Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Neues Löschgruppenfahrzeug für die Feuerwehr in Eppstein

Gebraucht in Koblenz gekauft: das Löschfahrzeug.
Gebraucht in Koblenz gekauft: das Löschfahrzeug.

Ein gebrauchtes, aber neuwertiges Löschfahrzeug verstärkt die Einsatzkraft der Frankenthaler Feuerwehr in Eppstein. Untergestellt wird es vorläufig in einer neuen Leichtbauhalle am Stützpunkt Südwest auf dem Neuköllner Platz. Beides haben Vertreter der Stadt Frankenthal am Dienstagabend an die Wehr übergeben.

Bei dem früher auf dem Eppsteiner Stützpunkt stationierten Löschfahrzeug waren nach vielen Werkstattaufenthalten auch noch die Bremsen ausgefallen. „Es blieb uns nichts anderes übrig, als es stillzulegen“, erklärte Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU).

Zudem habe man die Einsatzkraft der Wehr im Südwesten Frankenthals, wo das Industriegebiet Am Römig liegt, stärken müssen, berichteten die Vertreter der Stadt. Ein anderes, den Risiken angemessenes Fahrzeug habe daher ohnehin beschafft werden müssen, sagte Bürgermeister Bernd Knöppel (CDU).

2019 konnte die Stadt für eine Summe von 140.000 Euro ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) 20/16 von der Landesfeuerwehr- & Katastrophenschutzschule in Koblenz kaufen. „Da es sich um ein Ausbildungsfahrzeug handelt, wurde es in seiner bereits zwölfjährigen Existenz zu keinen realen Einsätzen gefahren“, sagte Wehrleiter Jürgen Speiser. Mit lediglich 5000 gelaufenen Kilometern sei es vergleichsweise neuwertig.

Nachrüstung in Karlsruhe

Für die entsprechende Ausrüstung wie Schläuche, hydraulische Schneidgeräte und eine Säge sorgte die Spezialfirma Rosenbauer in Karlsruhe. Die Gesamtkosten summierten sich auf 270.000 Euro. Im Gegenzug nahm das Karlsruher Unternehmen das alte Fahrzeug für 75.000 Euro in Zahlung.

Da das neue Einsatzfahrzeug deutlich größer ist als das bisherige, musste eine Leichtbauhalle errichtet werden. Sie soll auf Zeit genutzt werden, bis eine dauerhafte Lösung gefunden ist; dafür veranschlagt sind zwei Jahre. Danach könne die Konstruktion durch die einfache Demontage auch für andere Zwecke genutzt werden, erklärten die Vertreter der Stadt. OB Hebich hatte dem Bau der im Juni errichteten Leichtbauhalle anfangs kritisch gegenübergestanden. Er sehe aber, dass sie „zweckmäßig und zuverlässig“ sei, sagte er nun. Ausgestattet ist die Halle mit einer Alarmanlage, einer Heizung sowie einem Rolltor und einem Kompressor, der für die Bremsanlage des HLF20 benötigt wird.

„Brauchen Stützpunkte“

Hebich unterstrich, wie wichtig die Freiwilligen Feuerwehren in den umliegenden Ortschaften seien. „Wir brauchen entsprechende Stützpunkte in den Vororten.“ Der OB wies insbesondere auf die Ausrüstung der jeweiligen Einsatzfahrzeuge hin. Das neue Fahrzeug des Stützpunkts Südwest kann laut Wehrleiter Speiser nicht nur in Brandfällen, sondern auch bei Unfällen und technischen Einsätzen Verwendung finden.

Die 13 freiwilligen Helferinnen und Helfer der Feuerwehr Frankenthal-Eppstein erklärten Interessierten die Ausrüstung ihres neuen Einsatzfahrzeugs. Neben diversen Feuerlöschern finden sich auch Pumpen, um bei Überschwemmungen helfen zu können. Daneben gibt es Werkzeuge, um Türen und Fenster beschädigungsfrei zu öffnen. Mit dem HLF20 können 2000 Liter Löschwasser pro Minute gefördert werden, wobei ein interner Tank von 1600 Litern für die Ersthilfe zur Verfügung steht.

Zusätzlich zu den Plätzen in der Fahrerkabine finden sich sieben weitere Plätze für die Einsatzkräfte. Auch mehrere Pressluftatmer und Leitern stehen zur Verfügung. Mit dem Fahrzeug, das schon seit Mai in Gebrauch ist, wurden bereits etwa 50 Einsätze gefahren. Fazit Speisers: „Mit diesem Fahrzeug wird die Schlagkraft des Stützpunkts Südwest gesteigert.“

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