Und die Wortbeiträge der Mitglieder reduzierten sich zum überwiegenden Teil auf die Nennung des Namens bei der obligatorischen Vorstellungsrunde – ein Steckenpferd des Vorsitzenden. Diskussionsstoff zu aktuellen Themen hätte es bestimmt gegeben. Beispielsweise wie sich der Einzelhandel zu den Auflagen der neuen Energiesparverordnung stellt und ob in diesem Jahr die Weihnachtsbeleuchtung aufgehängt werden soll. Nichts dergleichen, heruntergespult wurde lediglich das Pflichtprogramm. Und das bei extrem trockener Luft. Denn das Hotel Central schaffte es nicht, seinen Gästen ein Getränk zu servieren. Für ein Vier-Sterne-Haus ein schwaches Bild. Alois Ecker

Gelber Sack: Maßlos

Richtig viel Energie entwickeln manche Mitmenschen dagegen offensichtlich immer dann, wenn es irgendetwas kostenlos gibt. Wie sonst lässt es sich erklären, dass bereits Anfang September das Jahreskontingent an gelben Säcken so gut wie aufgebraucht ist? Immerhin 1,7 Millionen der dünnen Tüten stellt das Duale System Deutschland der Stadt für ihre knapp 50.000 Einwohner zur Verfügung. Das sind 34 gelbe Säcke pro Kopf – vom Kleinkind bis zum Greis. Mehr als genug, um Joghurtbecher, Konservendosen und Co zu entsorgen, sollte man meinen.

Doch weil einige Frankenthaler wohl die Gratis-Mülltüten gehamstert haben, gibt’s künftig pro Haushalt nur noch eine Rolle. Wobei man sich schon fragen kann, wer auf die dünnen Säcke, die schon beim Auseinanderfalten reißen, überhaupt so scharf ist – und was mit all den gehorteten Rollen wirklich passiert.

Ein anderer Sack kam dieser Tage dagegen überhaupt nicht gut an. Die Idee, dass Bürger für die Abfuhr von Laub eigens Plastiksäcke verwenden sollen, fiel bei Kommunalpolitik und Bürgern durch. Allerdings wären für diese Tüten auch drei Euro pro Exemplar fällig gewesen. Für alle findigen Frankenthaler betont die Stadt übrigens: Zum Laubsammeln dürfen die gelben Säcke nicht verwendet werden. Sonja Weiher

Laubsack: Sinnlos

Es bedarf in zweierlei Hinsicht keiner hellseherischen Fähigkeiten. Erstens: In wenigen Tagen werden die Bäume in Frankenthal wieder ihre Blätter fallenlassen – wenn sie es angesichts von Hitze und Trockenheit nicht ohnehin schon getan haben. Zweitens: Das Laub muss irgendwie weg, weil Berge welker Blätter auf Dauer nicht nur nerven, sondern bei Regen so richtig glitschig werden. Unterstellen wir also, dass die Verantwortlichen des Eigen- und Wirtschaftsbetriebs (EWF) nur das Beste im Sinn hatten, als sie die oben bereits erwähnte Idee mit den gebührenpflichtigen Laubsäcken hatten. Mit ein wenig hellseherischer Fähigkeit wäre allerdings zu erkennen gewesen, dass dieses Konzept – auch wenn es zu 100 Prozent dem geltenden Gebührenrecht entsprechen mag – nicht auf allzu große Gegenliebe stoßen dürfte. Aber offenbar war man beim EWF der festen Überzeugung, dass der Betriebsausschuss den Laubsack ohne viel Widerspruch, nun ja, eintüten würde. Also wurden die Behältnisse schon beschafft – 1000 Stück für 466,84 Euro. Losgehen sollte das Ganze diesen Montag. Dass die beschafften Säcke beim EWF anderweitig Verwendung finden sollen, wie Bürgermeister Bernd Knöppel (CDU) betont, macht diese Eilfertigkeit nur bedingt besser. Das Timing war – neben vielen anderen Argumenten, die gegen die Plastiklösung sprechen – denkbar schlecht. Dass es 2022 wieder Herbst wird, das wusste der EWF - auch ohne hellseherische Fähigkeiten – bestimmt ein paar Tage früher. Jörg Schmihing

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