Frankenthal Kooperation gegen Kriminalität wirkt

Kameras wie dese an der Säule überwachen auch den Bereich des Bahnhofseingangs.
Kameras wie dese an der Säule überwachen auch den Bereich des Bahnhofseingangs.

Im und am Hauptbahnhof Frankenthal gebe es „Gott sei dank relativ wenige Straftaten“, erklärt der zuständige Bahnhofsmanager der DB Station und Service AG, Ulrich Demmer (Kaiserslautern). Das sei erfreulich auch angesichts der Bedeutung des Knotenpunkts: Bis 2015 habe man hier etwa 10.500 Personen pro Tag gezählt. Mit der Eröffnung des Haltepunkts Frankenthal-Süd habe sich das „etwas verlagert“: Rund 2000 Bahnkunden täglich nutzen nun diese Nachbarstation. Der DB-Manager, zuständig für 155 Stationen zwischen Nahe und dem Raum Wörth/Karlsruhe, saarländischer Landesgrenze und Ludwigshafen, schätzt den Wert der Ordnungspartnerschaft. Die Sicherheitskräfte arbeiteten so besser zusammen. „Und das Hausrecht auf DB-Gelände für Dritte ist gut.“ Als sinnvolles technisches Hilfsmittel sieht Demmer die 2018 aufgebaute Videoüberwachung der Bahnsteige und des überdachten Bereichs vor dem Haupteingang. „Es gibt da keine Liveüberwachung“, verdeutlicht der DB-Sprecher. Vielmehr zeichneten die Kameras das Geschehen automatisch auf, „und nach 72 Stunden wird diese Aufzeichnung überschrieben“. Nur bis dahin könne die Bundespolizei – und nur sie – bei begründetem Anlass Einblick in das Material fordern. Trotz der generell guten Zusammenarbeit sieht der Bahnhofsmanager in Frankenthal „ein großes Manko“: Die Infrastruktur rund um den Hauptbahnhof sei sichtlich „in die Jahre gekommen“. Man habe der Stadtverwaltung „deutlich signalisiert“, dass die Bahn gerne bereit sei, bei geplanten Veränderungen mitzuwirken. Intensiver solle das dieses Jahr noch in einer speziellen Arbeitsgruppe besprochen werden. „Die Übertragung des Hausrechts an uns war sinnvoll“, hält Frankenthals Bürgermeister Bernd Knöppel (CDU) in seinem vorläufigen Fazit der Sicherheitspartnerschaft fest. „Der kommunale Vollzugsdienst ist immer wieder am Bahnhof unterwegs.“ Dabei habe man ganz praktische Hilfe leisten können: „Wir haben dort schon mehrfach Obdachlose vorgefunden und die dann in eine Notunterkunft eingewiesen.“ Die Vereinbarung „funktioniert ordnungsgemäß“, sagt der Bürgermeister. Sie habe nach seinem Eindruck zur Verbesserung der Situation und auch schon „zur Klärung von Straftaten“ beigetragen. Aus Sicht der Bundespolizei in Kaiserslautern ist der Hauptbahnhof Frankenthal „ein sicherer Bahnhof“. Das unterstreicht auf Anfrage Mario Rickhof von der Bundespolizeiinspektion. Wenn man die Lage in Frankenthal vergleiche mit anderen Hauptbahnhöfen in ähnlich großen Städten, dann zeige sich, „dass am Hauptbahnhof Frankenthal deutlich weniger Straftaten angezeigt werden“. Die Zahlen lägen „auf einem sehr niedrigen Niveau“. Gleichwohl hält der Sprecher der Bundespolizei die abgeschlossene Vereinbarung für wichtig. Die engere Zusammenarbeit trage dazu bei, Kriminalität im Bahnhofsbereich wirkungsvoll zu bekämpfen. „Zudem schafft sie die Stärkung des subjektiven Sicherheitsgefühls der Bevölkerung. Diese vernetzte Sicherheitsstruktur hat sich aus Sicht der Bundespolizei bewährt.“ Thomas Lebkücher, Chef der Polizeiinspektion Frankenthal, sieht die Sicherheitspartnerschaft „auf einem guten Weg“. Sowohl Polizei wie auch städtisches Ordnungsamt bezögen den Bahnhof regelmäßig in ihre Streifentätigkeit ein. Auch Lebkücher hält die Menge der Straftaten, zu denen es dort kommt, nicht für übermäßig dramatisch. Er nennt dazu Zahlen: Von Anfang Oktober 2018 bis 23. Januar 2019 habe die Frankenthaler Polizei im Bahnhofsbereich 50 Straftaten registriert: „überwiegend Eigentumsdelikte – Diebstahl von Fahrrädern – sowie Rohheitsdelikte: Beleidigungen und Bedrohungen untereinander beziehungsweise gegenüber eingesetzten Polizeibeamten“. Das sei an einem Brennpunkt, den täglich Tausende von Bürgern passierten, „eine nicht unübliche Menge von festgestellten Verstößen“. Auch wenn der Anfang gelungen ist, sollte die Sicherheitspartnerschaft nach Lebküchers Ansicht noch ausgebaut werden. Als Beispiele nennt der Inspektionsleiter „gemeinsame Streifen mit Ordnungsamt und Bundespolizei“ oder auch eine Verbesserung der schon verbauten Sicherungstechnik, wie etwa „der Videoüberwachung und dem verzugsarmen Zugriff darauf“. Die Kameradaten seien „ein Ermittlungsinstrument, das wir gerne annehmen“, erklärt Lebkücher. Bei manchen Anlässen seien sie auch schon nützlich gewesen, „zum Beispiel für Alibiüberprüfungen“. Allerdings gebe es bisher noch keinen „herausragenden Fall“. Die Bundespolizei hält sich bei diesem Thema derzeit bedeckt: „Inwieweit sich die neuen Kameras auf die Kriminalitätsstatistik auswirken, kann leider noch nicht abgeschätzt werden, da die Zahlen für 2018 noch nicht zur Veröffentlichung freigegeben sind“, erklärt ihr Sprecher Mario Rickhof.

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