Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel OB-Wahl: FWG-Kandidat bei KG-Schülern klar vorne

Auf dem Podium: (von links) Immanuel Pustlauck (Grüne), Nicolas Meyer (FWG) , die Moderatoren Fabian Trieselmann und Maxi Luisa
Auf dem Podium: (von links) Immanuel Pustlauck (Grüne), Nicolas Meyer (FWG) , die Moderatoren Fabian Trieselmann und Maxi Luisa Hahn, Bernd Knöppel (CDU) und Aylin Höppner (SPD).

Freies WLAN in der Stadt, kostenlos Parken – ja oder nein? Bei einer Podiumsdiskussion am Mittwoch wollten die Zwölftklässler des Karolinen-Gymnasiums von vier der fünf Kandidaten wissen, wer sich als Frankenthaler Oberbürgermeister für ihre Interessen einsetzt.

Das Ergebnis ist nach gut einer Stunde eindeutig: Mehr als die Hälfte der rund 100 anwesenden Zwölftklässler würden am 25. Juni Nicolas Meyer (FWG) als ihren Oberbürgermeister wählen. Damit lässt der Freie Wähler seine Mitbewerber Bernd Knöppel (CDU, 23 Prozent), Immanuel Pustlauck (Grüne, 9 Prozent) und Aylin Höppner (7 Prozent) mit weitem Abstand hinter sich. Ein Stimmungsbild, das bei einem ersten Votum vor Beginn der Diskussionsveranstaltung noch etwas anders ist: Meyer liegt dabei mit knapp 25 Prozent fast gleichauf mit dem Amtsinhaber Martin Hebich (CDU), der für seine Kandidatur als Parteiloser trotz angekündigtem Rückzug den umfassenden Verlust von Versorgungsansprüchen ins Feld führt. Knöppel kommt zu diesem Zeitpunkt auf 14 Prozent, Höppner auf 12, Pustlauck auf 9.

Per QR-Code konnten die Besucher der Veranstaltung vor und nach der Diskussion abstimmen.
Per QR-Code konnten die Besucher der Veranstaltung vor und nach der Diskussion abstimmen.

Die kurzfristige Nachricht, dass OB Hebich noch einmal antritt, sorgt auch unter den 14 Schülern des Leistungskurses Sozialkunde, die die Podiumsdiskussion für alle Zwölftklässler organisiert haben, für Fragen. Und so will Maxi Luisa Hahn, die gemeinsam mit Fabian Trieselmann die Runde moderiert, von Bürgermeister Knöppel wissen, wie er zu der Kandidatur des Parteikollegen steht und ob er fürchtet, dadurch Stimmen zu verlieren. „Es ist seine Entscheidung, er muss damit klarkommen“, sagt der 53-Jährige in Richtung Hebich. Er wolle sich auf seinen eigenen Wahlkampf konzentrieren. „Ich distanziere mich davon und wusste nichts von der Kandidatur“, räumt der CDUler auf mehrmaliges Nachfragen ein. Während Immanuel Pustlauck (37) für Hebich in die Bresche springt und um Verständnis für dessen Beweggründe wirbt – „wer von Euch möchte 20 Jahre arbeiten, ohne Rente zu bekommen?“ – machen Höppner (56) und Meyer (42) deutlich, dass sie die Argumente für vorgeschoben halten. Der 50-jährige könne weiter arbeiten, als Beamter habe er Anspruch auf seine alte, wenn auch nicht ganz so gut dotierte Stelle.

Mit Spannung erwartet: das Abstimmungsergebnis der Schüler, hier die Moderatoren Maxi Luisa Hahn und Fabian Trieselmann.
Mit Spannung erwartet: das Abstimmungsergebnis der Schüler, hier die Moderatoren Maxi Luisa Hahn und Fabian Trieselmann.

Nachfrage zu Basketballplatz

Was die Kandidaten für ihre Schule tun würden, wollen die Zwölftklässler ebenfalls wissen. Pustlauck stellt eine Anbindung ans Glasfasernetz in Aussicht, „das geht kurzfristig und ist nicht zu teuer“, Höppner will ebenfalls die Digitalisierung vorantreiben, Meyer hält es für unseriös, Wahlgeschenke zu versprechen, sichert aber allgemein Engagement zu. Als Bürgermeister kann Knöppel auf konkrete Projekte verweisen. So soll nach seiner Aussage bis Ende des Jahres klar sein, was die Baupläne für Mensa und Physikraum am KG kosten. In einem weiteren Schritt solle dann auch der Schulhof saniert und überdacht werden. Auf Nachfrage informiert Knöppel außerdem, dass die Erneuerung des Basketballplatzes an der Benderstraße spätestens Anfang Oktober abgeschlossen sei.

Etwas mehr als 100 Zwölftklässler nutzten am Mittwoch die Gelegenheit, die OB-Kandidaten live zu erleben.
Etwas mehr als 100 Zwölftklässler nutzten am Mittwoch die Gelegenheit, die OB-Kandidaten live zu erleben.

Freies WLAN in der Stadt und ein für Jugendliche attraktiveres Strandbad, dafür wollen sich alle Kandidaten stark machen, kostenloses Parken in der Innenstadt halten zumindest für den jetzigen Zeitpunkt Meyer und Knöppel für angebracht. Zum Schlagabtausch nutzen die Bewerber auch das Thema Wahlrecht ab 16 Jahren, das Höppner und Pustlauck ungefragt ins Spiel bringen. Meyers Retourkutsche: Das entscheide nicht der OB, sondern die Landesregierung – in der Grüne und SPD ja das Sagen hätten.

Die Diskussionsrunde: (von links) Aylin Höppner (SPD), Bernd Knöppel (CDU), die Moderatoren Fabian Trieselmann und Maxi Luisa Ha
Die Diskussionsrunde: (von links) Aylin Höppner (SPD), Bernd Knöppel (CDU), die Moderatoren Fabian Trieselmann und Maxi Luisa Hahn, Nicolas Meyer (FWG) und Immanuel Pustlauck (Grüne).

Zahl der Nichtwähler sinkt

Ob es am Schlussappell der Kandidaten, am 25. Juni das Stimmrecht zu nutzen – oder doch am Erfolg des Formats liegt: Während vor der Veranstaltung 17 Prozent der Besucher angeben, nicht wählen zu wollen, sind es bei der Umfrage am Ende nur noch fünf Teilnehmer. Ein Ergebnis, das auch Sozialkundelehrerin Marie Hage freut, in deren Leistungskurs die Podiumsdiskussion seit Anfang des Jahres vorbereitet wurde. Und auch die stellvertretende Schulleiterin Karin Reißer-Mahla spricht in ihrer Begrüßung von einer wichtigen Chance, wenn Politik und Schüler in den Dialog kommen.

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