Handball RHEINPFALZ Plus Artikel HSG Eckbachtal: Die Auswirkungen eines positiven Corona-Schnelltests

Ein Strich ist gut, zwei Striche sind schlecht: Die Schnelltests sind ein erster Indikator, ob sich jemand mit dem Coronavirus i
Ein Strich ist gut, zwei Striche sind schlecht: Die Schnelltests sind ein erster Indikator, ob sich jemand mit dem Coronavirus infiziert hat.

Die Zeiten während der Pandemie sind schnelllebig. Was eben noch galt, kann eine Stunde später schon überholt sein. So sind die Spieler der HSG Eckbachtal Ende vergangener Woche noch davon ausgegangen, dass sie am Sonntag gegen den TuS KL-Dansenberg II um Oberligapunkte kämpfen. Ein positiver Schnelltest, und alle Planung war über den Haufen geworfen.

Das Positive zuerst: Der Schnelltest war zwar positiv, und der PCR-Test bestätigte dies dann auch. Aber Bennet Löhmar geht es gut. Im Telefonat mit der RHEINPFALZ spricht er von einem milden Verlauf. „Ein bisschen Husten habe ich noch“, erzählt er.

Begonnen habe alles am vergangenen Donnerstag. Nach dem Training bei der A-Jugend habe er leichtes Fieber gehabt. Die Befürchtungen hätten sich dann bestätigt. „Ich habe gehofft, dass ich niemanden angesteckt habe“, meint der 17-Jährige. Wo er sich angesteckt habe, könne er nicht nachvollziehen.

Tests beim restlichen Team negativ

Die Hoffnung, niemanden angesteckt zu haben, hat sich, was die erste Herrenmannschaft betrifft, bei der der Schüler auch mittrainiert, bestätigt. „Wir haben alle sofort Schnelltests gemacht“, sagt Trainer Thorsten Koch. „Alle waren negativ.“

Sein erster Gedanke sei gewesen, wie eng der Kontakt zum Spieler gewesen sei. „Normal drücke ich ja alle ganz lieb“, sagt Koch und lacht. Aber darauf verzichte er seit Corona. Dann seien Fragen im Kopf rumgegeistert wie: „Habe ich mir die Hände desinfiziert? Haben wir abgeklatscht oder die Faust gegeben? Welche Übungen haben wir gemacht?“ Im Vordergrund sei aber selbstverständlich gewesen, dass es dem Spieler gut gehe.

Telefonmarathon für Koch

Und dann ging für Koch ein Telefonmarathon los. Er habe dann sofort die Spielleitung der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saarland und die Hygienebeauftragte des TuS KL-Dansenberg, Nicole Holstein, angerufen. „Wir haben dann beide entschieden, das Spiel abzusagen“, berichtet Koch, dass er sich mit Holstein schnell einig war. Der am Sonntag bestätigte positive Befund durch den PCR-Test habe dann Gewissheit gebracht: „Wir haben alles richtig gemacht“, ist Koch überzeugt.

Dem schließt sich Nicole Holstein an. Sie ist Corona-Beauftragte beim TuS Kaiserslautern-Dansenberg und hat mit Koch gemeinsam am Wochenende die Situation besprochen. „Ich bin froh und echt dankbar, dass das von Eckbachtaler Seite aus so offen kommuniziert wurde“, sagt sie. Und: „Klar, wir hätten beide gerne gesehen, dass die Partie gespielt wird“, sagt sie.

Holstein: Keine einfache Entscheidung

Nachdem sie die Informationen aus der Vorderpfalz bekommen habe, habe sie sich mit den Spielern der zweiten Mannschaft in Verbindung gesetzt. „Es war keine einfache Entscheidung. Aber Dirmstein ist ja nicht weit weg, das kann man auch mal unter der Woche machen“, sagt Nicole Holstein. Der Vernunft und der Familien zuliebe habe man die Partie abgesagt. Es sei auch gut, dass in der jetzigen Zeit die HSG nicht die Punkte aufgrund der Absage einbüße.

„Anscheinend müssen wir damit jetzt leben“, sagt Thorsten Koch. Bei der HSG werde fleißig getestet. „Das ist das einzige, das wir machen können.“ Und da verfolgt er auch eine klare Linie: „Wir werden trainieren und weiter testen. Wer keinen Test macht, muss nach Hause gehen“, betont der Coach. Denn am Wochenende habe man schließlich ein wichtiges Spiel gegen den TV Mülheim – vielleicht.

Koch: Absage richtig

Nein, einigeln wolle man sich nicht bei den „Gekkos“, betont Koch. „Solange wir unserem Alltag nachgehen mit Familie und Freunde treffen und Handball, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir mit Corona in Kontakt kommen“, sagt der Übungsleiter. „Wir tun, was getan werden muss, um alles auf einem vernünftigen Weg durchzubringen.“ In Panik verfallen werde er nicht. „Aber wenn es akut ist, werden wir selbstverständlich reagieren“, betont er.

Im Falle des jetzt verschobenen Spiels gegen Dansenberg II ist sich Koch sicher, „dass die Absage die richtige Entscheidung war“. Die Partie werde wahrscheinlich an einem Donnerstagabend im Januar nachgeholt. Und das kann er sich auch für die restlichen Partien vorstellen, die im Dezember noch ausstehen. Denn Koch geht davon aus, dass im Januar ein Großteil des Teams schon die Booster-Impfung erhalten habe. „Das wäre dann einfach sicherer.“

Löhmar noch in Quarantäne

Bis dahin ist hoffentlich auch Bennet Löhmar wieder einsatzbereit. Das Fieber sei nach zwei Tagen weg gewesen, erzählt er. „Jetzt habe ich noch ein bisschen Schnupfen.“ Noch gut eine Woche ist er in Quarantäne. Dann könne er sich freitesten. Bis dahin wird er wohl hauptsächlich die vier Wände seines Zimmers sehen.

Die Decke falle ihm noch nicht auf den Kopf, sagt er mit einem Lachen. Das Essen stelle ihm seine Mutter immer vor die Tür. Von Freunden bekomme er geschickt, was in der Schule anfalle. „Der Sport fehlt mir“, betont er. Ganz verzichten muss er darauf nicht. In seinem Zimmer könne er ein paar Übungen machen. Und selbstverständlich regelmäßig lüften.

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