Frankenthal Größerer Kader stimmt zuversichtlich

FRANKENTHAL. Am Sonntag, 17 Uhr, beginnt für den VfR Frankenthal nach einigen Veränderungen die neue Saison in der Fußball-Landesliga. Der Blick ist erneut auf die oberen Tabellenplätze gerichtet – mit dem Anspruch, das Ergebnis der vergangenen Runde zu verbessern. Da war man am Ende Fünfter.

Nachdem Mathias Krauß, Interimstrainer in der Rückrunde, früh klar gemacht hatte, dass er die Mannschaft nicht dauerhaft übernehmen werde, hat der VfR mit Jürgen Klotz einen Trainer gefunden, der mit Wormatia Worms schon Regionalligaerfahrung gesammelt hat. Frankenthal ist für Klotz zwar Neuland, sein erster Eindruck aber positiv. „Bobenheim-Roxheim war für mich bis jetzt immer die Grenze, aber die Umgebung in Frankenthal ist soweit wirklich enorm positiv. Hier spielt ein gutes Team, das in der vergangenen Spielzeit auch mehr hätte erreichen können, wenn nicht Probleme wie die Verletzungsmisere hinzugekommen wären.“ Zuversichtlich zeigt sich Klotz beim Blick auf die Trainingsbeteiligung, was in der Vorsaison oft wegen der beruflichen Verpflichtungen der Spieler ein Problem war. „Man muss ganz klar festhalten, dass wir hier bei den Amateuren und nicht bei den Profis sind. Beruf oder Schule gehen vor, oder freie Zeit muss auch mal für Urlaub genutzt werden, aber darauf muss und kann man sich gerade auch aufgrund des größeren Kaders einstellen.“ Bisher sei er mit der Vorbereitung sehr zufrieden. Die meisten Spieler konnten gehalten werden. Es sind mit Celal Yesil, Nedjat Hajra und Tobias Wilk nur drei Abgänge zu verzeichnen, wobei mit Hajra einer der torgefährlichsten Frankenthaler den Verein verlassen hat. Die Neuzugänge, darunter viele junge Spieler, haben nun die Gelegenheit, sich in der Mannschaft zu etablieren. Mit Jacin Bensid und Fabrizio Moncada gibt es auch zwei Rückkehrer, denen die Einbindung ins Team nicht schwerfallen dürfte. „Jacin Bensid war zuletzt angeschlagen, aber ich denke, dass beide Spieler insgesamt körperlich fit sind und die Mannschaft nach vorne bringen können: Bensid im defensiven und Moncada im offensiven Bereich“, so Klotz. Ebenfalls bekannt sind die von der Jugend dazu stoßenden Pascal Renner, Geri Hasa, Alan Tayfun, Robby van Rahden und Marvin März, die schon in der Vorsaison in personell schwierigen Lagen ausgeholfen hatten. Ruven Scharfenberger vom Ludwigshafener SC, Fabio Ferrante aus der U 19 von Wormatia Worms, Ronny Krause vom SV Horchheim und Dominik Knorr vom CSV Frankenthal sieht Klotz in einer ähnlichen Situation. „Gerade für diese jungen Spieler wird das Training sicherlich eine Umstellung sein, da ich so trainiere wie auch in der Regionalliga. Man sieht durchaus, dass die Erfahrung teilweise noch fehlt und Lehrgeld gezahlt werden muss. Aber sie sind alle sehr engagiert. Es wird sich zeigen, wer den Sprung schafft“, so Klotz. Erfahrung bringt Defensivmann Arthur Herdt vom ASC Neuenheim mit. Er hat schon einmal vor einigen Jahren das VfR-Trikot getragen und machte zuletzt in der Region als Spielertrainer des CSV Frankenthal von sich reden. „Er ist im Moment wahrscheinlich der erfahrenste in der Mannschaft und hat seine Stärken besonders als Mittelverteidiger“, meint Trainer Klotz. Weitere Verstärkung für die Defensive soll in Zukunft auch der von Horchheim kommende Florian Lutz bieten. „Florian hat ein gutes Auge, aber er war lange verletzt und ist noch nicht da, wo er sein soll. Ich bin allerdings zuversichtlich, dass er den Übergang schaffen wird.“ Zu guter Letzt hat Dennis Weber vom CSV Frankenthal die Gelegenheit, sein Offensivpotenzial auch beim VfR zu zeigen. „Er hat beim CSV meist in der Spitze gespielt und war dabei sehr torgefährlich, aber ich könnte mir für ihn hier auch eine Position im offensiven Mittelfeld vorstellen.“ Variabilität und Systemveränderungen dürfen aber nicht nur aufgrund des breiteren Kaders öfter zu sehen sein. „Ich bin jemand, für den Veränderung und Variabilität sehr wichtig sind. Ich orientiere mich daran, wie der Gegner spielt und versuche, das System darauf anzupassen und will es idealerweise auch während des Spiels verändern können, um zu überraschen“, erklärt Klotz sein Konzept. „Man muss den Spielern Veränderung und Entwicklung bieten, um über längere Distanz erfolgreich zu sein.“ Zwar werde es tendenziell auch einen Stamm geben, das hänge aber auch sehr von der Fähigkeit der Spieler ab, die neuen Ideen umzusetzen. „Es muss viel geübt und eingespielt werden – seien es Laufwege, sichere Pässe oder das Verhalten in bestimmten Situationen. Die Mannschaft hat einen guten Charakter, die Spieler kennen sich fast alle, auch die Neuzugänge, und ich denke, dass das helfen wird.“ Eine spezielle Platzierung will Klotz noch nicht ausgeben. Er hat aber den Anspruch, die Leistung der vergangenen Saison zu verbessern. „Ziele auszugeben ist immer schwierig. Aber ich denke, nachdem wir jetzt so gut aufgestellt sind, kann an den fünften Platz in der Vorsaison angeknüpft werden, und wir haben das Potenzial, uns weiter zu verbessern.“ Ob der Auftakt auf dem Weg in die Landesliga-Top 5 klappt, wird sich am Sonntag zeigen: für Klotz passenderweise gegen die zweite Mannschaft seines Ex-Vereins Wormatia Worms.

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