Frankenthal Höllriegl gewinnt Eulenburg-Cup
BOBENHEIM-ROXHEIM. Die Segelabteilung des Wassersportvereins Roxheim (WSVR) möchte mit ihrer Jugendabteilung Fahrt aufnehmen. Mit dem am Wochenende zum ersten Mal ausgetragenen zweitägigen Eulenburg-Cup veranstalteten die Roxheimer hierfür eine Jugendregatta. 21 Nachwuchssegler sorgten auf dem heimischen Silbersee für ordentlich Gewusel.
Die letzten Anweisungen vor dem Start gibt am Samstagnachmittag WSVR-Jugendwart Johannes Mengel. „Es ist im Prinzip eine ganz klassische Wegführung. Schaut euch die genaue Route noch einmal an der Tafel an und überlegt euch, wie ihr sie am schnellsten auf dem See absolvieren könnt“, sagt Mengel dem Nachwuchs. Keine leichte Aufgabe für die Jungsegler, die in den Bootstypen Optimist und 420er sowie der Gruppe der Ausgleicher an den Start gehen. Segeln ist kein einfacher Sport. Um überhaupt auf dem Wasser zurechtzukommen, müssen sich die Jugendlichen zunächst einmal eine ganze Menge Fachwissen und Fähigkeiten aneignen. Die Spanne reicht von einfach zu lernenden Dingen wie der richtigen Bedeutung der einzelnen Flaggen über das korrekte Binden von Segelknoten bis hin zu Aufbau und Beherrschung des Boots an sich. Um diese Fähigkeiten unter Wettbewerbsbedingungen zu vertiefen, haben sich die Verantwortlichen des WSVR die Jugendregatta ausgedacht. Die neun- bis 15-jährigen Teilnehmer sollen an die Streckenführung und den Ablauf einer normalen Regatta herangeführt werden, erklärt Mengel. Dabei steht beim Eulenburg-Cup die eigene Jugendarbeit im Vordergrund. „Wir wollen hier etwas aufbauen, und die Regatta ist ein erster Schritt dahin“, so Mengel. Er spricht von einem schleppenden Prozess, „der aber ganz gut anläuft“. So plane der Verein beispielsweise, eine neue 420er-Jolle anzuschaffen, um das Schnuppersegel-Angebot zu erweitern. Mengel weiß, dass die Konkurrenz anderer Sportarten im Jugendbereich groß ist. „Natürlich kommt es in diesem Alter auch auf die Eltern an. Sie müssen immerhin ein Boot besorgen, sich darum kümmern und zusammen mit ihren Kindern zu den Regatten fahren“, verdeutlicht der Jugendwart den Aufwand, den der Segelsport mit sich bringt. „Da haben es Eltern, deren Kinder Fußball oder Handball spielen, natürlich viel leichter.“ Um gleich ganze Familien vom Segeln zu begeistern, bietet der WSVR den Teilnehmern des Eulenburg-Cups und deren Angehörigen ein entsprechendes Rahmenprogramm. Es gibt ein Grillfest mit Musik und verschiedene Spiele. Die Segler zelten gemeinsam mit den Eltern auf dem Vereinsgelände, „und am Abschlusstag lassen wir die Regatta mit einer gemütlichen Siegerehrung bei Kaffee und Kuchen ausklingen“, erklärt Johannes Mengel. „Heutzutage geht es ja nicht mehr nur um den reinen Sport, sondern auch um das Drumherum“, betont er. Die jungen Segler sind mit Spaß bei der Sache, wie die WSVR-Eigengewächse Philipp Müller, Jan Höllriegl und Max Krohn bestätigen. „Der Wind war heute echt gut. Wir hatten aber auch Glück, dass das Wetter über die gesamten drei Wettfahrten hinweg gehalten hat“, sagt Max Krohn. Der 14-Jährige bringt seine Leidenschaft für den Segelsport so zum Ausdruck: „Es sind die Geschwindigkeit auf dem Wasser, die ganz ohne Motor zustande kommt, und gleichzeitig die Kontrolle über das Boot, die mich beim Segeln begeistern und mir großen Spaß machen.“ Für Begeisterung dürfte bei dem Trio auch das Endergebnis der Regatta gesorgt haben. Es fährt einen Dreifachsieg ein. Schnellster wird Jan Höllriegl. Es folgen Max Krohn und Philipp Müller als Zweiter und Dritter.