Frankenthal Klarheit bis Anfang 2019

Für Radler ein gefährliches Pflaster: die L 524 südlich von Eppstein. Für den Bau eines Radwegs östlich oder westlich davon gibt
Für Radler ein gefährliches Pflaster: die L 524 südlich von Eppstein. Für den Bau eines Radwegs östlich oder westlich davon gibt es nun drei Planungsvarianten, die geprüft werden.

Ob und wie der gewünschte Radweg entlang der L 524 von Eppstein nach Süden in Richtung Maxdorf/Oggersheim gebaut wird, kann nach Einschätzung von Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) bis zum ersten Quartal 2019 geklärt werden. Das hat der Verwaltungschef im Ortsbeirat Eppstein gesagt.

Eine Anfrage zum Sachstand hatte die CDU-Fraktion vorgelegt. Hebich berichtete ausführlich über den Stand der Gespräche mit dem Landesbetrieb Mobilität (LBM), der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, dem Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz und dem Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR). Vom LBM habe es schon erste Planungen für einen Radweg östlich der L 524 gegeben, sagte der OB. Nun habe sich die „Landwirtschaft zu Wort gemeldet“. Die Beregnungsleitungen an der Ostseite für einen Radweg zu entfernen und zu verlegen würde als schwierig angesehen. „Und das wird verdammt teuer“, so Hebich. Die Landwirtschaft habe deutlich gemacht, dass sie einen kombinierten Rad-/Wirtschaftsweg auf der Westseite der Landesstraße favorisiere. Allerdings, so Hebich, sei die vorhandene Allee dort „sehr ortsbildprägend“. „Dort kann kein Radweg gebaut werden, ohne zu riskieren, dass die Bäume kaputt gehen.“ Die Frage sei auch, ob ein kombinierter Wirtschafts- und Radweg Akzeptanz finde. Denn ein Radweg könnte durch landwirtschaftlichen Verkehr sehr verschmutzt werden. Ärger sei dann programmiert. Die Kombination Wirtschafts-/Radweg wäre dann auch ein kommunales Projekt, und die Stadt müsste „viel Geld in die Hand nehmen“. Ein solcher Weg, der in beiden Richtungen befahren werden soll, müsste nach Angaben Hebichs rund 5,5 Meter breit sein und Entwässerungsrinnen enthalten. Zu denken wäre auch an eine getrennte Führung der Nutzer: einen Radweg für beide Richtungen und einen separaten Wirtschaftsweg. Der Flächenbedarf dafür wäre allerdings nicht gering. Es stünden also jetzt drei Lösungsmodelle im Raum. Würde das Land Projektträger, müsste es das benötigte Land beschaffen. Gäbe es eine kommunale Trägerschaft, müsse die Kommune die nötigen Grundstücke kaufen. Gespräche, auch zur Kostenermittlung, würden weiter geführt mit allen beteiligten Institutionen und der Oberen Landespflege. CDU-Fraktionssprecher Hans Dropmann, fragte nach, ob es Gespräche mit Amazon und Kartoffel-Kuhn „hinsichtlich deren Unterstützung des Fahrradweges entlang der L 524 gegeben hat“. Der dortige Investor habe bereits freiwillige Leistungen für die Veränderung der Infrastruktur und Ausbau der Ampelanlage geleistet, antwortete Hebich. „Man kann nicht erwarten, dass sich die Firmen noch an einem Radweg beteiligen.“ Die jetzigen Verkehrsaufkommen nach Inbetriebnahmen im Gewerbegebiet Am Römig sollten analysiert werden, führte Dropmann aus. „2000 Mitarbeiter arbeiten schon bei Amazon“, antwortete Hebich. „Wenn die Verkehrsströme neu gemessen werden, werden auch die Radfahrerbewegungen in die Verkehrsgutachten einfließen“, versprach der OB. Eppsteins Ortsvorsteher Uwe Klodt (SPD) berichtete von einem Besuch bei Amazon: Fahrräder würden von Mitarbeitern als Verkehrsmittel eifrig genutzt. „Dort reichen die Fahrradständer nicht aus.“ Hans-Jürgen Baumann (SPD) erinnerte an die Aussage des Landesbetriebes Mobilität (LBM), dass eine Ampelanlage im Kreuzungsbereich L 524/L 527 (am „Streibert“) geplant sei und fragte nach dem Sachstand. Oberbürgermeister Martin Hebich sagte, „die Sache wird mit dem LBM besprochen. Neue Erkenntnisse gibt es nicht“. Baumann fragte auch, welche Boden-Altlasten bei den Bauarbeiten für die Kindertagesstätte in der Weidstraße gefunden und wie sie entsorgt wurden. Das Bauprojekt werde durch das städtische Gebäudemanagement betreut, berichtete Hebich. Die Altablagerungen könnten alle auf Deponien entsorgt werden. Eine Gefährdung habe es weder für die Anwohner bei der Entfernung noch beim Abtransport gegeben. Nachdem sich hier vorher eine Müllhalde befand, sei das gesamte Bodenmaterial bis zu einer Tiefe von 1,70 Meter mit insgesamt 5800 Kubikmetern abgetragen worden. Eine weitere Anfrage der SPD-Ortsbeiratsfraktion bezog sich auf den beschlossenen Bau der Radfahrereinfädelspur und des zusätzlichen Verkehrshindernisses von der Studernheimer Brücke nach Eppstein. Baumann monierte, dass das Vorhaben „vor längerer Zeit beschlossen wurde, aber seitdem nichts passiert“ sei. Hebich bedauerte, dass wegen eines „Personalengpasses“ noch nichts passiert sei. Die Arbeiten würden „jetzt ausgeschrieben und umgesetzt“. Er rechne mit Erledigung Anfang 2019. Heinz Zimmermann stellte für die CDU-Ortsbeiratsfraktion die Anfrage, wann der fehlende zweite Baum in der Kirchgrabenstraße gepflanzt werde. Dafür, dass die zugesagte Pflanzung noch nicht erfolgte, bat Hebich um Verständnis. Bei solchen Aktionen müssten immer auch die Versorgungsleitungen im Boden beachtet werden. Ortsvorsteher Uwe Klodt regte einen Besuch des Ortsbeirats bei Amazon im Frühjahr 2019 an. WEITERER BERICHT FOLGT

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