Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Ostparkstadion: Bei Sanierung läuft’s nicht rund

Die Kurven sind von den Wurzelschäden besonders betroffen, aber auch Feuchtigkeit macht der Laufbahn im Ostparkstadion zu schaff
Die Kurven sind von den Wurzelschäden besonders betroffen, aber auch Feuchtigkeit macht der Laufbahn im Ostparkstadion zu schaffen.

Der Grundsatzbeschluss des Stadtrats, die Tartanbahn im Ostparkstadion sanieren zu lassen, ist knapp drei Jahre alt. Regelmäßige Nutzer des Geläufs wissen: Die Stolperfallen sind immer noch da. Die Kosten haben sich von der ersten Schätzung bis heute ziemlich exakt verdoppelt. Wann das Projekt auf die Zielgerade einbiegt, ist vollkommen offen.

„Die Nutzung der Anlage ist stark eingeschränkt und gefährdet“, so steht es in der Beschlussvorlage, mit der die Verwaltung im Februar 2019 den Stadtrat um Zustimmung für eine grundlegende Sanierung der Kunststofflaufbahn im Ostparkstadion gebeten hat. Der Befund damals wie heute: Wurzeln haben den 20 Jahre alten Belag an vielen Stellen angehoben – vor allem in den Kurven. Wenn es regnet, bleiben Pfützen. Und zu allem Überfluss: Der Bitumen unter der Bahn ist offenbar auch hinüber.

Aber aus dem Projekt, das einmal auf Kosten von 830.000 Euro taxiert worden war und für das die Stadt auf hohe Zuschüsse von Bund und Land hoffte, ist ein Marathon geworden – einer mit durchaus ungewissem Umgang. Die erste Euphoriebremse war tatsächlich schon beim Grundsatzbeschluss der Umstand gewesen, dass 16 Platanen – acht in jeder Kurve – gefällt werden sollten, um neue Wurzelschäden zu vermeiden. Inzwischen allerdings erscheint das Baumthema fast als das kleinste Problem, wie Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) vergangene Woche vor dem Sportausschuss eingestehen musste.

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Drei Überraschungen

Aber der Reihe nach: Die ersten drei bösen Überraschungen, die beim Planen der Laufbahn-Sanierung aufschlugen, datieren vom Dezember 2019. Erstens: bereits in dieser frühen Phase eine Kostensteigerung um eine halbe Million Euro. Zweitens: die Nachricht, dass erhoffte Bundeszuschüsse nicht fließen werden. Und drittens: Das gesamte Entwässerungssystem des Ostparkstadions inklusive der Tartanbahn war – offenbar illegalerweise – ans öffentliche Kanalnetz angeschlossen.

Mögliche Lösungen für dieses Problem wurden schon damals besprochen: der Einbau sogenannter Rigolen, unterirdischer Pufferspeicher, im Hauptplatz des Stadions oder das Nutzen einer Brachfläche zum Versickern von Regenwasser. Von der Tatsache einmal abgesehen, dass das Vorhaben inzwischen mit geschätzten Kosten von 1,6 Millionen Euro knapp doppelt so teuer ist wie zu Beginn – wesentlich weiter ist das Ganze auch im November 2021 nicht gediehen.

Stadt: Alles auf Anfang

Die Gründe dafür nach Darstellung des OB im Ausschuss: Eine nachträgliche Genehmigung des Kanalanschlusses geht nicht – zumal nicht, wenn allenthalben über Hochwasserschutz diskutiert werde. Das Gebiet am Ostpark sei ohnehin anfällig für Überflutungen und das Kanalnetz dort „an der unteren Leistungsgrenze“, sagte Hebich. Alles andere als eine Versickerungslösung vor Ort würde seiner Einschätzung nach keine Akzeptanz finden. Die bereits angesprochene Brachfläche eigne sich wegen der Bodenverhältnisse dort nicht. Wasser würde dort wohl recht lange stehen und als Staunässe Bäume schädigen.

Bleibt die Variante mit den Rigolen – und auch die hat laut Hebichs Vortrag so ihre Tücken: Es handelt sich dabei zum einen um ein „ziemlich teures Verfahren“ und zum anderen erfordere es, „massiv in den Rasen einzugreifen“. Die Summe dieser Erkenntnisse hat bei der Stadtverwaltung dazu geführt, bei den Planungen für die Laufbahn nun noch einmal auf den Resetknopf zu drücken. Das bedeutet: So ziemlich alles wieder auf Anfang.

OB: Fass ohne Boden

Der Oberbürgermeister rechtfertigt diese Notbremse nach fast drei Jahren Anlauf damit, dass das Projekte drohe, kostenmäßig „ein Fass ohne Boden“ zu werden. Für den Haupt- und Finanzausschuss, der sich am 30. November zu seiner ganztägigen Haushaltssitzung trifft, kündigte er eine Ergänzungsdrucksache und eine präzisere Kostenprognose an. Hebichs Fazit der technischen und finanziellen Schwierigkeiten: Es sei alles extrem „tricky“.

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