Frankenthal Mit Teleskopbesen und Theologiestudium
Dass im kirchlichen Leben von St. Cyriakus in Eppstein die innovativen und kreativen Ideen so schnell nicht ausgehen, ist in erster Linie das Verdienst von Friedhelm Trowe. Der auf vielen Feldern aktive Katholik belässt es freilich nicht bei frommen Wünschen und guten Vorschlägen: Er hilft tatkräftig mit, sie in die Praxis umzusetzen und dem Miteinander in der Gemeinde neue Impulse zu geben.
Erinnert sei nur an das ökumenische Glockenkonzert der beiden Eppsteiner Gotteshäuser oder das „Kirchenhopping“ im vergangenen Jahr. Beide Veranstaltungen entsprangen der „Ideenwerkstatt“ von Friedhelm Trowe. Das Ehrenamt „muss vielseitig und anspruchsvoll sein“, unterstreicht er im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Der in einer religiös geprägten Familie aufgewachsene Ostwestfale kam 1973 nach Frankenthal und fand über den Kirchenchor St. Dreifaltigkeit, wo er seine als Pfarrsekretärin tätige Frau Gabriele kennenlernte, den Weg zum Engagement in der Gemeinde. Der Diplom-Ingenieur, der in Paderborn Maschinenbau studierte, arbeitete mehr als 40 Jahre bei der Firma KK&K (später Siemens) als Projektentwickler, Projektmanager und technischer Redakteur. In Eppstein fand Friedhelm Trowe seine zweite Heimat und übernahm in kirchlichen Entscheidungsgremien bereitwillig Verantwortung. Inzwischen gehört er sowohl dem Verwaltungsrat der Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit als auch dem Gemeindeausschuss von St. Cyriakus an. Das inhaltliche Konzept des monatlich erscheinenden Pfarreiorgans „aktuell“ hat er federführend mitgestaltet und liefert regelmäßig redaktionelle Beiträge, vorwiegend mit historischem Bezug. Für seine Serie über die Kirchen in der Pfarrei hat er unter anderem in der Universitätsbibliothek Heidelberg und im Staatsarchiv Würzburg recherchiert. Doch der 67-jährige Trowe ist neben seinem Faible fürs Schreiben auch praktisch veranlagt. Er gehört dem aus rund 25 Ehrenamtlichen bestehenden „Kirchenputzteam“ von St. Cyriakus an und ist für die „höheren Dienste“ zuständig. „Das ist der Bereich über zwei Meter Höhe bis zur Kirchendecke“, erläutert er und verweist auf die Errungenschaft eines ausfahrbaren Teleskopbesens, der das Leitersteigen entbehrlich macht. Mehrere Projekte treiben Friedhelm Trowe derzeit um. Er kümmert sich um die Restaurierung des Wegkreuzes an der Ecke Dürkheimer Straße/Römerstraße, das im nächsten Jahr 300 Jahre alt wird. Daneben sollen die Bilder des Kreuzweges in der Cyriakuskirche aufgefrischt werden. Für beides gibt es Geld vom Förderverein, „ein echter Glücksfall für die Gemeinde“, betont Trowe. Außerdem studiert er über einen von der Deutschen Bischofskonferenz eingerichteten Fernkurs seit drei Jahren Theologie. Regelmäßig tauscht er sich mit den rund 30 Mitstudierenden aus dem Bistum Speyer aus, in diesem Jahr bei einem Besuch des Heiligen Landes. Sein Interesse gilt auch der Sakralarchitektur und der regionalen Geschichte. Und zweimal pro Woche tut Friedhelm Trowe beim TSV Eppstein etwas für seine körperliche Fitness. Serie Kirche – das ist nicht allein die Institution mit ihren Gebäuden und Repräsentanten. Das Leben der katholischen und protestantischen Gemeinden Frankenthals prägen deren Mitglieder: engagierte Ehrenamtliche, kritische Geister. Sie wollen wir im Wechsel der beiden Konfessionen vorstellen – und dabei auch Namen und Gotteshäuser erklären.