Frankenthal Kabelsalat
„Wir können uns nur entschuldigen.“ Das sagt die Deutsche Bahn AG zu dem Umstand, dass unter Spannung stehende Stromkabel in der Fußgängerunterführung des Hauptbahnhofs zu den Gleisen 2 und 3 wochenlang nur schlampig befestigt waren und zum Teil sogar in den Weg hineinragten. Jetzt, nach Hinweisen von RHEINPFALZ und Stadtverwaltung, hat die Bahn nachgebessert. David Schwarzendahl, Frankenthaler Vorsitzender der Linken, hatte vergangene Woche im Gespräch mit der Lokalredaktion seine Besorgnis deutlich gemacht. „Ich habe sogar schon gesehen, wie Kinder mit den Kabeln gespielt und sich drangehängt haben“, sagte das Stadtratsmitglied. So etwas sei ausgesprochen beunruhigend. Schon zwei Wochen zuvor habe er die Bahn angesprochen, berichtete Schwarzendahl. „Die haben gesagt, ,ja, wir geben’s weiter’ – aber nichts ist passiert.“ Die RHEINPFALZ-Anfrage dazu ging am Donnerstag letzter Woche an die zuständige Bahn-Pressestelle in Frankfurt. In den ersten Tagen darauf passierte das, was auch Schwarzendahl erlebt hatte: nichts. „Das geht so nicht“, urteilte Bürgermeister Martin Hebich (CDU), angesprochen auf den fragwürdigen Bauzustand. Zwar könne die Bauaufsicht der Stadt auf Bahngelände nicht tätig werden. Die Verwaltung habe gegenüber dem Konzern aber schon mehrfach deutlich gemacht, dass sie hier Probleme sehe. Am Dienstag hatte Hebich nach eigener Aussage dann die Rückmeldung der Bahn vorliegen: Auch das Unternehmen sehe Nachbesserungsbedarf. Selbst der (auch für viele andere Haltepunkte zuständige) DB-Bahnhofsmanager in Kaiserslautern habe sich „gewundert, dass es nicht vorangeht“. Korrekturen seien zugesagt. Die sind nun vorgenommen worden. Die Kabelführung an Wänden und Decke wirkt deutlich unauffälliger. An den Wänden sind schwere Lampen teilweise allerdings immer noch sehr provisorisch mit Kunststoffbändern befestigt. Aus Bahn-Sicht sei nun ein „ordnungsgemäßer Zustand“ hergestellt, sagt der Bahn-Sprecher, der sich dann aus Frankfurt meldet. Er bedankt sich ausdrücklich für den Hinweis der Presse. Denn der habe den entscheidenden Impuls gegeben, für Korrekturen zu sorgen. Immer noch habe man es aber mit einem sogenannten Bauzwischenzustand zu tun. Das heißt, es sind noch Arbeiten zu erledigen. Die abschließenden in der Unterführung, so sichert es der Sprecher zu, sollen nächste Woche geleistet werden. Die Themen „Umgang mit Beschwerden“ und „Bauaufsicht“ müssten die Bahn-Oberen allerdings weiter beschäftigen. Da ist für Verbesserungen offenkundig noch viel Luft nach oben.