Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga: HSG Eckbachtal beim TuS Daun

Sven Lerzer setzte gegen Kastellaun/Simmern keinen Wurf daneben.
Sven Lerzer setzte gegen Kastellaun/Simmern keinen Wurf daneben.

Ein Punkt beim Schlusslicht HSG Kastellaun/Simmern – zu wenig für Oberligist HSG Eckbachtal. Die „Gekkos“ benötigen Punkte im Kampf gegen den Abstieg. Am Sonntag (18 Uhr) hat die Mannschaft von Trainer Thorsten Koch die nächste Möglichkeit, diese zu holen. Dann beim direkten Konkurrenten im Tabellenkeller, dem TuS Daun. Dort will ein Akteur seine super Tor-Quote beibehalten.

Obwohl das Unentschieden gegen die HSG Kastellaun/Simmern bereits einige Tage zurückliegt, merkt man HSG-Coach Thorsten Koch noch an, dass er mit der Leistung seiner Mannschaft nur bedingt einverstanden war. „In der Abwehr, das war wirklich schlecht, was wir da gemacht haben“, sagt der Übungsleiter. Und genau da – in der Defensive – möchte er ansetzen. Gerade, weil Dauns bester Werfer, Kai Lißmann, sehr gut drauf ist. Gegen Offenbach erzielte der Rückraumspieler acht Tore. Die HSG ist also gewarnt. „Das gibt eine heiße Nummer“, vermutet Koch.

Er kann dann vermutlich wieder auf Timo Kluzik bauen. Der Linksaußen war zuletzt krankheitsbedingt ausgefallen und wird langsam herangeführt. Er soll sich seine Einsatzzeiten mit „Oldie“ Sven Lerzer teilen. Lerzer war im Spiel gegen Kastellaun/Simmern mit seinen sechs Treffern eine der Säulen des Teams. Vor allem, weil er keinen Wurf danebensetzte und mit einer perfekten Quote das Spiel beendete.

Lerzers Zukunft offen

Koch ist froh, seinen ehemaligen Mitspieler in seiner Mannschaft zu haben. „Es ist faszinierend und schön, wenn man in diesem Alter noch so fit ist und das auf Oberliganiveau noch auf die Platte bringt“, lobt Koch. Er hoffe, dass Lerzer noch lange mit dabei ist. Der 41-Jährige hat seine Zusage noch nicht gegeben und wird erst nach der Saison entscheiden, wie es für ihn weitergeht.

Das macht er unter anderem davon abhängig, ob jüngere Spieler auf seiner Position nachrücken und natürlich, ob es mit seinen Pflichten als zweifacher Familienvater kompatibel ist. Seine Kinder Max (10) und Marie (8) spielen selbst Handball bei der HSG. Sein Sohn noch dazu Fußball. Da werden die Wochenenden schon mal sehr sportlich. Kein Wunder, dass Lerzer Bedenkzeit braucht.

Knochen für den Klassenverbleib hinhalten

Beraten wird er das mit seiner Ehefrau, mit der er den Tennissport für sich entdeckt hat. „Das ist sicher etwas, was ich nach dem Handball weiterbetreiben werde“, ist sich der 41-Jährige sicher. Bis es soweit ist, will der Vertriebsmitarbeiter eines Online-Händlers im Bereich Fußball für den Klassenverbleib der „Gekkos“ seine Knochen hinhalten.

Bei der HSG verbrachte er nahezu seine komplette Handballkarriere. „Nur während des Studiums in Mainz hat er mal für Saulheim gespielt“, erinnert sich Koch. So weit zurück will Lerzer gar nicht schauen. „Gegen Daun gilt es, dass wir unsere ganze Konzentration reinlegen und nicht zu viel über Vergangenes nachdenken, oder auch zu weit in die Zukunft blicken“, sagt er.

Parallelen zum FCK

Das sei eine schöne Parallele zum 1. FC Kaiserslautern, findet der große FCK-Fan Lerzer. „Sie fahren damit ganz gut.“ Zu häufig habe die HSG – aber auch der FCK – den Fokus verschoben und auf andere Gegner oder die Tabelle geschaut. Das Ergebnis waren dann Niederlagen, oder im Falle der Roten Teufel der Abstieg.

Momentan gibt es allerdings wenige Gründe, sich die Spiele der Roten Teufel nicht anzuschauen. Umso mehr freut sich Sven Lerzer auf den Besuch des Derbys gegen den 1. FC Saarbrücken mit seinem Sohn – vor ausverkauftem Haus auf dem Betzenberg. „Seit ich 15 oder 16 bin habe ich eine Dauerkarte, und wenn es der Handball erlaubt, schaue ich mir das Elend an“, witzelt Lerzer, der in Dirmstein wohnt und damit einen sehr kurzen Weg zu den Heimspielen der „Gekkos“ hat.

Damit das Auswärtsspiel in Daun kein elendes Spiel wird, muss die HSG-Abwehr wieder härter arbeiten und vor allem Lißmann im Auge behalten. In der Offensive dürften sich die Mitspieler etwas von Lerzers Quote aus dem vergangenen Spiel abschauen – dann klappt es sicher mit dem zweiten Auswärtserfolg der Saison.

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