Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Junge Handwerkerin im Nationalteam der Maler und Lackierer

Nächstes Ziel: Meisterbrief. Ana-Maria Matijevac mag an ihrem Beruf, „Farbe ins Leben der Leute zu bringen“.
Nächstes Ziel: Meisterbrief. Ana-Maria Matijevac mag an ihrem Beruf, »Farbe ins Leben der Leute zu bringen«.

Eine Supernote in der Gesellenprüfung, Platz eins im Landeswettbewerb, Platz drei auf Bundesebene und Mitglied im Nationalteam der Maler und Lackierer: Ana-Maria Matijevac hat mit gerade einmal 20 Jahren in ihrem Beruf schon einiges an Erfolgen vorzuweisen. Vor allem aber hat sie riesigen Spaß am Gestalten – und an der Wirkung ihrer Arbeit.

„Ein bisschen Farbe ins Leben der Leute zu bringen“ – so beschreibt die junge Handwerkerin, was sie bei ihrer Arbeit im Frankenthaler Maler- und Stuckateurbetrieb Sturm & Pfützer antreibt. Sie habe schnell eine konkrete Vorstellung, welche Töne, Techniken oder Materialien gut in einen Raum oder zu einer Fassade passen, erzählt Matijevac. Diese Begeisterung steckt oft auch Kunden an und weckt deren Experimentierfreude: „Einige sagen dann: Okay, das probieren wir mal!“

Diese kreative Ader führt in Verbindung mit Motivation und Entschlussfreude dazu, dass auch die eigene Wohnung immer wieder zum Testlabor wird – etwa wenn neue Kollektionen der Hersteller auf den Markt kommen. „Ich habe dann ein Bild vor Augen, wie ich es gerne hätte. Und das wird dann ganz klar umgesetzt“, erzählt die 20-Jährige. Diese Stilsicherheit und Überzeugung, mit der sie an Projekte herangeht, begeistert auch ihren Chef: „Es macht einfach Spaß, mit so jemandem zusammenzuarbeiten. Ihre Entwicklung ist super“, sagt Patrick Pfützer.

Dickes Lob vom Chef

Dass aus Ana-Maria eine sehr Gute ihres Fachs wird, das habe sich ziemlich flott nach Ausbildungsbeginn gezeigt. Pfützer lobt die Auffassungsgabe der jungen Frau und ihren Blick für die besten Abläufe. Auf kleinere Baustellen habe er sie schon recht früh auch mal alleine geschickt. Matijevac habe zudem keinerlei Berührungsängste beim Umgang mit sehr kostspieligen Materialien. „Da sind besondere Tapeten dabei, da kostet der laufende Meter 360 Euro“, sagt der Meister anerkennend.

Wahrscheinlich ist es diese Mischung aus Coolness, Kompetenz und Ehrgeiz, die Ana-Maria Matijevac nicht nur die Note 1,7 bei ihrer um ein halbes Jahr vorgezogenen Gesellenprüfung ermöglicht, sondern in der jüngeren Vergangenheit noch weitere Erfolge verschafft hat: Die 20-Jährige holte auf Kammerebene und bei der Landesmeisterschaft der Maler und Lackierer den ersten und dann beim Bundesentscheid den dritten Platz. Letzteres hat sie sogar für das Nationalteam in ihrer Profession qualifiziert.

Kleinigkeiten entscheiden

Bei den Wettbewerben sind innerhalb eines bestimmten Zeitfensters verschiedene Fähigkeiten gefragt: Tapezieren, Lackieren, Freihand-Zeichnen und Ausmalen von Formen. „Entscheidend ist, gut strukturiert und geplant an die Aufgaben ranzugehen“, sagt Matijevac. Sie sei mit dem olympischen Motto „Dabei sein ist alles“ angetreten. „Vermutlich war ich deshalb einigermaßen locker und habe nicht so großen Druck gespürt.“ Letztlich gehe es bei jedem einzelnen Werk um Kleinigkeiten, auf die Juroren bei ihrer Bewertung achteten.

Mit ihrer Akribie hat sie sich zumindest die Chance erarbeitet, auch an den europäischen Titelkämpfen, den sogenannten Euro-Skills teilzunehmen, die im September im polnischen Danzig stattfinden. Entscheiden wird sich das bei einem Lehrgang Anfang dieses Jahres in Hamburg. Falls es nicht klappen sollte, hat Ana-Maria aber schon das nächste Ziel vor Augen: Sie will mit einem Stipendium die Meisterschule in Kaiserslautern besuchen. Und nach diesem Jahr? Chef Patrick Pfützer muss nicht lang nachdenken: „Ich hoffe, dass sie dann als Meisterin wieder bei uns arbeitet.“

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