Frankenthal
„Mörschliebe“ verkauft Weihnachtliches über Whatsapp
Säuberlich aufgereiht stehen zahlreiche Adventskränze im Garten von Manuela Kirschke. Unter der Pergola hantieren die jungen Frauen eifrig mit Eukalyptusblättern, Gräsern und Tannenzweigen. Ihr gemeinsames Ziel ist es, möglichst viel Umsatz mit selbst hergestellten Waren zu erzielen. Die Erlöse aus dem vorweihnachtlichen Verkauf von Adventsdekoration, Marmelade, Stofftaschen mit Pfälzer Sprüchen und „Heißem Mörscher“, einem selbst hergestellter Quittenlikör mit weihnachtlicher Gewürznote, gehen als Spende an das Kinderhospiz Sterntaler in Dudenhofen.
Jede der fünf Frauen, die sich unter der Marke „Mörschliebe“ vor fünf Jahren zusammengetan haben, hat ihre besonderen Fähigkeiten und ihren eigenen Stil. Während Beate Benz und Simone Marino eher verspielte Kränze zusammenstellen, stehen Manuela Kirschke und Judyta Henß für die puristischen Modelle. Die fünfte im Bunde ist Carolin Wild. Sie spießt gerade Kerzen auf entsprechende Stecker, um sie an den Kränzen befestigen zu können. „Die Kunden legen einen finanziellen Rahmen fest, und wir fertigen verschiedene Modelle“, erklärt Henß die Vorgehensweise. Außerdem veröffentlichen die Hobbybastlerinnen Fotos von fertigen Arbeiten im Whatsapp-Status. Allein 45 Adventskränze sind in dieser Saison so angeboten worden. Und schon jetzt sagt Henß: „Wir sind komplett ausverkauft.“ Dass der Mörscher Weihnachtsmarkt nun schon zum zweiten Mal ausfällt, dafür hat das eingespielte Team aufgrund der steigenden Infektionszahlen Verständnis.
Männer betreuen die Kinder
Aber nicht nur in der Vorweihnachtszeit sind die jungen Frauen, die alle Anfang 30 und irgendwie miteinander verwandt oder verschwägert sind, aktiv. Über das ganze Jahr werden Gläschen mit Marmelade – je nach Saison – gefüllt. „Die Früchte dafür spenden uns Landwirte aus dem Ort“, berichtet Marino dankbar. Unterstützung erhält das Team übrigens auch durch Blumen Baro in Mörsch, wo es ganzjährig die Marmeladen zu kaufen gibt. Und Kirschke betont: „Auch unsere Männer haben großen Anteil an dem Projekt. Sie übernehmen in der Zeit die Kinder.“
Die „Mörschliebe“ wurde vor fünf Jahren ins Leben gerufen. Für den Weihnachtsmarkt im Vorort wurden seinerzeit weitere Aussteller gesucht. Die Frauen überlegten, was man denn noch anbieten könnte. Dass der Erlös einem guten Zweck zukommen soll, darin waren sich die Fünf sofort einig. Der „Pfalz-Burger“ sei beim Weihnachtsmarkt direkt ein Publikumsrenner gewesen. Der gegrillte Saumagen, der mit Rahmkraut und Spezialdip angeboten wurde, war nach zwei bis drei Stunden ausverkauft, berichtet Carolin Wild. Und auch der „Heiße Mörscher“ hat zahlreiche Liebhaber gefunden. Zwischenzeitlich ist „Mörschliebe“ zur Marke geworden, die von Jahr zu Jahr besser organisiert ist und in Ortsvorsteher Adolf-José König (SPD) ihren größten Fan hat, wie Kirschke weiß.
Spenden für soziale Projekte
„Unser erster Spendenempfänger ist und bleibt das Kinderhospiz Sterntaler in Dudenhofen“, sagt Henß. 2020 hat das Team dort 1000 Euro übergeben. Das sei jedes Mal sehr besonders, berichtet Simone Marino. „Schön und schlimm zugleich.“ Der weitere Erlös in Höhe von 500 Euro ging im Vorjahr an Kindernotarzt Ingo Böhn in Schifferstadt. Für dieses Jahr soll ein Teil des Geldes dem regionalen Pflegepersonal zukommen. In welcher Form ist aber noch nicht geklärt.
Kontakt
Wer in die Kundendatei von „Mörschliebe“ aufgenommen werden will, kann sich bei Judyta Henß, Telefon 017683121874, melden. Während die Adventskränze bereits alle verkauft sind, gibt es noch Marmeladen, Chutneys und bedruckte Stofftaschen im Angebot.