Motorsport
Lambsheimer Ehepaar Dietz im Rallye-Sprint erfolgreich
Von Christian Gaier
Lambsheim. Eigentlich befinden sich Sebastian und Ehefrau Denise in der Babypause, denn ihr Söhnchen Alexander ist noch kein Jahr alt und deshalb tritt das Motorsport-Paar in diesem Jahr kürzer. Die beiden Lambsheimer haben sich dem historischen Motorsport verschrieben und sind seit fünf Jahren erfolgreich bei Retro-Rallyes unterwegs. Und das mit großem Erfolg, seit sie im Februar 2019 bei der Rallye Südliche Weinstraße debütierten. Dabei fuhren sie prompt auf Platz zwei im Gesamtergebnis. Das machte Lust auf mehr und bereits in ihrer ersten Saison gewannen sie die Meisterschaft in der ADAC Retro Rallye Serie Süd und wurden nach zwei Jahren coronabedingter Pause beim Neustart im Jahr 2022 Zweite.
Um Meisterschaftspunkte fahren Sebastian und Denis Dietz in diesem Jahr nicht mit. Der Spaß soll bei den wenigen Starts in dieser Saison im Vordergrund stehen. „Vor drei Monaten wurden wir gefragt, ob wir bei einer neuen Sprint-Rallye dabei wären, um als Teilnehmer den Veranstalter zu unterstützen. Da wir so etwas immer gerne unterstützen und uns freuen, wenn es neue Veranstaltungen gibt, sagten wir natürlich zu“, erzählt Sebastian Dietz. Beim Rallyesprint ist die Gesamtdistanz auf 15 Kilometer begrenzt. Das heißt, dass eine fünf Kilometer lange Wertungsprüfung (WP) dreimal gefahren wird.
Hoher Schotteranteil
Mit seinem BMW 323ti war das Pfälzer Duo beim 1. HWRT Retro Rallyesprint, in Wohlmuthausen in der Nähe von Öhringen im Hohenlohekreis am Start und dabei flott unterwegs. „Mit knapp 60 Teilnehmern war das Starterfeld für die Premiere schon richtig gut besetzt. In der Retro-Wertung lieferten wir uns mit dem befreundeten Team Kübler aus Bad Rappenau von Anfang an einen spannenden Zweikampf. Am Ende landeten wir mit einem Rückstand von 0,07 Sekunden auf Platz zwei im Gesamtergebnis, was den Spaß aber nicht schmälerte“, berichtet Sebastian Dietz. Die neue Sprint-WP habe richtig Spaß gemacht, sei aber auch sehr anspruchsvoll gewesen. Dafür sei vor allem der Schotteranteil von 30 Prozent ausschlaggebend gewesen. „Wenn man einen Hecktriebler fährt, muss man besonders aufpassen, dass einen nicht das eigene Heck überholt“, gibt Sebastian Dietz zu bedenken.
Nicht zu unterschätzen gewesen seien auch die Übergange vom Schotter auf Asphalt und einige knifflige Kurven. Dazu kamen noch Temperaturen von „gefühlt 40 Grad“ und das Ausbleiben des angekündigten Regens, was dann für eine recht staubige Piste sorgte. Zudem war es in der feuerfesten schwarzen Rennanzügen und mit Helm im Inneren des schwarzen BMW recht heiß gewesen, erzählt Sebastian Dietz. Und natürlich müsse man die Wertungsprüfungen auch mit geschlossenen Fenstern fahren, gibt er zu bedenken. Kühlung durch Fahrtwind schied also aus.
Im Tierschutz aktiv
Um einige Kilo leichter, aber dafür mit einer neuen Trophäe fuhren die Lambsheimer also wieder nach Hause. Für dieses Jahr sind nur noch Starts bei der Rallye Laichinger-Alb am 16. September und beim Ried-Rallye-Sprint am 16. November im südbadischen Neuried geplant. Aber auch ohne viele Starts bei Retro- und Sprintrallies wird es dem Ehepaar nicht langweilig werden. Neben dem Motorsport engagieren sich die Lambsheimer in zahlreichen Tierschutzprojekten und ist deutschlandweit das einzige Motorsportteam, das in der Vorderpfalz eine eigene, ehrenamtliche Rehkitzrettung.
Allein im Jahr 2023 konnten sie elf Rehkitze und zahlreiche andere Tiere und Gelege vor dem Tod durch Mähwerke retten. Auch in diesem Jahr hatten Sebastian und Denise Dietz schon viele Einsätze, bei denen ihnen die neu angeschaffte Drohne schon sehr gute Dienste erwiesen habe. Da die Landwirte aufgrund des wechselhaften Wetters im Mai erst im Juni mit dem Mähen begannen, gab es in diesem Monat jede Menge Arbeit für das Ehepaar. Im Raum Rhein-Pfalz-Kreis, Ludwigshafen und Frankenthal habe man bereits eine Fläche von 65 Hektar überflogen- „Dabei konnten wir 19 Kitze und drei Fasanengelege retten“, freut sich Sebastian Dietz.