Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Interview: Neustart für das Feiern in Studernheim

Wollen alte Konflikte hinter sich lassen und das Miteinander im Vorort Studernheim fördern: Thomas Batke (links) und Alexander H
Wollen alte Konflikte hinter sich lassen und das Miteinander im Vorort Studernheim fördern: Thomas Batke (links) und Alexander Hüter.

Ein Konflikt zwischen Ortsvorsteher Karl Ober (SPD) und dem SV als größtem Sportverein lähmt seit Jahren die Arbeitsgemeinschaft in Studernheim. Nun soll das Vorort-Gremium neu aufgestellt werden. Stefan Tresch hat die Initiatoren Alexander Hüter und Thomas Batke gefragt, was sie vorhaben.

Herr Hüter, Herr Batke, was gab den Ausschlag, die Arbeitsgemeinschaft Studernheim nun als Verein gründen zu wollen?
Alexander Hüter: Ein Hauptgrund sind für uns die haftungsrechtlichen Fragen. Die sind in der bisherigen Struktur der Arbeitsgemeinschaft nicht geklärt. Wie ist der Arbeitseinsatz eines Helfers bei Festen versichert, wenn der einen Unfall hat? Des Weiteren wollen wir die fehlende Transparenz beenden. In den vergangenen Jahren wurde Mitwirkenden nur selten ein Kassenbericht vorgelegt. Und wenn, dann nur unter Druck. Wir wollen einen Verein mit allen Organen und mit einer möglichst umfänglichen Information aller Mitglieder. Das Treffen vor zwei Wochen mit 36 Teilnehmern hat uns darin bestärkt. Es war der Ruf der Leute: Das müsst ihr jetzt machen. Es ist höchste Zeit für eine Veränderung. Sonst liegt das Gemeinschaftsleben in Studernheim am Boden.

Thomas Batke: In anderen Vororten, beispielsweise Flomersheim, wurden ebenfalls Vereine gegründet. Wir wollen den Ortsvorsteher nicht ins Abseits zu stellen. Im Gegenteil: Es wäre schön, wenn er uns durch seine Erfahrung und Kontakte zur Stadtverwaltung unterstützen würde. Wir wollen möglichst alle mitnehmen.

Wer war eingeladen zu dem Vortreffen?
Alexander Hüter: Jeder. Wir haben alle relevanten Gruppen im Vorort per E-Mail eingeladen, auch die politischen Parteien, und über soziale Medien und persönliche Kontakte dazu aufgerufen, an dem Vortreffen teilzunehmen.

Thomas Batke: Der Raum war voll. Das hat auch uns überrascht. Es waren Vereine da, die sich zurückgezogen hatten, beispielsweise die Karnevalsgesellschaft Royal. Es waren aber auch Einzelpersonen, beispielsweise aus dem Neubaugebiet, bei dem Treffen. Alle waren dafür, jetzt einen Neustart zu wagen. Sollte es ein weiteres Neubaugebiet auf dem ehemaligen Real-Gelände geben, stehen wir vor neuen Herausforderungen, diesen Ortsteil zu integrieren.

Besteht nicht die Gefahr, dass der Zwist zwischen Ortsvorsteher und Sportverein, die sicher beide in der Arbeitsgemeinschaft vertreten sein sollten, in das neue Gremium getragen wird?
Alexander Hüter: Wir wollen gemeinsam am Tisch sitzen und gemeinsam Entscheidungen treffen – und einen Deckel auf die Vergangenheit machen. Es ist trotz der langen Auseinandersetzung hoffentlich nicht zu spät dafür. Wir wollen die Arbeitsgemeinschaft nach vorne bringen, uns aber nicht in politische Auseinandersetzungen einmischen.

Thomas Batke: Deshalb wäre es schön, wenn der Ortsvorsteher mit dabei ist, aber nicht als Vorsitzender. Sollte es Gruppen oder Personen geben, die die Arbeit nur blockieren, müsste man notfalls ohne sie weitermachen.

Gibt es schon Ideen, was inhaltlich passieren soll?
Thomas Batke: Gerne würden wir bestehende Veranstaltungen weiterführen: Maibaumstellen, Kerwe, Brunnenfest, Weihnachtsmarkt. Noch haben wir darüber nicht gesprochen. Wir sind erst einmal mit der Vereinsgründung beschäftigt. Wenn der Verein gegründet werden soll, müssen wir eine Satzung beschließen. Da haben wir uns inhaltlich an die der Arbeitsgemeinschaft Flomersheim angelehnt. Für die Organisation der Kerwe ist es fast schon zu spät. Wenn wir ein Fest ausrichten, dann soll es auch krachen. Die Studernheimer waren früher bekannt dafür, ordentlich feiern zu können. Vielleicht können wir mit dem Weihnachtsmarkt einen Softstart hinlegen.

Alexander Hüter: Denkbar ist es, wieder ein Ortsfußballturnier auszurichten. Da sind wir offen.

Gibt es denn bereits eine mögliche Führungsmannschaft?
Thomas Batke: Wir würden uns als Vorstand zur Verfügung stellen, Alexander als Vorsitzender, ich als Stellvertreter. Wir hätten auch Personen, die als Kassierer und Schriftführer kandidieren. Interview Stefan Tresch

Termin

Gründung der Arbeitsgemeinschaft Studernheim als Verein, Mittwoch, 8. Juni, 19 Uhr, Grundschule Studernheim, Frankenthaler Straße 1. Die Organisatoren betonen: Alle sind eingeladen.

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