Frankenthal Musikschule am Limit: 380 Schüler auf Warteliste
Für 380 Anmeldungen besteht bei der Städtischen Musikschule bereits eine Warteliste. „Der Unterricht ist unsere beste Werbemaßnahme“, sagte Stefan Glöckner im Ausschuss für Bildung und Kultur. Die hohen Zahlen seien auch der Grund gewesen, den Tag der offenen Tür im März nur in abgespeckter Form durchzuführen. Um die gestiegenen Anmeldungen besser in den Griff zu bekommen, plant die Musikschule, den Gruppenunterricht – insbesondere für Anfänger – weiter auszubauen. Mit Blick auf ihre pädagogische Relevanz und wirtschaftliche Tragfähigkeit sollen auch die Ensemblestunden auf den Prüfstand kommen.
Aktuell 1119 Schüler
Aktuell besuchen 1119 Schüler den Musikunterricht. Die Gesamtbelegungen sind von 1415 auf 1471 gestiegen. Die beliebtesten Instrumente sind Klavier, Violine und Gitarre. Der städtische Zuschussbedarf belief sich im vergangenen Jahr auf rund 1,1 Millionen Euro (2024: 980.000 Euro). Bei den Personalkosten ist ein Anstieg um 150.000 Euro auf 1,62 Millionen Euro festzustellen.
Als ein Beitrag zur Konsolidierung wird am 1. August eine neue Gebührenordnung in Kraft gesetzt. Der vom Stadtrat verabschiedete Drei-Jahres-Plan sieht eine jährliche Anhebung um drei Prozent vor. Im dritten Jahr greift dann erstmals der Einheimischenrabatt von ebenfalls drei Prozent.
Große Pläne für Stadtjubiläum
Ein Fokus sei im vergangenen Jahr auf einen Austausch mit den Partnerstädten gelegt worden, berichtete Glöckner im Ausschuss. „Die Kooperation mit Sopot ist toll gelaufen.“ Er erinnerte an die Teilnahme von 14 Frankenthaler Schülern an einem Festkonzert anlässlich der polnischen EU-Ratspräsidentschaft, den Gegenbesuch einer Delegation aus Sopot, verbunden mit erfolgreicher Beteiligung am internationalen Rotary-Wettbewerb, sowie die Musik-Olympiade in Sopot, bei der der Musikschüler Jan-Henrik Barth aus Heßheim die Bronzemedaille gewann.
Große Pläne hat die Musikschule für 2027, wenn in Frankenthal das 450-jährige Stadtjubiläum gefeiert wird. Stefan Glöckner wollte noch nicht zu viel verraten, nur das: Ein Musiklehrer werde eine Hymne komponieren und in drei Text-Strophen sollen historische Bezüge hergestellt werden. Fehlt nur noch ein Geschichtsexperte mit literarischer Ader.